Donnerstag, 2. Juni 2011

Archäologen datieren "Merlins Grabhügel" auf ein Alter von 4.400 Jahren

Der auch als "Merlins Mound" (Merlins Grabhügel) bekannte "Marlborough Mound" auf dem Gelände des heutigen "Marlborough College" | Copyright: FrankLaumen.de

Marlborough/ England – Mittlerweile von Bäumen bewachsen, erweckt der im Marlborough College vor den Toren des pittoresken südenglischen Städtchens gelegene "Marlborugh Mound" nur selten das Interesse von Touristen. Nur Eingeweihte wissen, dass es sich hier nicht nur um das Fundament der einstigen Motte "Marlborugh Castle" aus normannischer Zeit handelt, sondern dass der Hügel selbst die letzte Ruhestätte von niemand Geringerem als dem Zauberer Merlin sein soll. Zahlreiche Legenden, Gerüchte und ranken sich von jeher um den Hügel. Jetzt haben Wissenschaftler sein Erbauungsdatum erstmals datiert.

Wie Archäologen um Jim Leary von der englischen Behörde zur Erhaltung und Pflege von archäologisch und historisch bedeutsamen Stätten, "English Heritage" nun anhand neuer Radiokarbondatierungen (C14) von Proben aus dem Hügel ermitteln konnten, wurde der 19 Meter hohe künstliche Erdhügel gegen 2.400 v. Chr. errichtet und ist damit ähnlich alt, wie sein heute noch deutlich sichtbares und die Landschaft rund um den Steinkreis von Avebury in der südenglischen Grafschaft Wiltshire dominierendes Gegenstück, der 37 Meter hohe Silbury Hill (...wir berichteten, s. Links).

Zuvor vermuteten einige Historiker, dass der Hügel entgegen allen lokalen Sagen und Legenden lediglich rund 1500 Jahre alt sei und es sich um die Reste einer zeitgenössischen Erdhügelburg, einer sogenannten Motte, handelt. Nicht nur für die Wissenschaftler ist die neue Datierung auf ein Alter von rund 4.400 Jahren von besonderer Bedeutung, zählt der Hügel doch schon immer zu den größten Mysterien in der Region Wessex.

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Neben dem "Marlborough Mound" und "Silbury Hill", der nachweislich nicht als Motte errichtet wurde, zierte in alten Zeiten auch ein dritter künstlicher Kegelhügel die Landschaft entlang der alten Straße zwischen London und Bath. Hügel und (möglicherweise auch hier spätere) Motte wurden hier jedoch bei einem Brand im Jahre 1113 zerstört, wurde danach eingeebnet und an seiner Stelle eine Steinburg errichtet. Ein weiterer kleiner Kegelhügel ist für den geübten Betrachter unmittelbar neben dem Silbury Hill zu erkennen, der sich jedoch nur wenige Meter hoch aus dem Boden emporhebt und über dessen Ursprung und Eigenschaft als künstliche Struktur bis heute gestritten wird.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bbc.co.uk
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