Samstag, 11. Juni 2011

Bausteine des Lebens in weiterem Meteoriten entdeckt

Fragment des Tagish Lake Meteoriten | Copyright/Quelle: Michael Holly, Creative Services, University of Alberta)

Edmonton/ Kanada - Kanadische Forscher haben im Innern eines weitere Meteoriten Bausteine des Lebens in Form organischer Stoffe wie Amino- und Carbonsäuren entdeckt und stützen damit einmal mehr die Theorie der "Panspermie", wonach das Leben bzw. die Grundlagen des Lebens aus dem All stammen und im Innern von Meteoriten von Planet zu Planet reisen können.

Im Innern von insgesamt vier Fragmenten eines im Januar 2000 auf dem zugefrorenen Tagish Lake in Kanada entdeckten Chondrit-Meteoriten, fanden die Forscher um Christopher Herd von der "University of Alberta" die organischen und kohlenstoffhaltigen Substanzen. Über die Ereignisse ihrer Analysen und Schlussfolgerungen berichten die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin "Science".

Eine Analyse und ein darauf folgender Vergleich der chemischen Beschaffenheit der vier Proben zeigten zunächst, dass die Zusammensetzung der organischen Stoffe in den einzelnen Proben deutlich unterschiedlich ist. Anderseits fanden die Forscher anhand der Proben aber auch deutliche Hinweise auf unterschiedliche Beeinflussung der einzelnen Fragmente durch Hitze und Wasser und konnten anhand dieser Merkmale einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der organischen Stoffe und den hydrothermal herbeigeführten Veränderungen des Gesteins aufzeigen.

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Als Ergebnis ihrer Untersuchungen gehen die Forscher nun davon aus, dass der Meteorit einst Teil eines größeren Himmelskörpers im frühen Sonnensystem war, auf dem Wasser und Hitze sich in unterschiedlicher Weise auf das Gestein ausgewirkt hatten, nachdem dessen Zusammensetzung ursprünglich wahrscheinlich überall gleich war.

Da die Zusammensetzung der organischen Stoffe mit jener bereits zuvor im interplanetaren Staub und in Kometen wie beispielsweise "81P/Wild-2" und antarktischer Mikrometeoriten übereinstimmt, gehen die Forscher des Weiteren davon aus, dass diese überall im All vorkommen und eine gemeinsame Quelle haben - möglicherweise das sogenannte interstellare Medium.

Die Forscher halten es also auch für möglich, dass hierin auch die eigentliche Herkunftsquelle der organischen Stoffe liegt, die einst auch auf der Erde zur Entstehung und Entwicklung des Lebens geführt hatten und dass dieser Vorgang sich auf diese Weise auch auf anderen Himmelskörpern ereignet haben könnte und kann.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / carnegiescience.edu / ualberta.ca
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