Dienstag, 28. Juni 2011

Buckelwale nutzen Netze aus Luftblasen zum Beutefang

Luftbilder: Buckelwale bei der Beutejagd mit Blasennetzen | Copyright: David et al. / NOAA

Washington (USA) - Während zahlreiche andere Wale ihre Beute in schnellen Bewegungen jagen, sind die bis zu 15 Meter langen Buckelwale aufgrund ihrer Körperlänge auf filigranerer Jagdtechniken angewiesen. US-Forscher haben nun eine bereits zuvor entdeckte Fangmethode der Wale erstmals exakt vermessen und dokumentiert und kommen zu dem Schluss, dass der Einsatz dieser Fangtechnik derart komplex ist, dass sie mit der Benutzung von Werkzeugen durch Affen in freier Wildbahn zu vergleichen ist.

Wie der Meeresbiologe David Willey von der "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA) und Kollegen im Fachmagazin "Behaviour" berichten, fangen die zu den Bartenwalen zählenden Buckelwale im Golf von Mexiko ihre Beute, die hauptsächlich aus Kleinstfischen und Krill besteht, beim Durchschwimmen von Schwärmen mit geöffnetem Maul und sieben den Fang dann durch ihre Barten aus dem Meerwasser.

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Damit hierbei jedoch genügend Nahrung im Maul verbleibt, sind die Tiere auf möglichst dichte Ansammlungen ihrer Beutetiere angewiesen. Um diese auch zu gewährleisten, haben die Buckelwale (Megaptera novaeangliae) eine faszinierende Fangtechnik entwickelt: Hierbei vollführen sie teilweise komplexe Schwimmmanöver in aufwärtsgerichteten Spiralbahnen und geben dabei fortwährend Luftblasen von sich. So wird die Beute auf möglichst dichtem Raum nicht nur zusammengetrieben, sondern durch das entstehende nahezu dichte Netz aus Luftblasen auch zusammengehalten, wodurch die Wale den so gewonnen Fang dann gezielt herausfischen können. Oft schließen sich sogar mehrere Tiere zum gemeinsamen Netzfischen zusammen.

Grafische Darstellung der Beutejagd der Wale bei Blasennetzfang | Copyright: David et al. / NOAA

Mittels kleiner Peilsender haben die Wissenschaftler die Bewegungen der Tiere hierbei nun erstmals exakt verfolgt, vermessen und in dreidimensionalen Bewegungsmodellen am Computer dargestellt.

Diese Daten zeigen, dass die Wale beim Abgeben der Blasen in Aufwärts-Spiralen schwimmen, um dann - was bislang nicht bekannt war - nachdem sie einmal mit der Fluke auf die Wasseroberfläche geschlagen haben, erneut abzutauchen und in einer zweiten Abwärtsspirale durch die gefangenen Schwärme tauchen und diese dabei abzufischen (s. Grafik). Hierbei komme es dann auch sogar vor, dass ein Wal die Beute aus dem Blasennetz eines Artgenossen herausklaut.

Die Erzeugung und Nutzung der Blasennetze durch die Wale ist derart komplex, dass die Wissenschaftler das Verhalten durchaus mit der Werkzeugbenutzung von Affen im Regenwald vergleichen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / brill.nl / noaa.gov
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