Montag, 6. Juni 2011

Erdartige Monde wahrscheinlich zahlreicher als bislang vermutet

Maßstabsgetreuer Größenvergleich zwischen Erde (durchschnittlicher Durchmesser = 12.756 km) und Mond (3476 km). Der mittlere Abstand beträgt allerdings 30 Erddurchmesser | Copyright: NASA

Zürich/ Schweiz - Bislang vermuteten Wissenschaftler, dass proportional vergleichsweise große Trabanten wie unser Erdmond relativ selten sind. Anhand einer neuen Computersimulation kommen Schweizer und US-amerikanische Astrophysiker nun jedoch zu der Ansicht, dass solche Monde doch deutlich häufiger sind als bislang angenommen. Die neue Erkenntnis könnte auch dazu beitragen, herauszufinden, ob ein ferner Exoplanet lebensfreundlich ist oder nicht.

Wie Forscher vom "Institut für theoretische Physik" der "Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich" und Kollegen am "Laboratory for Atmospheric and Space Physics" an der "University of Colorado" im Fachmagazin "Icarus" berichten, könnte jeder zehnte Felsplanet um sonnenähnliche Sterne einen Mond von vergleichbarer Größe wir der Erdmond besitzen, dessen Durchmesser rund einem Viertel jenes des Planeten entspricht.

Zu dieser Einschätzung gelangten die Forscher mittels einer Computersimulation zur Planetenentstehung anhand derer sich zeigte, dass Zusammenstöße in Frage kommender Planeten mit anderen ähnlich großen Himmelskörpern in der Frühphase der Entstehung ihrer Planetensysteme nicht selten sondern hingegen sogar häufig sein dürften. Genau ein solcher Zusammenstoß, zwischen der noch jungen Erde und dem vermutlich etwa marsgroßen Himmelskörper Theia, soll – so zumindest die derzeit anerkannteste Theorie - zur Entstehung des Mondes geführt haben (...wir berichteten, s. Links).

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Das Ergebnis dieser neuen Berechnungen zeigte, die Wahrscheinlichkeit bei 1:12 liegt, dass es Planetensystem um einen sonnenähnlichen Stern einen Planeten von mindestens der halben Erdmasse hervorbringt, der wiederum von einem Mond von mindestens der halben Masse des Mondes umkreist wird. Zieht man mögliche Ungenauigkeiten der Simulation in Betracht, liegt dieser Wert zwischen 1:45 und 1:4.

Auch für die generelle Suche nach Exoplaneten ist diese Information von enormer Bedeutung, können derart große Monde doch die Messungen ferner Welten verzerren. Zudem dient ein natürlicher Satellit wie der Erdenmond auch als Stabilisator für die Neigung der Achse seines Planeten, wie sie ohne einen solchen Schwerkraftausgleich in vergleichsweise kurzen Zeitabständen stark schwanken könnte. Durch könnte dann nicht nur die Verteilung der "Sonnen"-Wärme auf dem Planeten, sondern damit einhergehend auch die Entwicklung von potentiellem Leben an der Oberfläche stark beeinflussen werden.

"Auch wenn dies sicherlich nicht der einzige oder gar wichtigste Faktor ist, so könnte der Nachweis eines die Achsenstellung eines Planeten stabilisierenden Mondes dennoch zumindest ein interessanter und erweiternder Faktor für die Einschätzung darüber darstellen, ob auf einem fernen Planeten Leben wahrscheinlich bzw. möglich ist oder auch nicht", zitiert die BBC den ETH-Wissenschaftler Sebastian Elser.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bbc.co.uk / ethhz.ch
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