Mittwoch, 29. Juni 2011

Mars-Rover Curiosity: NASA benennt zwei Finalisten für Landestelle

Topografische Höhenkarte des Gale-Kraters | Copyright: NASA

Washington/ USA - Erst kürzlich berichteten wir über Gerüchte, wonach sich der Missionsleiter der bevorstehenden Rover-Mission zum Mars, dem "Mars Science Laboratory" (MSL) bereits für den Gale-Krater als Landestelle und Operationsgebiet der mobilen Laboreinheit entschieden habe (...wir berichteten). Offiziell haben die Projektwissenschaftler nun jedoch zwei Finalisten benannt: Neben dem Gale-Krater steht weiterhin auch der Marskrater Eberswalde zur Diskussion.

Von besonderem Interesse im Gale-Krater, so berichtet "NewScientist.com", ist ein fünf Kilometer hoher Berg im Innern des Kraters. Dieser besteht aus Ton- und Sulfatmineralien, die zu ihrer Entstehung Wasser benötigen. Aus diesem Grund vermuten Forscher, dass es sich hierbei um Sedimentschichten handelt, die sich auf dem Kraterboden abgesetzt hatten, als der Krater einst für einige hundert Millionen Jahre mit Wasser gefüllt war.

Der auf den Beinamen "Curiosity" (Neugierde) getaufte Rover von der Größe eines Kleinbusses, könnte in der Nähe des Berges landen und diesen nach und nach erklimmen. Da sich erwartungsgemäß die ältesten Ablagerungen am Fuße des Berges finden, würde eine Erkundung dieser Formation zugleich auch umfassende Informationen über die geologische und möglicherweise biologische Vergangenheit des Mars - zumindest in dieser Region - liefern. Hinzu könnte organisches Material gerade hier in den heutigen Gesteinsformationen konserviert worden sein.

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Zunächst werde die Mission wahrscheinlich nur eine Untersuchung des Fußes des Berges erlauben. Sollte "Curiosity" es jedoch seinem Vorgänger, dem Mars-Rover "Opportunity" gleichtun und seine Einsatzfähigkeit weit über das erhoffte Minimalziel der Mission hinaus erhalten, könnte die Laboreinheit nach und nach auch in höhere Regionen vorstoßen.

Alternativ zum Gale-Krater stellen die NASA-Wissenschaftler auch den Krater Eberswlade zur Diskussion. Auch hier wurden bereits Hinweise auf Tonablagerungen gefunden und es finden sich Spuren eines gewaltigen Flusses, der am Kraterboden ein gewaltiges Sedimentdelta hinterlassen hat. Sollte dieser Fluss einst also organische Materialien oder sogar Lebensformen beinhaltet haben, könnten deren Fossilien sich selbst heute noch in den Gesteinsschichten bewahrt haben.

Das gewaltige Delta im Marskater Eberswalde | Copyright: NASA

Zwar seien die Prozesse, die zur Entstehung des zentralen Berges im Gale-Krater geführt haben, nicht ganz so offensichtlich, wie das Schwemmlanddelta im Krater Eberswalde, doch liegt letzterer deutlich weiter vom Mars-Äquator entfernt als Gale. Aus diesem Grund würde eine dortige Mission wesentlich mehr Wärmeenergie verbrauchen, um die Funktion des Rovers zu gewährleisten.

Auf Anfrage des "NewScientist" erklärte der Missionswissenschaftler John Grotzinger vom "California Institute of Technology" in Pasadena, dass die NASA-Wissenschaftler sich noch nicht auf ein Ziel geeinigt hätten. "Beide Ziele sind derweil gleich auf." Zwar ist die NASA-Führung nicht an die Vorschläge der Projektwissenschaftler gebunden, doch ist es erfahrungsgemäß nicht zu erwarten, dass sich das NASA-Hauptquartier gegen die Empfehlungen der Experten entscheiden werde. Der Start des Marslabors ist für den kommenden November geplant, danach soll der Rover dann im August 2012 auf dem Mars landen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com / nasa.gov
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