Donnerstag, 21. Juli 2011

Hubble entdeckt weiteren Mond um Pluto

Überblendung der Hubble-Aufnahmen des Pluto-Systems vom 28. Juni und 3. Juli 2011 | Copyright: grewi.de / NASA, ESA, and M. Showalter (SETI Institute)

Washington/ USA - Nicht nur im Umfeld ferner Sterne, auch in unserem eigenen Planetensystem können noch bislang unbekannte Himmelskörper entdeckt werden. Mit dem Weltraumteleskop "Hubble" haben Astronomen nun einen weiteren Mond entdeckt, der den ehemals neunten Planeten, den frostige Zwergplaneten Pluto, umkreist.

Entdeckt wurde der winzige Trabant, der den vorläufigen Namen "P4" erhielt, bei einer Beobachtung Plutos mit dem Weltraumteleskop "Hubble", deren Ziel es eigentlich war, nach einem Ringsystem um Pluto zu suchen.

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Wie die US-amerikanische Weltraumagentur NASA berichtet, handelt es sich bei "P4" um den vierten und kleinsten der bislang bekannten Plutomonde. Im Vergleich zu Charon, dem mit einem Durchmesser von 1.043 Kilometern größten von Plutos Monden, misst der neu entdeckte Trabant nur 13 x 34 Kilometer. Die Durchmesser der Monde Nix und Hydra betragen 32 bis 113 Kilometer. Pluto selbst hingegen ist mit einem Äquatordurchmesser von nur 2390 Kilometern wiederum kleiner als der Erdenmond.

Grafische Darstellung des Monde-Systems um Pluto | Copyright: NASA, ESA, and A. Feild (STScI)

"Ich finde es wirklich erstaunlich, dass die Hubble-Kameras ein derart kleines Objekt so klar darstellen, obwohl es sich rund fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt befindet", kommentiert Mark Showalter vom " SETI Institute" im kalifornischen Mountain View die Entdeckung seines Teams. Diese ist Teil der NASA-Mission der Raumsonde "New Horizons" und der Vorbereitungen für deren für 2015 geplanten Durchflug durch das Pluto-System. Für diesen Weg kann die Sonde nun derart ausgerichtete werden, dass die auch den neuen Mond so nah wie möglich passieren wird.

Plutos Monde-System, so vermuten Wissenschaftler, entstand durch die Kollision des Zwergplaneten mit einem anderen planetengroßen Körper in der Frühphase unseres Sonnensystems. Ein ähnliches Ereignis vor rund 4,4 Milliarden Jahren halten Forscher auch für den Ursprung des Erdenmondes. Einschläge von Mikrometeoriten, so glauben Astrophysiker zudem, könnten kleinste Teile und Staub aus den Monden schlagen, die mittlerweile ein feines Ringsystem um Pluto entstehen ließen. Bislang konnten die Hubble-Aufnahmen solche Ringe jedoch nicht nachweisen.

Zum ersten Mal auf "P4" aufmerksam, wurden die Wissenschafter anhand von Aufnahmen der "Wide Field Camera 3" an Bord des Weltraumteleskops vom 28. Juni und konnte dann durch Aufnahmen vom 3. und 18. Juli 2011 bestätigt werden (s. Abb. o.). In früheren Aufnahmen von "Hubble" war der kleine Mond aufgrund kürzerer Belichtungszeiten bislang noch nicht sichtbar. Derzeit rätseln die Forscher anhand von Aufnahmen aus dem Jahr 2006, ob es sich bei einem darauf sichtbaren schlierenartigen Fleck schon um eine Abbildung von "P4" handeln könnte.

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