Montag, 18. Juli 2011

Jüngste Funde stützen Meteoriten-Theorie zum Aussterben der Dinosaurier

Primitive Kleinsäuger auf den Knochen eines verendeten Triceratops (Illu.). | Copyright/Quelle: Mark Hallett, yale.edu

New Haven/ USA - Ein Internationales Wissenschaftlerteam hat die bislang jüngsten Saurierfossilien entdeckt. Der Fund legt nahe, dass die Dinosaurier nicht schon vor dem Einschlag eines Meteoriten vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben waren und stützt somit die Theorie, dass der belegte Einschlag eine wichtige Rolle für das weltweite Aussterben der Urzeitechsen gespielt hatte.

Dem Team um Tyler Lyson von der "Yale University" und Walter Joyce von der "Universität Tübingen" gelang der Fund eines 40 Zentimeter langen Horns, das wahrscheinlich einem Triceratops horridus gehörte, bereits im vergangenen Jahr in der Hell Creek Felsformation im US-Bundesstaat Montana.

Zuvor hatten Kritiker der Meteoriteneinschlag-These immer wieder angeführt, dass Dinosaurierfossilien in den obersten drei Metern der Ablagerungen der Kreidezeit fehlen und auf dieser Grundlage die Gegenthese aufgestellt, dass die Tiere bereits vor dem gut dokumentierten Einschlag, möglicherweise im Zuge von Klimaänderungen, etwa durch Vulkanausbrüche, ausgestorben waren. "Generell ist es statistisch unwahrscheinlich, Überreste der letzten Dinosaurier zu finden, da Sedimente vom Ende der Kreidezeit weltweit selten sind und meist fossilarme Sumpfablagerung darstellen", erläutert die Pressemitteilung der "Universität Tübingen".

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Die nun von den Forschern vorgelegte und im Fachmagazin "Biology Letters " veröffentlichte detaillierte Analyse der in den in Sumpfsedimenten enthaltenen Pollen ergab, "dass das Fossil nur 13 Zentimeter unter der Kreidegrenze eingebettet war und somit das weltweit jüngste Dinosaurierfossil darstellt. Dank des neuen Fossils können die Forscher um Lyson und Joyce nunmehr widerlegen, dass alle Gruppen großer Dinosaurier bereits vor dem Ende der Kreidezeit ausgestorben waren." Somit stütze der Fund die These, dass erst der Meteorit das Aussterben der über mehr als 160 Millionen Jahre erfolgreichen Dinosaurier verursacht hatte.

"Die genauen Abläufe der Aussterbewelle nach dem auf der mexikanischen Yukatan-Halbinsel dokumentierten Meteoriteneinschlag", so die Pressemitteilung weiter, "sind bis heute weitgehend ungeklärt. Offensichtlich ist aber, dass nicht alle Tier- und Pflanzengruppen dabei gleich beeinträchtigt worden sind. Sogar kleine, befiederte Dinosaurier haben überlebt, haben sich zu Vögeln weiterentwickelt und stellen heute mit mehr als 10.000 Arten eine der erfolgreichsten Wirbeltiergruppen dar."

Weitere Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Wissenschaftler zudem in der Fachzeitschrift "Journal of Vertebrate Paleontology". Diese belegen, dass Süßwasserschildkröten in derselben Region wie der neue Dinosaurierfund den Meteoriteneinschlag fast unbeschadet überstanden haben: "Möglicherweise war die spezielle Physiologie der Süßwasserschildkröten ihre Rettung: Wenn es zu kalt wird, gehen diese Tiere in Winterschlaf, wenn es zu heiß wird, gehen sie in Sommerschlaf. Diese Mechanismen halfen Süßwasserschildkröten bereits in den 180 Millionen Jahre ihrer Entstehungsgeschichte normale Klimaschwankungen zu überstehen. Laut Lyson und Joyce halfen dieselben Mechanismen dieser Tiergruppe möglicherweise aber auch, globale Katastrophen einfach zu durchschlafen."

Allerdings: Erst im vergangenen Frühjahr stellten fossile Knochenfunden im US-Bundesstaat New Mexico das Paradigma des Meteoriteneinschags als alleinige Ursache des Aussterbens der Dinosaurier in Frage, belegen sie doch, dass einige Urzeitechsen das globale Massensterben um ganze 700.000 Jahre überlebt hatten (...wir berichteten).

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Quellen: uni-tuebingen.de / grenzwissenschaft-aktuell.de / yale.edu
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