Sonntag, 17. Juli 2011

Kornkreise in England bis Mitte Juli 2011

Saarbrücken/ Deutschland - Sommer 2011 und die Kornkreis-Saison ist in vollem Gange. Seit unserem letzten Bericht aus den Feldern wurden zahlreiche neue Kornkreise hauptsächlich im Kornkreis-Mutterland England entdeckt. Diese wollen wir im folgenden Bericht kurz vorstellen.

Am 4. Juli 2011 wurden gleich zwei neue Kornkreise in Weizenfeldern nahe Honeystreet in Wiltshire entdeckt:

Zum einen handelte es sich um eine sogenannte Langformation von knapp 150 Metern Länge. Eine Reihe kryptischer Zeichen verbinden auf einer Achse, die quer zu den Traktorspuren liegt, zwei größere Kreise.

Luftbild: Langformation nahe Honeystreet, Wiltshire | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Detailansicht der Langformation nahe Honeystreet | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Neben der Tatsache, dass die beiden Kreise auf unterschiedliche Art und Weise niedergelegt wurden (ein Kreis zeigt ein sechseckiges Lagenmuster, im anderen sind zahlreiche kleinere Wirbel zu erkennen), sorgt seit der Entdeckung des Muster die Dekodierung einer möglichen Botschaft der Symbole für Interesse. Neben Primzahlen, biblischen Botschaften und zukünftigen Datumsangaben glauben unterschiedliche Autoren eine Vielzahl von Lesarten in dem Kornkreismuster zu erkennen. Eine Auswahl verschiedenster Interpretationen finden Sie HIER.


Zum anderen handelte es sich um einen und deutlich schief gegangenen und danach offensichtlich abgebrochenen Versuch der Fälschung einer durchaus komplex geplanten Formation. Auf die Beantwortung der Frage, was das ursprünglich geplante Muster zeigen sollte, mussten Beobachter nicht lange warten: Schon einen Tag später zeigte sich die Formation nun ausgebessert und vollendet...

Luftbildvergleich der zwei Phasen der zweiten Formation nahe Honeystreet in Wiltshire | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

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Ebenfalls in zwei Phasen vollendet wurde ein Kornkreismuster, das am 6. Juli 2011 in einem Weizenfeld am Fuße des Milk Hill nahe Honey Street und Alton Barnes entdeckt wurde.

Luftbildvergleich: Erste und zweite Phase der Kornkreisformation am Milk Hill | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com (Phase 1), CropCircleConnector.com (Phase 2)

Zufall oder nicht: Das vollendete Muster gleicht in auffallender Weise dem Logo eines exklusiv im nahe gelegenen Pub "The Barge Inn" vertriebenen neuen Bieres mit dem Namen "Croppie" (Kornkreis-Fan, s. f. Abb.). Schon zuvor hatte die lokale Kneipe - die vor Jahren als tatsächlich als Treffpunkt der "Croppies" galt, in den vergangenen Jahren jedoch zum Treff der Fälscher wurde – ihre eigenen Bierarten mit Gagfotos gelandeter UFOs usw. beworben...

Ebenfalls zum Vergleich: Das Logo des Barge Inn "Croppie"-Ales

Der deutsche Kornkreisforscher und Sachbuchautor Andreas Müller (kornkreise-forschung.de) steht derartigen Kornkreisen, wie sie in mehreren Nächten nach und nach vollendet und komplettiert werden bekanntlich kritisch gegenüber: "Ein charakteristisches Merkmal des 'echten' Kornkreisphänomens ist u.a. die Tatsache, dass solche 'echten', also nicht von Menschen auf mechanische Weise angelegten, Kornkreise binnen kürzester Zeit, in wenigen Sekunden, entstehen. Zahlreiche glaubwürdige Augenzeugenberichte und nachgewiesene Veränderungen an Pflanzen und Böden belegen diese Vorstellung. Fällt diese Komponente nun weg und Kornkreisformationen werden in teilweise bis zu vier Nächsten nach und nach fertig gestellt, fehlt - zumindest meiner Meinung nach - der Reiz des eigentlichen 'Phänomens'. Derartige Fälle demonstrieren jedoch die Fähig- und Möglichkeiten menschlicher Fälscher und selbsternannter Landart-Künstler und das im positiven wie im negativen Sinne." Tatsächlich sind bei genauer Betrachtung im Ergebnis auch einige konstruktive Fehler zu erkennen, wenn an einer Außenspitze ins stehende Feld hineingetreten wurde und Linien sozusagen "verwackelt" wurden.

Eine am Morgen des 11. Juli nahe Stanton St. Bernard entdeckte ungewöhnliche Formation aus insgesamt sechs blockartigen Rechtecken ereilte noch am selben Tag ein ähnliches Schicksal, wie einigen früheren Formationen in dieser Gegend (...wir berichteten): Sie wurde kurz nach der Entdeckung vom Bauern mit dem Mähdrescher aus dem Feld geschnitten. Dabei war es nicht die erste Kornkreisformation des Jahres, die Farmer James Read in seinen Feldern vorfand und zu welchen er bislang immer die Zugangserlaubnis erteilt hatte. In einer Erklärung erläuterte er das Herausmähen der neuen Formation wie folgt: "(...) Wir haben die Kornkreisformation, die uns heute Morgen gemeldet wurde, soeben geerntet und ich gestatte auch keinen Zutritt zu den Resten Im Feld. Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass ich in diesem Jahr nun schon vier Kornkreise in meinen Feldern hatte und ich nicht weiterhin Ziel weitere Kornkreise werden möchte. Dennoch erlaube ich weiterhin den Zugang zu den anderen drei Kornkreisen."

Luftbild der Kornkreisformation nahe Stanton St. Bernard, entdeckt und abgemäht am 11. Juli 2011 | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Auch angesichts dieser Formation rätseln seither Kornkreisforscher- und Fans, was das für Kornkreise eher ungewöhnliche Muster bedeuten könnte: Neben der Zahl Pi sticht indes besonders die Ähnlichkeit zum Logo der Heavy Metal Band "Cavalera Conspiracy" (s. kl. Abb. l.) ins Auge. Schon zuvor in diesem Jahr wurde in der Nähe des Steinkreises von Stonehenge das Logo einer Punkband der 1980er Jahre entdeckt (...wir berichteten). Für viele Beobachter und Forscher ein Grund für Zweifel an der Echtheit auch des Muster von Stanton St. Bernard.

Zwei Tage später wurden in der Grafschaft Wiltshire dann gleich drei neue Formationen entdeckt: Eine Doppelspirale zu jeweils 11 Windungen, die kleinen zentralen Kreisen entspringen bzw. diese miteinander verbinden, wurde am Chaddenwick Hill, nahe Mere gefunden. Im Gegensatz zu früheren ähnlichen Spiralmustern zeigen hier schon die Bodenaufnahmen und später auch die Luftbilder eine deutlich verwackelte und ungenaue Linienführung der Spiralbahnen.

Luftbild der Spiralformation nahe Mere | Copyright: Olivier Morel, wccsg.com

Ebenfalls eine Doppelspirale und das im doppelten Sinn - entspringen hier doch zwei Spiralbahnen den kleinen zentralen Kreisen - wurde am Windmill Hill nahe Avebury entdeckt.

Luftbild: Spiralformation am Windmill Hill, Wiltshire | Quelle: cropcircleconnector.com

An fast gleicher Stelle, an der im Sommer 1996 eine beeindruckende Fraktalformation tausende Besucher des gegenüber gelegenen Steinkreises von Stonehenge in ihren Bann zog (...wir berichteten), wurde am 13. Juli 2011 erneut ein auffallend geometrisch exaktes Muster entdeckt.

Mysteriöse Nachbarn Kornkreis und Stonehenge | Copyright: Steve Alexander, temporarytemples.co.uk

Grafischer Vergleich der Formationen von Liddington Castle (2010) und Stonehenge (2011) | Copyright: Allan Brown

Ebenfalls auffallend ist angesichts der neuen Stonehenge-Kornkreisformation dessen Ähnlichkeit zu einem Kornkreismuster des Vorjahres, das im Juni 2010 nahe Liddington Castle entdeckt wurde (...wir berichteten). Weitere Informationen zur diesjährigen Stonehenge-Formationen lagen bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung noch nicht vor.

Bodenaufnahme (Lucas Taylo auf cropcircleconnector.com) und durch Bildverzerrung erzeigtes Pseudo-Luftbild

Erst am 14. Juli 2011 entdeckt, allerdings - das zeigte eine erste Vorortbegehung der Formation - schon mindestens mehrere Tage älter, wurde eine Formation aus ineinander verschachtelten, zueinander verdrehten und abwechseln aufrecht stehenden und niedergelegten Dreiecken in einem bereits nahezu reifen Gerstenfeld bei Longwood Warren in der Grafschaft Hampshire. Aufgrund des bereits fortgeschrittenen Alters war hier eine Beurteilung des Originalzustands bei Entdeckung nicht mehr möglich. Ein Luftbild steht bislang noch aus.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de / temorarytemples.co.uk / cropcircleconnector.com / wccsg.com
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
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