Sonntag, 3. Juli 2011

Rost-Firnis verbirgt wahrscheinlich Großteil der Wasserspuren auf dem Mars

Geologischer Aufschluss (hier in einer laut NASa Falschfarbendarstellung) offenbart Karbonathaltiges Gestein auf dem Mars. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/Cornell University

Washington/ USA - Auf dem Mars könnten weitaus mehr Karbonatablagerungen existieren, die einstige große Wasserflächen an der Oberfläche des Roten Planeten und somit die nasse Vergangenheit des Mars belegen als bislang vermutet. Auf Beweise hierfür sind NASA-Wissenschaftler bei Analysen von Felsgestein aus der kalifornischen Mojave-Wüste gestoßen: Der auf dem Mars nahezu allgegenwärtige Eisenoxid-Überzug könnte, die Belege für Wasser bislang verdeckt haben.

Bislang wurden zwar nur wenige Aufschlüsse auf dem Mars entdeckt, in denen Karbonate nachgewiesen werden konnten, doch Mars-Forscher vermuten schon lange, dass noch sehr viel mehr dieser Lager existieren müssen. Die Forscher um die Planetenwissenschaftlerin Janice Bishop vom "Ames Research Center" der NASA und dem "SETI Institute" glauben nun, dass diese von dem Firnis von Eisenoxid, also Rost, verdeckt werden, wie er nahezu überall die Oberfläche des nach diesem Überzug benannten "Roten Planeten" bedeckt, und haben ihre Forschungsergebnisse im Fachmagazin "International Journal of Astrobiology" veröffentlicht.

"Die Wahrscheinlichkeit für Leben auf dem Mars", so Bishop, "stark hängt davon ab, ob Wasser an mehreren Orten der Planetenoberfläche für mehrere Tausend oder gar Millionen von Jahren vorhanden war. (...) Es ist möglich, dass ein wichtiger Schlüssel für den Nachweis von einstigem Wasser - das Vorhandensein von Karbonaten - bislang größtenteils trotz aufwendiger Suche, den Forschern entgangen sind."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

In der Region des Little Red Hill der kalifornischen Mojave-Wüste, von der Wissenschafter aufgrund der extrem trockenen Bedingungen ausgehen, dass sie der Marsoberfläche sehr ähnlich ist, haben die Forscher unterschiedliche Experimente und Analysen durchgeführt und karbonathaltiges Gestein untersucht, das selbst mit einer Schicht, einem Firnis, aus Eisenoxid überzogen ist.

"Als wir das hier gefundene Karbonatgestein im Labor untersucht haben", so berichtet Co-Autor Chris McKay, "wurde uns klar, dass ein Rostüberzug die Suche nach Hinweisen auf die wässrige Vergangenheit des Roten Planeten bislang behindert hat. Dieser Firnis verändert und maskierte nämlich teilweise die spektrale Signatur der Karbonate."

Direkt unter dem Rostfirnis auf dem Gestein aus der Mojavewüste entdeckten die Forscher Blaualgen, die gegen Trockenheit widerstandsfähig sind. Der Firnis selbst, könnte also dazu beigetragen haben, die Lebensfreundlichkeit des Mars selbst über jene Zeit hinaus zu verlängern, in welcher der Planet langsam mehr und mehr austrocknete.

Blick in die Marslandschaft | Copyright: NASA

"Auch die irdischen Organismen werden durch den Eisenoxidüberzug vor der tödlichen ultravioletten Strahlung geschützt", so McKay. "Diese Überlebensstrategie hat möglicherweise auch auf dem Mars eine wichtige Rolle gespielt, als auch dessen Oberfläche noch Leben beherbergt haben könnte."

Zusätzlich zur Charakterisierung der wässrigen Vergangenheit, könnten Karbonatgesteine auch ein guter Ort zur Suche nach Signaturen von frühem Leben auf dem Mars sein. Da jedes Mineral aus Atomen besteht, die mit ganz bestimmten Frequenzen vibrieren, erzeugen sie so eine Art einzigartigen Fingerabdruck, mit dessen Hilfe Wissenschaftler die Zusammensetzung des Minerals exakt bestimmen können.

Die Untersuchungsergebnisse der Forscher gleichen Beobachtungen, die bereits von der Mars-Sonde "Mars Reconnaissance Orbiter" (MRO) in der alten Marsregion Nili Fossae gemacht wurden. Hier wurden bislang die größten Vorkommen von Karbonaten nachgewiesen (...wir berichteten).

"Um jedoch die wirkliche Ausdehnung der Karbonatablagerungen auf dem Mars bestimmen zu könnten (...) müssen wir nun deren spektralen Eigenschaften, die sich im Kombination mit anderen Mineralien ergeben, noch genauer untersuchen", so Bishop.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Mars-Rover Curiosity: NASA benennt zwei Finalisten für Landestelle
29. Juni 2011
Auf der Spur des Mars-Methans
18. Mai 2011
Theorie: Färbten nukleare Explosionen den Mars rot?
4. April 2011
Forscher finden Beweis für lebensfreundliche Gewässer auf dem frühen Mars
19. Dezember 2008

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE