Montag, 8. August 2011

"Britisches Roswell": Ehemaliger US-Kommandant zweifelt an Ereignissen von Rendlesham Forest

Rekonstruktion einer der UFO-Sichtungen von Rendlesham Forest (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

London/ England - Im Dezember 1980 wurde ein amerikanischer Luftwaffenstützpunkt in England drei Nächte lang zum Schauplatz einer bizarren UFO-Begegnung. Mehrere Militärs beobachteten merkwürdige Objekte, die über der Basis kreisten. Eines soll sogar im nahe gelegenen Wald gelandet und aus direkter Nähe untersucht worden sein. All dies ist durch die eidesstattlichen Aussagen beteiligter Militärs überliefert. Nun hat sich erstmals der die damaligen Untersuchungen des Vorfalls leitende US-Kommandant, der US Air Force Colonel Theodore J. Conrad, zu den Ereignissen von Rendlesham Forest geäußert.

Colonel (Oberst) "Ted" Conrad leitete damals die offiziellen Untersuchungen zu den Beobachtungen der ihm unterstellten Soldaten, die im Rendlesham Forest unidentifizierte Lichter gesehen haben und sogar ein gelandetes exotisches Objekt aus direkter Nähe untersucht haben wollen (...wir berichteten, s. Links).

US Air Force Colonel Theodore J. Conrad

Gegenüber dem britischen Historiker Dr. David Clarke von der "Sheffield Hallam University", der für die Veröffentlichung und Aufarbeitung der teilweise ehemals geheimen UFO-Akten und Dossiers der britischen Regierung durch die "National Archives" verantwortlich ist, zieht Conrad ein gänzlich anderes Resumeé als seine einstigen Untergebenen und hält sogar auch einen gezielten Schwindel für möglich.

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Die Spuren, die das Objekt auf und um eine Waldlichtung hinterlassen haben soll, beispielsweise Kratzer an den Bäumen, habe er für "nicht bemerkenswert" gehalten. Dennoch kehrte er damals noch am selben Abend mit einem weiteren Untersucherteam zur Lichtung zurück. Nachdem auf den ersten Blick keine weiteren ungewöhnlichen Spuren zu finden waren, verblieb nur noch ein Teil der Soldaten vor Ort, um weitere Untersuchungen durchzuführen, darunter auch Lt. Col. Charles Halt, der mit seinem Vorgesetzten via Funk in Kontakt blieb und heute zu den beiden Hauptzeugen für unerklärliche Vorkommnisse im Rendlesham Forest zählt.

Die Aussage von Col. Charles Halt

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Während die Soldaten im Wald dann von weiteren Lichtern am Himmel und am Boden berichteten, konnte Conrad, der aufgrund dieser Meldung gemeinsam mit weiteren Offizieren, seiner und deren Frauen nach draußen gegangen waren, trotz klarer Sicht keine ungewöhnlichen Lichter am Himmel sehen.

Während Lt. Col. Halt in seinem Bericht an das "Ministry of Defence" davon ausgeht, Zeuge von Phänomenen von außerirdischer Herkunft geworden zu sein, schwieg Col. Conrad bis jetzt zu den Vorgängen.

"Wir haben damals nichts gesehen, was dem, was Lt. Col. Halt beschrieb, glich. (...) Halts Darstellungen konnten zudem von keinen weiteren Militärangehörigen bestätigt werden. Es gab also keine 'harten Beweise', dass damals irgendetwas Verdächtiges vorgefallen war."

Für die späteren Ausführungen Halts, auf denen zahlreiche Erklärungstheorien für den Vorfall von Rendlesham Forest basieren und als Grundlage auch für Verschwörungstheorien um ein Verschweigen entweder einer Landung eines außerirdischen Flugobjekts bis hin zur Vertuschung der Landung eines sowjetischen Spionageflugkörpers in unmittelbarer Nähe zum Atomwaffenstützpunkt Bentwaters, dienen, hat Conrad nur wenig Respekt übrig: "Er sollte sich für diese Anschuldigungen des Betrugs und der Verschwörung durch sein eigenes Land (USA) und England schämen", zitiert ihn die britische Tageszeitung "The Daily Mail".

Zugleich zweifelt Conrad damit auch an den folgenden Aussagen eines weiteren Soldaten: Sgt. Jim Penniston, der in der ersten Nacht der fortwährenden Sichtungen im Wald ein gelandetes exotisches Flugobjekt gesehen und sogar berührt haben will (...wir berichteten, s. Links). Dieser habe bei einer Befragung unmittelbar nach den Vorgängen zwar die Sichtung von Lichtern am Himmel bestätigt, damals jedoch noch nichts von einem gelandeten Objekt berichtet.

Die Aussage von Sgt. Jim Penniston

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Abschließend hält sich jedoch auch Conrad mit einer finalen Beurteilung der Vorgänge im Dezember 1980 zurück: "Die Suche nach einer Erklärung kann in verschiedene Richtungen gelenkt werden, darunter auch einen durchdachten Schwindel, natürliche Phänomene, wie etwa die sehr kalte Luft durch die - zumindest theoretisch - Licht über weite Strecken abgelenkt werden kann oder aber auch durch die Anwesenheit eines außerirdischen Raumschiffs.

Hätte jemand die Zeit, das Geld und die technischen Ressourcen gehabt, den exakten Grund für die Lichter vom Rendlesham Forest zu ergründen, so wäre das damals wahrscheinlich möglich gewesen. Ich glaube auch, dass die Wahrscheinlichkeit sehr stark gegen die Beteiligung eines außerirdischen Raumschiffs spricht und ebenso gegen das Eindringen eines feindlichen Flugkörpers von der Erde."

Der UFO-Skeptiker Dr. Clarke ist hingegen davon überzeugt, dass Col. Halt Opfer einer optischen Täuschung wurde und verweist darauf, dass die Aussagen von Sgt. Penniston über die Jahre hinweg mit zunehmender Spekulation über den Vorfall immer extremer wurden (...wir berichteten). "Ich glaube nicht, dass irgendjemand und ganz zuletzt Conrad daran zweifelt, dass Halt und seine Männer in den Wäldern tatsächlich 'etwas' gesehen haben. Sie hatten ein außergewöhnliches Erlebnis. Dieses Erlebnis bleibt wohl ungewöhnlich, auch dann, wenn es sich um das Licht des nahe gelegenen Leuchtturms, den Taschenlampen von Schmugglern handelt, wie dies ebenfalls als Erklärung vorgeschlagen wurde. (...) Col. Conrad war verantwortlich für die einzige saubere Untersuchung des Ereignisses. Er war selbst vor Ort und ich kann mir nicht erklären, wie er die beschriebenen Phänomene übersehen haben sollte."

Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung waren unserer Redaktion noch keine Reaktionen der Beteiligten Col. Halt und Sgt. Penniston bekannt. Sobald sich dies ändert werden wir natürlich erneut berichten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / drdavidclarke.co.uk / telegraph.co.uk
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