Donnerstag, 29. September 2011

Fall von "spontaner menschlicher Selbstentzündung" in Irland

Archiv: Flammen | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Galway/ Irland - Der Flammentod eines 76-Jährigen im irischen Galway stellt die Behörden vor ein Rätsel: Zwar wurde der verbrannte Leichnam in der Nähe eines offenen Kamins vorgefunden, doch gibt es keine Anzeichen dafür, dass es auch diese Flammen waren, die den Rentner entzündet hatten. Das Feuer schien sich nur auf seinen Körper und die mit ihm unmittelbar in Verbindung gestandenen Umgebung ausgewirkt zu haben. Selbst der Gerichtsmediziner kam nun zu dem Schluss, dass es sich offenbar um einen jener seltenen Fälle von "spontaner menschlicher Selbstentzündung" zu handeln scheint - ein Phänomen, das bis heute Rätsel aufgibt.

Laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Telegraph", ist es das erste Mal, dass Dr. Kieran McLoughlin in seiner 25-jährigen Amtszeit als Gerichtsmediziner von West Galaway das mysteriöse Phänomen als Todesursache festsetzte.

Von "spontaner menschlicher Selbstentzündung" (spontaneous human combustion, SHC) sprechen Forscher, wenn sich ein menschlicher Körper spontan, offenbar von innen heraus und offenbar ohne äußere Einwirkung entzündet und - wie in nahezu allen bekannten Fällen - fast vollständig verbrennt, ohne dabei größere Schäden an der Umgebung zu verursachen.

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Die Erklärungsversuche für die mysteriösen Vorfälle, deren tatsächlich Existenz von Skeptikern immer noch bezweifelt wird, reichen von chemischen körpereigenen Reaktionen auf Fremdstoffe wie beispielsweise Alkohol oder bestimmte Medikamente, über sich auf das Körperinnere wie auch immer auswirkende äußere Quellen wie Elektrizität und Mikrowellen bis hin zu Kugelblitzen oder gar das Entzünden des Feuers durch Zigaretten oder Kerzenflammen, die durch den sogenannten Dochteffekt in direktem Kontakt zu einer Leiche, unterhalb der Haut befindliches Fettgewebe zunächst verflüssigt, das sich dann über Haare und Kleidung des Opfers, die wie ein Kerzendocht wirken, entzündet.

Obwohl es allerdings schon mehr als 300 überlieferte Fälle von SHC gibt und das Phänomen schon spätestens seit dem 17. Jahrhundert beschrieben wird, konnte bislang noch in keinem Fall eine eindeutige Ursache für den Vorgang gefunden werden.

Im aktuellen Fall konnten die Forensiker ausschließen, dass das offene Feuer die Flammen entzündet hatte. Auch sonst fanden sich keine Spuren von Brandbeschleunigern in der Wohnung des Opfers und nichts deute auf fremdes Eindringen hin.

Außer auf den gänzlich verbrannten Körper, hatte sich das Feuer nur auf den Boden unterhalb des Körpers und auf die Decke darüber ausgewirkt. Eine weitere Untersuchung zeigte, dass der so verstorbenen Mr. Faherty an Diabetes vom Typ-2 litt, er jedoch nicht an einem Herzinfarkt verstorben war.

Aufgrund eigener Recherchen zum Phänomen sei er, so McLoughlin gegenüber Medien, zu der Überzeugung gekommen, dass es sich wahrscheinlich um einem Fall von SHC handele und es zudem interessant sei, dass eine auffallende Mehrheit derartiger Vorfälle sich in der Nähe von Kaminen und offenem Feuer ereignet hatte, ohne dass ein gewöhnliches Übergreifen von Flammen die Brandursache zu sein schien.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / telegraph.co.uk
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