Mittwoch, 28. September 2011

"Hexengrab" in Italien belegt grausames Ritual

Detailansicht des "Hexen"-Schädels mit durchnageltem Kiefer. | Copyright: Alfonso Forgione, univaq.it

Piombino/ Italien - Auf einem mittelalterlichen Friedhof in der Nähe von Piombino in der Toskana haben Archäologen ein 800 Jahre altes Skelett einer Frau entdeckt, die zu Lebzeiten offenbar als Hexe galt und bei ihrer Beerdigung einem grausamen Ritual unterzogen wurde, als ihr unter anderem sieben große Nägel durch den Kiefer getrieben wurden. Auch ein weiteres weibliches Skelett deutet daraufhin, dass es sich hier um die Gebeine von "Hexen" handelt.

Bei ihrer Suche nach den Gebeinen des Heiligen San Cerbone entdeckten die Archäologen um Alfonso Forgione von der "Università degli Studi dell'Aquila" zunächst ein weibliches Skelett, das von 17 Spielwürfeln umgeben war - Utensilien eines Spiels also, das vor 800 Jahren Frauen verboten war. Im Kiefer des zweiten Skeletts steckten sieben große Nägel und mit 13 weiteren Nägel war der Körper wahrscheinlich über die Kleider an/in den Erdboden genagelt worden.

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Gesamtansicht des genagelten Hexenskeletts. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: Alfonso Forgione, univaq.it

Die Forscher, so berichtetet die "Daily Mail", vermuten, dass die beiden Frauen zwischen 25 und 30 Jahre alt waren. Beigesetzt wurden die Skelette in einem einfachen Grab ohne Sarg und Leichentuch. Alle Indizien, so Forgione, deuten also daraufhin, dass es sich bei den beiden Skeletten um die von Frauen handelt, die zu Lebzeiten als Hexen galten.

"Es ist eine sehr ungewöhnliche Entdeckung, zugleich aber auch sehr faszinierend. Ich habe zuvor noch nie etwas ähnliches gesehen", so der Archäologe. "Mit den Nägeln wollte man offenbar verhindern, dass die 'Hexe' von den Toten aufersteht und die Anwohner des Dorfes durch dieses Ritual beruhigen. Auch die 17 dem zweiten Leichnam beigefügten Würfel sprechen für eine solche Deutung. 17 gilt in Italien als Unglückszahl und das Würfelspiel war damals Frauen verboten." Wahrscheinlich habe es sich um eine Art Exorzismus-Ritual gehandelt, vermutet Forgione und will mit weiteren Untersuchungen der Skelette herausfinden, woran die Frauen genau verstorben waren.

Warum die Frauen jedoch - obwohl sie offenbar als bösartige Hexen galten – dennoch auf einem Kirchenfriedhof beigesetzt worden waren, glauben die Archäologen indes beantworten zu können: "Die einzige mögliche Erklärung ist jene, dass die Frauen offenbar einflussreichen Familien entstammten und gehörten nicht der ärmlichen Klasse angehörten, wodurch ihnen dennoch eine Beisetzung in 'heiliger Erde' zuteil wurde."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailymail.co.uk / univaq.it
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