Samstag, 10. September 2011

Kontroverse: Können Adler Kinder rauben?

Archiv: Seeadler | Copyright: U.S. Fish and Wildlife Service

Fife/ Schottland - Seit dem Altertum bis hinein in die Neuzeit halten sich hartnäckig Gerüchte über Adler, die Kleinkinder mit Beutetieren verwechselt und geraubt haben sollen. Um die Frage, ob diese Mythen und Legenden tatsächlich der Wahrheit entsprechen können, ist derzeit eine hitzig geführte Kontroverse zwischen Naturschützern und Jagdaufsehern entbrannt - läuft in der Region derzeit doch ein umfangreiches Programm zur Auswilderung von Seeadlern.

Nachdem erst kürzlich 16 junge Seeadler in der Region um Fife ausgesetzt wurden, sorgte unlängst ein Vorfall in der Grafschaft Perthshire für Aufsehen und Bedenken, als dort ein Pfarrer von einem Seeadler angegriffen wurde, als er eine seiner Zuchtgänse vor dem Angriff des Raubvogels schützen wollte.

In Folge des Vorfalls hat die Vereinigung der schottischen Jagdaufseher ("Scottish Gamekeepers' Association", SGA) eine öffentliche Untersuchung der Frage gefordert, ob die großen Raubvögel nicht auch Kleinkinder als potentielle Beute ansehen und jagen könnten.

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In einem Schreiben an den Umweltminister Stuart Stevenson äußert der Vorsitzende der SGA die Sorge, dass der Vorfall in Perthshire nur "der erste von vielen" sein könnte und fordert die Ausarbeitung einer Strategie für einen Ausstieg aus dem Auswilderungsprogramm, für den Fall, dass die Tiere zu einer ernsten Gefahr werden.

"Die Tiere wurden in einer relativ dicht besiedelten Gegen ausgewildert und werden täglich mit Menschen in Kontakt geraten. Hierbei könne es dazu kommen, dass die Tiere ihre von Natur aus angeborene Scheu vor dem Menschen verlieren. Fälle, in welchen Bussarde durch diesen Prozess dazu kamen, Menschen anzugreifen, seien bestens belegt. Von besonderer Wichtigkeit sei die Frage, ob derart große Raubvögel zwischen Kleinkindern und ihrer gewöhnlichen Beute, deren Größe bis zu jener von Lämmern reicht, unterscheiden können. Auch die Frage, wer die von den Adlern verursachten möglichen Schäden an Zucht- und Weidetieren kompensieren werde, hat die SGA in ihrem Schreiben auf die Agenda gesetzt.

Auf die Vorstellung, dass Seeadler Kleinkinder rauben könnten, reagiert die schottische Vogelschutzorganisation "Royal Society for the Protection of Birds" (RSPB) indes mit Unverständnis und nennt die Argumentation "panikmachender Unsinn".

"Diese Art lebt schon seit Jahrhunderten 'Nase an Schnabel' mit dem Menschen in großen Ballungsgebieten von Norwegen bis zum Kaspischen Meer, ohne dass entsprechende Vorfälle bislang belegt werden konnten."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / scottishgamekeepers.co.uk / spb.org.uk
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