Freitag, 30. September 2011

Neue Zählung: Mehrheit erdnaher Asteroiden noch nicht entdeckt

Vergleich: Die auf der neuen NEOWISE-Zählung basierende tatsächliche Anzahl erdnaher Asteroiden (l.) und das nun veraltete bisherigen Modell (r.). (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena/ USA - Eine neuen Studie der Beobachtungsdaten mit dem NASA-Infrarot-Weltraumteleskop "WISE" (Wide-field Infrared Survey Explorer) belegt zum einen zwar, dass wahrscheinlich bereits 90 Prozent aller großen erdnahen Asteroiden entdeckt wurden, zum anderen offenbart sie aber auch, dass ein Großteil aller erdnahen Asteroiden unterschiedlicher Größen noch immer unbekannt ist.

Anhand der neuen Beobachtungsdaten schätzen Astronomen, dass es zwischen 19.500 und 35.000 mittelgroße - das heißt 100 bis 1.000 Meter durchmessende - Asteroiden gibt.

Von bislang vermuteten 1.000 wirklich großen Asteroiden – mit Durchmessern ab einem Kilometer - in Erdnähe konnte WISE nur 981 entdecken, von welchen allerdings 911 bereits bekannt sind. Keiner dieser bekannten Asteroiden stelle innerhalb der nächsten Jahrhunderte ein erhöhtes Risiko für die Erde dar, so die Forscher. Zudem glauben die Wissenschaftler, dass alle erdnahen Asteroiden von rund 10 Kilometern Durchmesser ebenfalls bereits bekannt sind. Ein Brocken solcher Größe, so sind sich Forscher einig, war einst für das Massenaussterben der Dinosaurier verantwortlich.

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Die neuen Erkenntnisse sind das Ergebnis des Projekts "NEOWISE" und damit der bislang genauesten Himmelsdurchmusterung und Zählung von Asteroiden, die die Sonne innerhalb von 200 Millionen Kilometern umkreisen und wurde im Fachmagazin "Astrophysical Journal" veröffentlicht.

Infografik der Ergebnisse der neuen Zählung in Vergleich zum bisherigen Modell. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Mit dem Infrarot-Weltraumteleskop "WISE" wurde hierbei der gesamte Himmel zwei Mal, sowohl im Januar als auch im Februar 2010, nach erdnahen Asteroiden abgescannt, wobei mehr als 100.000 Asteroiden im Hauptgürtel es Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter und 585 in Erdnähe beobachtet wurden (...wir berichteten, s. Links). Da WISE im Infrarotspektrum sowohl die im sichtbaren Licht dunklen als auch hellen Objekte sichtbar macht, konnten deutlich mehr Asteroiden als bislang bekannt beobachtet und entdeckt werden.

"Das Risiko, dass ein wirklich großer Asteroid die Erde treffen wird, noch bevor er überhaupt entdeckt wird, hat sich anhand der neuen Beobachtungen stark reduziert", so der Direktor des "Minor Planet Center" am "Harvard Smithsonian Center for Astrophysics", Tim Spahr.

Angesichts mittelgroßer Asteroiden sehe die Situation allerdings anders aus: Zwar stellen sie keine globale Bedrohung für die Erde dar, doch könnten sie immerhin noch lokal begrenzt, etwa in Städten, für große Zerstörungen und Schäden sorgen. Bislang beobachtet das "Spaceguard"-Projekt der US-Regierung mehr als 5.200 erdnahe Asteroiden von einer Größe ab 100 Metern Durchmesser. Es bleiben also noch geschätzte 15.000 mittelgroße erdnahe Asteroiden, die es noch zu entdecken gilt. Die Anzahl kleiner erdnaher Asteroiden, die trotz ihrer Größe von weniger als 100 Metern immer noch begrenzte Schäden anrichten können, schätzen Astronomen auf über eine Million, von denen bislang zudem nur sehr kleiner Teil entdeckt wurde (s. Abb.).

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