Freitag, 14. Oktober 2011

AstroLeak: Zwergplanet Eris ist kleiner als gedacht – Pluto doch größter Zwergplanet

Der Zwergplanet Eris und ihr Mond Dysnomia, fotografiert am 30. August 2006 vom Hubble-Weltraumteleskop. | Copyright: NASA/ESA/ Space Telescope Science Institut

Nantes/ Frankreich - Die Entdeckung des heute ebenfalls als Zwergplaneten eingestuften Himmelskörpers Eris, der die Sonne im Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn umkreist, am 29. Juli 2005 und dessen damals angenommene Größe war es, die unter anderem zur Herabstufung des ehemals neunten Planeten Pluto zu einen Zwergplaneten verantwortlich war. Eine neue Vermessung der Größe von Eris belegt nun allerdings, dass dieser deutlich kleiner ist als angenommen. Pluto könnte damit nicht nur wieder größer als Eris sondern erneut auch der größte bislang bekannte Zwergplanet im Sonnensystem sein.

Die unter Astronomen für Aufsehen sorgende Nachricht über die wirkliche Größe von Eris, machte auf nicht weniger Aufsehen erregende Art und Weise die Runde, stand und steht die Information doch noch bis Ende Oktober eigentlich unter dem Informationsembargo der Fachzeitschrift "Nature".

Doch schon jetzt hat der Hauptautor des für die Ausgabe vom 26. Oktober vorgesehenen Artikels, Bruno Sicardy vom "Observatoire de Paris", die Ergebnisse der bislang genauesten Größenmessungen von Eris auf dem gemeinsamen Treffen des "European Planetary Science Congress" und der "American Astronomical Society's Division of Planetary Sciences" im französischen Nantes bekannt gegeben und gelangte so, teilchenweise über Twitter und Blogs wie den " The Planetary Society Blog" (planetary.org/blog) an die Öffentlichkeit.

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Demnach gelang die Neuvermessung von Eris schon im vergangenen November, während der Zwergplanet einen fernen Stern verdeckte und kommt zu der Einschätzung, dass er einen Durchmesser von 2.326 Kilometern hat. Eine ähnliche Messung der Größe von Pluto im Jahr 2009 belegte dessen Durchmesser mit 2.338 Kilometer. In anbetracht der möglichen Fehlerquote ist Pluto also mindestens genau so groß wie Eris. Zuvor hatten Astronomen zunächst vermutet, dass der Durchmesser von Eris rund 3.000, dann 2.400 Kilometer betrug.

Während die beiden Zwergplaneten nun also nahezu gleich groß zu sein scheinen, verfüge Eris jedoch weiterhin über eine größere Masse. Aus diesem Grund bestehe er also wahrscheinlich hauptsächlich aus Gestein, welches von einem im Vergleich zu Pluto nur dünnen Eismantel überzogen ist. Allerdings vermuten die Astronomen, dass dieser Einmantel einst deutlich dicker gewesen sein könnte, als Ergebnis einer katastrophalen kosmischen Kollision jedoch größtenteils ins All gesprengt wurde.

Aufgrund der trotz seiner derzeitigen großen Entfernung ungewöhnlich starken Helligkeit, vermuten die Forscher um Sicardy laut den Berichten von Anwesenden auf seinem Vortrag, dass die Oberfläche von Eris von einer stark das Sonnenlicht reflektierenden Schicht aus Stickstoff- oder Methanfrost überzogen ist.

Ein ähnliches Ausfrieren der Atmosphäre erwarten die Astronomen auch auf Pluto, wenn auch dieser deinen von der Sonne am weitesten entfernten Punkt erreichen wird. Derweil wird Eris sich hingegen der Sonne nach und nach wieder annähern, die Frostschicht auftauen und erneut die Atmosphäre des Zwergplaneten anreichern.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / planetary.org / cosmiclog.msnbc.msn.com
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