Montag, 31. Oktober 2011

Erzbischof kritisiert Halloween-Feiern

Erzbischof Ludwig Schick | Copyright: Erzbistum Bamberg, eo-bamberg.de

Bamberg/ Deutschland - Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, hat dazu aufgerufen, am 31. Oktober und 1. November statt Halloween-Partys zu besuchen die Feiertage zu nutzen, um über den Sinn des Lebens nachzudenken. "Spuk und Klamauk, die Geister- und Gespensterdarstellungen von Halloween schüren Ängste und zerstörten Sachwerte". Allerheiligen hingegen diene der Lebensfreude. "Wir dürfen unsere christliche Kultur nicht von heidnischer Unkultur verdrängen lassen". Tatsächlich haben Halloween und die christlichen Feiertage jedoch starke gemeinsame Wurzeln.

Wie das katholische Nachrichtenportal "Kath.net" den Erzbischof zitiert, erinnere Allerheiligen "an den Gott, der das Leben seiner Geschöpfe liebt." Dieser Gott gebe jedem Menschen ewiges Leben und werde am Ende der Zeit einen neuen Himmel und eine neue Erde errichten. Darauf weise Allerheiligen hin. "Unsere Gesellschaft braucht diese Hoffnung, damit sie engagiert die Zukunft gestaltet", sagte Erzbischof Schick und bat vor allem die Familien, die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten sowie die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen, den Sinn und die Bedeutung des Allerheiligenfestes zu vermitteln, damit Halloween erst gar nicht aufkommen kann.

Laut "Kath.net" wies Schick weiter darauf hin, dass Allerheiligen mit unserer christlichen Kultur seit Jahrhunderten zutiefst verbunden sei. Dieses Fest enthalte und vermittle wichtige Botschaften. "Allerheiligen zeigt, dass kein Mensch ein Zufallsprodukt ist, sondern jeder von Gott ins Leben gerufen wurde. Allerheiligen ist Bekenntnis zur Menschenwürde und zum Ewigkeitswert jedes Menschen. Es fordert jeden Menschen auf, sich nach dem Bild und Gleichnis Gottes zu entfalten, entsprechend zu leben und zu handeln."

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Einen weiteren wichtigen Aspekt von Allerheiligen, das mit Allerseelen verbunden ist, sieht der Erzbischof in der Auseinandersetzung mit dem Tod. "Allerheiligen macht darauf aufmerksam, dass der Mensch einmal sterben wird, aber mit allen Menschen in den Himmel kommen soll. Das nimmt dem Tod seinen Schrecken." Kritisch äußerte sich Schick dazu, dass der Tod in unserer Gesellschaft verdrängt werde. "Das ist schlecht für den einzelnen Menschen und hat schlimme Folgen für die gesamte Gesellschaft." Das Verdrängen des Todes sei Ursache dafür, dass alte und sterbende Menschen allein gelassen werden und keine menschliche Zuwendung erfahren würden.

Schon 2009 hatte das kirchliche Magazin der Diözese von Leicester "The Belvoir Angel" hat in einem Artikel behauptet, Halloween zu feiern sei mit einem Pakt mit dem Teufel zu vergleichen (...wir berichteten).


Kürbiskpf zu Halloween | Copyright: grenzwissenschaft-aktuel.de

Tatsächlich sind die Verbindungen zu dem heute zweifelsohne kommerzialisierten Halloween-Event und den christlichen Feiertagen jedoch enger, als dies Erzbischof Schick bewusst zu sein scheint, geht doch schon der Name "Halloween" wahrscheinlich auf den im anglo-irischen Sprachraum gefeierten Vorabend von Allerheiligen am 1. November, dem "All Hallows Eve" (Allerheiligenabend) zurück. Auch die Verbindung zu Gedenken an die Toten ist Teil beider Feiertage und selbst die Tradition der Kürbisköpfe findet ihren Ursprung im europäischen Volksbrauchtum, zu Allerheiligen Rübenköpfe zu gestalten. Noch nicht einmal das Einfordern von Süßigkeiten ("Trick or Treat", "Süßes, sonst gitb's Saures") hat seine Wurzeln nicht etwas in den USA sondern in im alten Brauchtum Europas. So weiß das "Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens" zu berichten, dass die Kinder an Allerheiligen von ihren Paten mit Brot und Kuchen beschenkt werden. Sie "ziehen aber auch - wie die Armen - von Haus zu Haus, singen und empfangen 'um der armen Seelen willen' Gaben an Äpfeln, Getreide, Mehl, Schmalz, Geld , vor allem aber an Brot. In Ehingen a. D. such sie auf den Gräbern kleine Münzen, die Mutter oder Geschwister dorthin gelegt habe, und kaufen sich dafür 'Seelenbirnen' oder Gebäcke" (...wir berichteten).

Auch die katholische Kirche sieht die Feste zu Halloween nicht überall derart strikt, wenn in zahlreichen Gemeinden und Pfarreien Halloween-Kinder- und Jugendfeste gefeiert wurden. Zumindest bis 2006 war das selbst im Erzbistum Bamberg der Fall...

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kath.net / eo-bamberg.de
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