Dienstag, 4. Oktober 2011

Können Kometen Sonneneruptionen verursachen?

Ein Komet stürzt am 1. Oktober 2011 gegen 17:12 Uhr in die Korona der Sonne, gefolgt von einem gewaltigen koronalen Masseauswurf aus der gegenüberliegenden Seite der Sonnenscheibe um 21:24 Uhr (links). Klicken Sie auf die Abbildung, um das Video zu starten. | Copyright: NASA/ESA/SOHO

Greenbelt/ USA - Ein erst am 30. September 2011 von Amateurastronomen entdeckter Komet, stürzte schon einen Tag später in die Sonnenkorona. Beobachtet wurde dieser Sonnensturz vom Weltraum-Sonnenobservatorium von NASA und ESA, dem "Solar and Heliospheric Observatory" (SOHO). Umso erstaunter sind Astronomen von einer unerwarteten gewaltigen Sonneneruption auf der perspektivisch direkt gegenüberliegenden Seite der Sonnenscheibe nur kurze Zeit später. Wie es scheint, stehen beide Ereignisse in einem Zusammenhang zueinander, doch Astrophysiker sind sich uneins, ob Kometen tatsächlich Sonneneruptionen auslösen können.

"Zwar legt die zeitliche Aufeinanderfolge einen Zusammenhang nahe - doch welchen?" fragt "SpaceWeather.com" und erläutert weiter, dass es bislang keinen bekannten Mechanismus gibt, aus dem hervorgeht, dass Kometen solare Explosionen auslösen könnten."

Noch bis vor kurzem stritten die meisten Sonnenphysiker die Möglichkeit eines solchen Zusammenhangs strikt ab und bezeichneten Ereignisse wie jenes vom 1. Oktober als reinen Zufall. Demnach hätten der Sturz des Kometen in die Sonne also nichts mit dem darauf folgenden Masseauswurf zu tun.

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Allerdings konnte "SOHO" schon am 5. Juli 2011 den Flug eines anderen sogenannten "Sungrazers" (Sonnenstreifer-Kometfragmenten) beobachten, von welchen das Observatorium schon mehr als 1.000 Exemplare dokumentieren konnte. Auch dieser Komet schien mit Sonnenplasma und Magnetfeldern der Sonne in seiner Umgebung zu interagieren, bevor auch er von den starken Gezeitenkräften der Sonne zerrissen wurde.

Jetzt fragen sich zunehmend mehr und mehr Sonnenforscher, ob nicht auch Kometen magnetische Instabilitäten in der Sonne hervorrufen können, die dann sogar zu gewaltigen Masseauswürfen führen können.

Insgesamt, so schätzen Wissenschaftler, gibt es noch rund 200.000 Objekte, die einst als "Sungrazers" durch die Sonnenkorona streifen und hier möglicherweise zu unerwarteten Aktivitäten führen könnten.

Weiteres Beispiel vom 10./11. Mai 2011 für einen möglichen Zusammenhang zwischen Sungrazer-Kometenfragmenten und Sonneneruptionen:

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / spaceweather.com
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