Mittwoch, 12. Oktober 2011

Studie zeigt: "Glaube macht glücklich - aber nicht überall"

Archiv: Betender Junge | Copyright: Fabian Bolliger, cc-by-sa 3.0

Berlin/ Deutschland - Psychologen der "Humboldt-Universität zu Berlin" und der "University of Southampton" haben in einer aktuellen Studie den Mehrwert von Religion untersucht und kommen darin zu dem Schluss, dass Religiosität nur in religiösen Ländern mit einem besseren psychischen Wohlbefinden zusammenhängt. In Ländern wie Deutschland, in denen religiöser Glaube weniger zur gesellschaftlichen Norm gehört, zeigten sich so gut wie keine Unterschiede im Wohlbefinden und im Selbstwerterleben zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen.

"Jahrzehntelang wurde in der wissenschaftlichen Diskussion davon ausgegangen, dass sich Religiosität per se positiv auf unsere Psyche und Gesundheit, ja sogar auf unsere Lebenserwartung auswirkt", erläutert die Pressemitteilung der Berliner Universität (hu-berlin.de). Das Forschernetzwerk um Dr. Jochen Gebauer von der "Humboldt-Universität zu Berlin", Prof. Dr. Constantine Sedikides von der "University of Southampton" und Dr. Wiebke Neberich von der Partnervermittlung "eDarling" hat nun anonymisierte Daten von über 200.000 Mitgliedern der Online-Partnervermittlung aus elf europäischen Ländern zu diesem Thema analysiert.

Die Wissenschaftler verfolgten hierbei folgende Fragestellung: Gibt es einen generellen Zusammenhang zwischen Religiosität und psychischer Gesundheit, oder geht es religiösen Menschen nur in Kulturen besser, in denen Religiosität gesellschaftlich weit verbreitet und als etwas Gutes und Erstrebenswertes angesehen wird?

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Die Befunde, so die Forscher, zeichnen ein klares Bild: "Gläubige fühlten sich besser in Ländern, in denen Religiosität verbreitet und gesellschaftlich angesehen ist." Sie zeigten ein höheres psychisches Wohlbefinden und hatten ein stärkeres Selbstwertgefühl. Dies sind Länder, wie beispielsweise die Türkei, Polen und Russland. In Ländern, in denen Religiosität keine große Rolle spielt, wie beispielsweise Schweden, Deutschland und Frankreich, unterschieden sich die Gläubigen nur sehr wenig von den Nichtgläubigen – die positiven Effekte von Religiosität blieben demnach weitgehend aus. "Möglicherweise entsteht der positive Effekt des Glaubens auf unsere Gesundheit durch die Wertschätzung, die man als religiöser Mensch von seiner sozialen Umwelt erfährt. Eine hohe Wertschätzung von den Mitmenschen fördert das psychische Wohlergehen. Dieser Effekt bleibt natürlich aus, wenn Religiosität in der jeweiligen Gesellschaft keine besondere Bedeutung hat", sagt Dr. Jochen Gebauer, Mitautor der Studie.

Die Studie wurde vom wissenschaftlichen Fachjournal "Psychological Science" zur Veröffentlichung akzeptiert.

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