Freitag, 21. Oktober 2011

Unabhängige Studie bestätigt globale Erwärmung

Die Kurve des "Berkeley Earth Project" (dunkelblau) der Oberflächentemperaturen an Land folgt jenen früherer Studien von NASA, NOAA und dem britischen "Met Office", CRU. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright/Quelle: berkeleyearth.org

Berkeley/ USA - Nachdem anhand gehakter E-Mails von Klimawissenschaftlern der "Climatic Research Unit" (CRU) Klimawandelkritiker den Forschern fortwährend die Vertuschung und Manipulation von Rohdaten im Sinne einer Interpretation einer steigenden globalen Erwärmung vorgeworfen hatten und sogar über eine weltweiten Verschwörung spekulierten, bestätigt nun eine selbst von Klimawandelkritikern und Lobbyisten finanzierte, unabhängige Studie frühere Untersuchungen, wonach sich das globale Klima seit 200 Jahren und besonders seit den 1950er Jahren zusehends erwärmt.

Das "Berkeley Earth Project" (berkeleyearth.org) zur Analyse der Oberflächentemperaturen der Erde stütz sich dabei auf neuste Analyseverfahren und Daten und wurde auch von Organisationen finanziert, die eigentlich als Lobbyisten für ihre klimawandelkritischen Positionen und Bemühungen bekannt sind. Dennoch kommt die neue Studie zu nahezu den gleichen Ergebnissen wie schon zuvor das britische "Met Office", CRU, NASA und NOAA.

Gegründet wurde das Projekt unter anderem von Professor Richard Muller von der "University of California", der sich anhand des sogenannten "Climate Gate"-Skandals öffentlich besorgt darüber gezeigt hatte, dass die Forscher des Klimarats nicht offen mit ihren Daten umgegangen sein könnten. Für sein Team konnte Muller in der Folge hochrangige Wissenschaftler, darunter auch den diesjährigen Nobelpreisträger Saul Perlmutter gewinnen. Unterstützt wurde die Studie unter anderem von den US-Industriellen Koch, die bereits zuvor mit großen Geldsummen Organisationen unterstützt hatte, die sich gegen klimaschützende Aktionen aufgrund der vom Klimarat postulierten von Menschen erzeugten globalen Erwärmung eingesetzt hatten.

"Zu unserer großen Überraschung decken sich die neuen Ergebnisse mit den Klimaerwärmungswerten der früheren Untersuchungen", zitiert die BBC den Studienleiter Muller.

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Gezielt hatte sich die Berkeley-Studie kritischen Behauptungen von Klimawandelkritikern gewidmet, die unter anderem behauptet hatten, dass die Daten von Wetterstationen den von früheren Studien aufgezeigten globalen Erwärmungstrend nicht bestätigen würden oder aufgrund ihrer zu nah an Städten gelegenen Standorte ein falsches Bild zeichnen würden.

Die neue Untersuchung von rund 40.000 Wetterstationen rund um den Globus durch das "Berkeley Earth Project" ermöglichte den Wissenschaftlern nun einen Temperaturrückblick bis ins Jahr 1800.

Die darauf basierende Temperaturkurve des "Berkeley Earth Project" folgt jedoch den Kurven früherer Untersuchungen, die von den Klimawandelkritikern als unglaubwürdig kritisiert wurden, etwa von NASA und der "National Oceanic and Atmospheric Administration" der USA, NOAA, sowie jener der britischen "Climatic Research Unit" (CRU), deren Datenlecks zum "Climate Gate" geführt hatten.

Auch das "Berkeley Earth Project" kommt zu dem Schluss, dass sich das Erdklima seit den 1950er Jahren global um durchschnittlich 1 Grad erwärmt hat (s. Grafik) und das für diesen Trend die städtische Lage einiger Wetterstationen nicht ausschlaggebend ist.

Da die Grundlage der Berkeley-Studie der freie und öffentliche Zugang zu den Grundlagendaten war, haben sich die Wissenschaftler auch dazu entschlossen, ihre eigenen Ergebnisse und Daten zuerst öffentlich und frei zugänglich auf der Internetseite des Projekts (BerkeleyEarth.org) zu veröffentlichen und hat die wissenschaftliche Gemeinde dazu aufgerufen, die Ergebnisse zu prüfen, zu kommentieren und – falls notwendig - Verbesserungsvorschläge einzureichen. "Diese Art der Publikation wurde von der Wissenschaft jahrzehntelang praktiziert, bis einige Fachzeitschriften - allen voran 'Science' und 'Nature' - dies verboten haben", so Muller gegenüber der BBC. "Dies war keine gute Veränderung."

Während die Klimaphänomene "El Nino und die Southern Oscillation" (ENSO) von der Berkeley-Gruppe für Temperaturschwankungen lediglich innerhalb eines Jahres verantwortlich gemacht werden, folgt die Berkeley-Analyse der globalen Temperaturen dem Index der "Atlantischen Multidekaden-Oszillation" (AMO) und damit der Schwankung der Meeresoberflächentemperatur im Nordatlantik. Einige Theorien legen nahe, dass der AMO-Index wiederum durch Schwankungen des Golfstroms angetrieben wird.

Es sei also, so die Forscher aus Berkeley, notwendig zu untersuchen, ob die langfristigen AMO-Zyklen mit einer Dauer von wahrscheinlich 60 bis 70 Jahren, eine Rolle für die wechselnden Temperaturschwankungen während des 20. Jahrhunderts verantwortlich sein könnten.

Zugleich unterstreichen die Forscher aber auch, dass die von Menschen durch Emission von Treibhausgasen verursachte, also anthropogene, globale Erwärmung (Anthropogenic Global Warming, AGW) ebenfalls weiterhin im Blickpunkt der Untersuchungen steht: "Hätten wir keine globale Erwärmung gefunden, so hätte dies eine AGW ausgeschlossen", so Muller. "Hätten wir nur halb soviel gefunden, hätte dies nahe gelegt, dass frühere Schätzungen zum AGW übertrieben waren. Hätten wir hingegen höhere Werte gefunden, würde dies nahe legen, dass die früheren Schätzungen zu niedrig angesetzt waren. Aber nichts dergleichen ist der Fall. Unsere Ergebnisse bestätigen die Werte der früheren Untersuchungen. Dies bedeutet, dass unsere Ergebnisse jene der früheren Studien nicht in Frage stellen.

In einem nächsten Schritt wollen sich die Berkeley-Wissenschaftler nun auch den Ozeantemperaturen annehmen, um - zusammen mit den nun vorliegenden Daten zu den Temperaturen an Land - einen wirklich globalen Datenbestand zu erstellen.

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