Donnerstag, 8. Dezember 2011

Beschädigte Kapelle: Bundeslade wird an neuen Ort überführt

Archiv: Schon 2004 zeigte die Kuppel der Kapelle Ri'ise Adbarat Qidist Maryam Debre Tsiyon in Axum, in der die biblische Bundeslage aufbewahrt sein soll, deutliche Schäden. | Copyright: Adam Cohn/GNUFDL

Axum/ Äthiopien - Glaubt man den Sagen und Legenden der Tewahedo-Kirche rund um den Verbleib der biblischen Bundeslade, so soll sie von einem Mönch in einer kleinen Kapelle im äthiopischen Axum aufbewahrt und beschützt werden. Doch nun hat das Dach des angeblichen Aufbewahrungsorts der Lade ein Loch und muss vollständig restauriert werden. Die Lade selbst soll hierzu in einen Übergangsbau überführt werden. Ist das die Gelegenheit auf die viele gewartet haben, um einen Blick auf die Bundeslade werfen zu können?

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" unter Berufung auf den Reisefotografen Tim Makins berichtet, zeigte das Dach der Kapelle "Ri'ise Adbarat Qidist Maryam Debre Tsiyon" schon im vergangenen September einen deutlichen Riss. Als er kürzlich erneut zur Kapelle kam, habe er umfangreiche Bauarbeiten gesehen und von den anwesenden Arbeitern erfahren, dass eine Übergangskapelle gebaut werde, in welche die Bundeslade für die Dauer der Restaurierungsarbeiten verlegt werden solle. Danach werde die Lade dann wieder in die alte Kapelle, die in den 1960er Jahren gebaut wurde, verbracht werden.

"Auch wenn es eigentlich nur einer Person gestattet ist, die Lade zu sehen und berühren, so sprechen deren biblischen Ausmaße von 1,31 x 0,79 x 0,79 Metern und die Vorstellung, dass die vergoldete Akazienholzkiste auch noch die Steintafeln mit den Geboten Gottes beinhalten soll, gegen die Vorstellung, dass der Transport von dem alten Priester alleine durchgeführt werden kann", so Makins.

Aktuell ist das Dach der Kapelle noch durch eine Plane geschützt und der Transport der Bundeslade soll noch nicht stattgefunden haben. Erst im Sommer 2009 hatten Gerüchte für Aufsehen gesorgt, wonach der Patriarch der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo Kirche, Abuna Paulos, die Bundeslade erstmals öffentlich zeigen wollte. Später hatte Paulos diesen Gerüchten jedoch widersprochen. Zugleich bestätigte das Kirchenoberhaupt jedoch, dass es sich um die biblische Lade handele und er selbst diese schon mit eigenen Augen gesehen habe (...wir berichteten 1, 2).

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Bei der Bundeslade soll es sich laut der hebräischen Überlieferung, um eine mit Gold überzogene Truhe aus Akazienholz handeln, auf deren Abdeckung zwei Cherubime thronen, die schützend ihre Flügel über die Truhe ausbreiten, welche zudem mit zwei Tragebalken versehen war.

Rekonstruktion der Bundeslade | Copyright: T. D. Wabbel, tobiasdanielwabbel.com

Nach Darstellung der Tora enthielt sie die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten, wie sie Moses von Gott selbst erhalten haben soll, und galt demnach beim Auszug Israels aus Ägypten unter Mose als Garant für Gottes Gegenwart und als Zeichen für seinen Bund mit dem Volk Israel.

Neben der Tatsache, dass sie als Behältnis der Gesetzestafeln Gottes und somit als einer der heiligsten Kultgegenstände des israelischen Volkes überhaupt gilt, wurden der Lade selbst immer wieder auch direkte übersinnliche Eigenschaften zugeschrieben, die nicht nur von Bibelforschern unterschiedlich interpretiert wurden. So sollen die Hohepriester mit Hilfe der Bundeslade direkten Kontakt zu Gott aufgenommen haben können, bzw. diese Gottes Gegenwart herbeigerufen haben.

In einem anderen Fall soll Ussa, der die Bundeslade berührte - obwohl er kein Priester war - den "Zorn Gottes" verspürt haben und unmittelbar an diesem gestorben sein. Andere Bibelstellen werden von einigen Forschern auch als Hinweis verstanden, dass die Lade Gottes - etwa im Kampf gegen die Philister - als Waffe eingesetzt wurde.

Auch und gerade in grenzwissenschaftlicher Literatur, hier gezielt in Sachbüchern zur Prä-Astronautik, jener Theorie, nach der frühgeschichtliche Bauwerke, exotische Gegenstände und religiöse Wunder auf das Wirken als Götter falsch verstandener Außerirdischer Besucher zurückgeführt werden, wird über die Beschaffenheit und den Ursprung der Bundeslade, u. a. beispielsweise als technologischer und möglicherweise außerirdischer Gegenstand im Sinne einer Kommunikationseinheit bis hin zur frühgeschichtlichen Atombombe, spekuliert.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dailymail.co.uk
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