Montag, 5. Dezember 2011

Buchneuerscheinung: "Albert Hofmann und sein LSD"

Umschlag: "Albert Hofmann und das LSD" | Copyright: AT Verlag

Basel/ Schweiz - Vor wenigen Tagen ist die erste Biografie Albert Hofmanns erschienen, sie verwebt sein Leben mit der Geschichte des LSD. Das durchgehend illustrierte Werk schildert detailreich das lange Leben des wohl bekanntesten Chemikers des 20. Jahrhunderts und geht auf die vielen Facetten seiner bekanntesten Entdeckung ein.

"Nicht ich, das LSD wurde gewählt", meinte Albert Hofmann lapidar, als er 2007 im Alter von 101 Jahren von einer Jury der renommierten britischen Tageszeitung "The Guardian" zum grössten lebenden Genie gewählt wurde. Kaum eine andere Entdeckung des 20. Jahrhunderts hat einen bedeutenderen Einfluss auf Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur ausgeübt als die geheimnisvolle, unvergleichlich potente Substanz, die schon in Dosen von Millionstel Gramm eine tiefgreifende Veränderung des Bewusstseins hervorruft.

Ihre psychedelische Wirkung hatte der Chemiker am 19. April 1943 bei einem Selbstversuch auf seiner legendären Fahrradfahrt erfahren. Dieser erste LSD-Trip veränderte sein Leben so grundlegend, wie später LSD dasjenige von Millionen Menschen auf der ganzen Welt in neue Bahnen gelenkt hat.

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Albert Hofmanns durchgehend illustrierte Biografie (mit einem Vorwort von Stanislav Grof im AT Verlag erschienen, 406 Seiten, über 500 s/w und farbige Fotos und Illustrationen) nimmt die Leser mit auf eine Reise durch das 20. Jahrhundert: Von seinen mystischen Naturerlebnissen als Kind in Baden, über sein Chemiestudium beim Nobelpreisträger Paul Karrer in Zürich, zu seiner Entdeckung des LSD und des Psilocybins bei der pharmazeutischen Firma Sandoz in Basel, seinen abenteuerlichen Expeditionen und Reisen bis zu seinem langen Lebensabend, der geprägt ist von der Hinwendung zur Naturphilosophie und einem überaus reichen sozialen Leben.

Aus Hofmanns Erforschung der Mutterkornalkaloide gingen mehrere Medikamente hervor, die er quasi im Alleingang entwickelte, und die seinem ehemaligen Arbeitgeber bis heute Milliardenumsätze eingebracht haben. Auch wenn Albert Hofmann wegen der Umstrittenheit des LSD nie den Nobelpreis erhalten hat, ist er der bekannteste Chemiker des 20. Jahrhunderts und der einzige mit dem Status eines Popstars, wie die Blitzlichtgewitter bei seinen frenetisch bejubelten Auftritten am LSD-Symposium anlässlich seines 100. Geburtstags in Basel eindrücklich gezeigt haben.

Das LSD ist nach seiner schicksalshaften Entdeckung über Jahrzehnte Gegenstand tausender klinischer Studien, aber auch obskurer Experimente der Geheimdienste und der Militärs. In den sechziger Jahren verlässt es die Labors und wird zum Treibstoff der in den USA beginnenden Jugend- und Hippiebewegung, die schliesslich die Welt nachhaltig verändert - ein Massenphänomen, das eine regelrechte Hysterie um das als "Teufelsdroge" bezeichnete LSD auslöst.

Die Entwicklung der Computertechnologie wird genauso durch die kreativitätsfördernde Wirkung der psychedelischen Substanz beeinflusst, wie sie zu wegweisenden wissenschaftlichen Erkenntnissen und einem ganzheitlichen Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt führt. So gestand nicht zuletzt der Apple-Gründer und Computervisionär Steve Jobs (1955-2011) einst öffentlich ein, dass seine LSD-Trips "zu den zwei oder drei wichtigsten Dingen zählen, die ich je in meinem Leben unternommen habe."

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Sein Leben lang bleibt Albert Hofmann dem Molekül verbunden, das den Boden für innovative Therapieformen und eine neue Wertschätzung mystischer Zustände bereitete und ihn in Kontakt brachte mit Geistesgrössen wie Aldous Huxley, Ernst Jünger oder Karl Kerényi, mit unzähligen Wissenschaftlern, Künstlern und Exponenten der Gegenkultur. Immer glaubte er an sein "Sorgenkind", dem er das Potenzial einer Wunderdroge attestierte, und freute sich, als er im hohen Alter erleben durfte, dass das LSD wieder an Akzeptanz gewann. "Sie, Herr Dr. Hofmann, haben durch Ihre Forschung und Ihre Schriften dazu beigetragen, dass künstlerische, philosophische und religiöse Fragen in der Wissenschaftsdiskussion lebendig bleiben", schrieb ihm der damalige Schweizer Bundespräsident Moritz Leuenberger in seiner Gratulation zum 100. Geburtstag.

Albert Hofmann - ein aussergewöhnlicher Mensch, Forscher und Mystiker, der sich seine Offenheit, Neugier und die Liebe zur lebendigen Schöpfung bis zum letzten Atemzug im Alter von 102 Jahren bewahrt hat.

Dieter Hagenbach und Lucius Werthmüller hatten über mehrere Jahrzehnte persönlichen Kontakt zu Albert Hofmann - das letzte Mal besuchten sie ihn wenige Tage vor seinem Tod. Sie organisierten 2006 zu Hofmanns 100. Geburtstag das Symposium «LSD – Sorgenkind und Wunderdroge», die weltweit grösste Veranstaltung zum Thema, und zwei Jahre später das "Welt Psychedelik Forum". Die beiden Autoren erhielten Zugang zu vielen bisher unveröffentlichten Dokumenten und Bildern. Das Buch wird komplettiert durch weiterführende Anmerkungen, eine umfassende Bibliografie, und ein Personenregister.

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Spiritistischer Apport: Jenseitsbotschaft von Albert Hofmann
6. April 2009

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