Mittwoch, 28. Dezember 2011

Studie belegt: Auch Tauben können zählen

Eine Taube während des Zähl-Experiments | Copyright: William van der Vliet

Dunedin/ Neuseeland - Laut einer neuen Studie können Tauben bis zu neun Bilder, die unterschiedliche Anzahlen von Objekten zeigen, miteinander vergleichen und diese von klein nach groß ordnen - also zählen. Bislang glaubten Wissenschaftler, dass nur Primaten und Menschen die Fähigkeit, abstrakte Zahlenregeln zu erkennen, besitzen.

Wie die Psychologen um Dr. Damian Scarf von der University of Otago aktuell im Fachmagazin "Science" berichten, zeigten die Tiere diese Fähigkeit in Testreihen und lagen mit den jeweiligen Ergebnissen von 70 bis 90 Prozent deutlich über der Zufallsquote. "Unsere Forschung zeigt sogar, dass Tauben in den Test teilweise besser abschneiden als Affen."

Für die Tests wurden Tauben zunächst anhand von 35 Gruppen zu je drei Bildern - jedes mit einen, zwei oder drei Objekten unterschiedlicher Größe, Farbigkeit und Form - trainiert und wurden immer dann, wenn die Vögel die richtige Reihenfolge anzeigten, mit Futter belohnt.

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In einem nächsten Schritt wurden die Tiere vor die gleiche Aufgabe, nun jedoch angesichts von Bildpaaren mit teilweise höheren Anzahlen (von 1 bis 9) von Objekten, gestellt. Auch diese Aufgabe erfüllten die Tiere und das selbst dann, wenn die antrainierte Anzahl von 3 überstiegen und ein zuvor noch nicht gezeigtes Motiv angezeigt wurde. Ähnliches konnte außerhalb der menschlichen Domäne bislang nur bei Menschenaffen und in gleicher Form (die Ordnung von bis zu neun Zahlenmengen) 1998 anhand von Rhesusaffen, belegt werden.

Zudem beobachteten die Forscher, dass die Tauben umso besser abschnitten, je größer der Mengenunterschied zwischen den Objekten auf den beiden Bildern war. Gleiches konnte zuvor auch bei Affen und Menschen beobachtet werden.

"Während es zwischen der Art und Weise, wie wir Menschen zählen und dem Zahlenverständnis der Tauben natürlich große Unterschiede gibt, so zeigen die Ergebnisse dennoch, dass auch Tiere mit einer doch deutlich unterschiedlichen (einfacheren) Hirnstruktur dennoch in der Lage sind, komplexe mentale Aufgaben zu lösen, von denen wir bislang glaubten, dass nur Menschen dazu in der Lage seien", so Scarf.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / otago.ac.nz
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