Archiv: Blick über Al-Ain | Copyright: ThorstenS via Wikipedia / cc-by-sa 3.0Abu Dhabi - In der Wüstenregion um Al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten wollen Schweizer Forscher – bislang im Geheimen - erfolgreich eine Regenmaschine entwickelt und getestet haben. Rund 50 Regenstürme seien so in den normalerweise regenfreien Sommermonaten erzeugt worden.
Wie die "Sunday Times" berichtet, basiert das Konzept der im Auftrag von Scheich Chalifa II. bin Zayed Al Nahyan bislang geheim arbeitenden Schweizer Firma "Metro Systems International" darauf, dass mittels gewaltiger Ionisationsantennen negativ geladene Partikel, sogenannte Elektronen, in die Atmosphäre induziert werden. Auf natürliche Weise ziehen diese dann kleinste Staubteilchen an, an welchen sich dann in wolkenbildender Höhe Wassermoleküle kondensieren und in der Folge bei genügend Luftfeuchtigkeit als Regen und Hagel niedergehen.
Aus einem internen Firmenvideo, so die Zeitung, gehe der nun erlangte Erfolg hervor. "Wir haben eine ganze Anzahl von Regenfällen erzeugen können", zitiert die "Times " den Firmengründer Helmut Fluhrer aus dem Video.
Sollte sich diese Behauptung bestätigen, würde es sich um die erste Wettermaschine handeln, die offiziell erfolgreich Regen aus wolkenfreien Himmeln erzeugen kann.
Bislang wurde das Wetter lediglich durch den Einsatz von Chemikalien, dem sogenannten Wolken-Säen, beeinflusst.
An insgesamt fünf Wüstenstandorten wurden hierfür 20 Emitter errichtet, die Milliarden von wolkenformenden Ionen in die Atmosphäre abgeben können. Ein erfolgversprechender Einsatz der Anlagen sei jeweils ab 30 Prozent Luftfeuchtigkeit gegeben.
Laut der "Times" wurden und werden die Arbeiten vom deutschen "Max-Planck-Institut für Meteorologie" (MPI-M) in Hamburg begleitet. Dessen ehemaliger Leiter, Professor Hartmut Graßl, gebe es viele mögliche Anwendungsgebiete für die Technologie. Eine sei die Erzeugung von Regen in Trockengebieten.
Durch die neue Technologie könnten kostspielige und ökologisch kritische Meerwasserentsalzungsanlagen zukünftig ersetzt werden. Während der Bau einer Ionisationsanlage rund 7 Millionen und sich die jährlichen Betriebskosten auf rund 6 Millionen Pfund belaufen sollen, frisst alleine industrielle Entsalzungsanlage pro Jahr 45 Millionen, ganz zu Schweigen von deren Errichtungskosten von 850 Millionen Pfund.
Obwohl einige Kritiker darauf verweisen, dass es aufgrund der Küstenlage von Abu Dhabi auch zu ungewöhnlichen natürlichen Regenfällen kommen könne, zeigen sich die Ingenieure und Wissenschaftler aufgrund der hohen Anzahl von Regenstürmen unmittelbar nach Einschalten der Anlage von den ersten Ergebnissen ermutigt.
Über etwaige Nebenwirkungen der Technologie für Atmosphäre und Umwelt auf regionaler und globaler Ebene ist bislang noch nichts bekannt.
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / thesundaytimes.co.uk








