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Freitag, 7. Januar 2011

NASA-Studie: Der Mond hat einen erdähnlichen Kern

Aufbau des Mondes nach den neuen Analysen der Apollo-Daten | Copyright: NASA/MSFC/Renee Weber (dt. Version: grenzwissenschaft-aktuell.de)

Washington/ USA - Durch die Anwendung neuster seismologischer Messtechnologien auf Daten der Apollo-Missionen durch Wissenschaftler der NASA belegt, dass der Kern des Mondes dem der Erde gleicht.

Von den neuen Auswertungen der Daten erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnisse in der Frage zur Entstehung des Erdtrabanten. Zugleich wirft die Studie ein neues Licht auch auf die Entstehung des lunaren Dynamos, jenem natürlichen Prozess also, mit dem der Mond sein einst starkes eigenes Magnetfeld erzeugt hat.

Das metallische Innere, so erläutert der Hauptautor der Studie Weber Renee Weber vom "Marshall Space Flight Center" der NASA, habe dem Mond einst zu einem Magnetfeld verholfen. Diese Schlussfolgerung wird auch durch alte Gesteinsproben vom Mond gestützt, in welchen magnetische Minerale alle in die gleiche Richtung weisen - ein Beweis dafür, dass sie sich einst nach einem Magnetfeld ausgerichtet haben, als sich vor rund vier Milliarden Jahren das flüssige Magma verfestigte. Erst im Laufe von Jahrmilliarden habe sich der Mond abgekühlt, so dass die Eisenmasse zäher wurde und das lunare Magnetfeld schlussendlich zusammenbrach.

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Die Ergebnisse der Analyse der von 1969 bis 1977 gewonnenen Apollo-Daten über Mondbeben legen nahe, dass der Mond einen festen und eisenreichen inneren Kern mit einem Radius von rund 240 Kilometern und einen äußeren Kern aus flüssigem Eisen mit einem Radius von 330 Kilometern besitzt. Der Unterschied zum Erdkern besteht demnach in einer teilweise geschmolzenen Grenzschicht um den Kern mit einem geschätzten Radius von 480 Kilometern (s. Abb.). Des weiteren legen die Daten nahe, dass der Kern zu einem kleinen Teil auch aus leichten Elementen wie etwa Schwefel besteht und somit seismologische Messungen des Erdkerns widerspiegelt, die ebenfalls das Vorhandensein leichter Elemente wie Schwefel und Sauerstoff in einer Schicht um den Erdkern belegen.

Ihre Ergebnisse haben die Forscher um Renee Weber gemeinsam mit Wissenschaftlern der "Arizona State University", der "University of California" in Santa Cruz und dem französischen "Institut de Physique du Globe de Paris" im Fachjournal "Science" veröffentlicht.

Schon zuvor hatten Forscher einen erdähnlichen Aufbau des Mondkerns vermutet, waren sich jedoch uneins über dessen Ausmaße und Proportionen. Weitere Analysen der Daten soll nun dazu beitragen, ein noch genaueres Bild des inneren Aufbaus des Mondes zu erlangen. Zukünftige NASA-Missionen sollen hierzu auch neue Daten und Messwerte beitragen. Noch in diesem Jahr sollen die Zwillingssonden des "Gravity Recovery and Interior Laboratory" (GRAIL) zum Mond starten und aus einer Mondumlaufbahn heraus das Gravitationsfeld des Erdtrabanten neu und in bislang nicht gekannter Qualität vermessen. Von den Ergebnissen der GRAIL-Mission erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Informationen über den Aufbau den Mondes, Einblicke in Strukturen unterhalb der Oberfläche und in die thermale Geschichte des Erdtrabanten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Neue Art von Asteroiden entdeckt

Ein gewaltiger Krater markiert die Südseite des Kleinplaneten Vesta. Das Bild Vesta in einer Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble (o.l.), als Rekonstruktion aus Modellrechnungen (o.r.) und in der Höhenkarte (u.). | Copyright: Ben Zellner (Georgia Southern University) / Peter Thomas (Cornell University) / NASA

Katlenburg-Lindau/ Deutschland - Forscher der "University of North Dakota" und des "Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung" (MPS) haben eine neue Art von Asteroid entdeckt. Die mineralogische Zusammensetzung des Körpers "1999 TA10" deutet darauf hin, dass er nicht wie viele andere Asteroiden aus der äußeren Gesteinskruste, sondern aus dem Innern des Mutterasteroiden Vesta stammt. Ein Asteroid mit dieser Zusammensetzung war bisher unbekannt.

Wie die Astronomen im Fachmagazin "Icarus" berichten unterscheidet sich die 525 Kilometer große Vesta von allen anderen Kleinplaneten, die im sogenannten Hauptgürtel des Asteroidengürtels zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter um die Sonne kreisen, durch eine differenzierte innere Struktur. Eine Kruste aus erkalteter Lava überdeckt eine tiefer liegende Gesteinsschicht und einen Eisen-Nickel-Kern - ähnlich also, wie bei den Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars.

"Die Wissenschaftler", so die Pressemitteilung des MPS, "halten den zwiebelartig aufgebauten Asteroiden deshalb für einen Protoplaneten, ein Überbleibsel aus einer frühen Phase der Planetenentwicklung vor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren. Alle anderen Protoplaneten ballten sich nach und nach entweder zu Planeten zusammen oder zerbrachen durch heftige Zusammenstöße."

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In Form eines riesigen Kraters auf der Südseite des Himmelskörpers gibt es allerdings auch deutliche Hinwiese darauf, dass auch Vesta einen gewaltigen Aufprall erlebt hatte. "Die Vestoiden - eine Gruppe von Asteroiden, deren Zusammensetzung dem Krustengestein von Vesta gleicht - sind höchstwahrscheinlich bei dem diesen Krater verursachten Einschlag entstanden. Zudem glauben Forscher, dass die kosmische Kollision auch tiefer liegendes Material ins All schleuderte. Denn einige Meteoriten, die auf der Erde gefunden wurden, bestehen aus ähnlichem Gestein wie Vestas innere Schicht. Bisher blieben jedoch stets Zweifel an dieser Theorie - vor allem, weil sich im Weltraum kein vergleichbarer Körper aus Vestas Mantel fand."

Erst der kürzlich untersuchte erdnahe Asteroid "1999 AT10" schließt nun diese Lücke. Mithilfe eines Teleskops der amerikanischen Weltraumbehörde NASA auf Hawaii haben die Forscher die Infrarot-Strahlung analysiert, der Asteroid ins All reflektiert. In diesem Wellenlängenbereich hinterlassen die Gesteine, die für die Zuordnung zu Vesta in Frage kommen, im Spektrum charakteristischen Fingerabdrücke. Neben calciumhaltigem Wollastonit deuten die Messungen vor allem auf das eisenhaltige Ferrosilit hin.

"Diese Stoffe kommen zwar sowohl in der Kruste, als auch im Mantel von Vesta vor", sagt Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. "Entscheidend ist jedoch das Verhältnis." Im Fall von "1999 AT10" ist der atomare Eisengehalt deutlich geringer als etwa bei den bereits bekannten Vestoiden. "Vieles spricht dafür, dass wir es bei 1999 AT10 mit einem Stück aus dem Innern von Vesta zu tun haben", so Nathues.

Der Himmelskörper erlaube daher auch Rückschlüsse auf seinen Mutterasteroiden. Modelle der Oberfläche von Vesta, die auf Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble zurückgehen, beziffern die Tiefe des Südpolkraters mit maximal 25 Kilometern. Der neue Fund beweist nun, dass dies gleichzeitig der maximalen Dicke der äußeren Gesteinskruste entspricht.

Um die Vorgänge bei der Planetenbildung vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren zu rekonstruieren, sind Forscher darauf angewiesen, die Dicke von Vestas Schichten möglichst exakt zu bestimmen. Denn nur so lässt sich berechnen, aus welchem Materialgemisch der Protoplanet einst entstanden ist - und somit zeigen, welche Stoffe bei der Entstehung des Sonnensystems in welchem Verhältnis zur Verfügung standen.

Weitere Informationen über den Aufbau von Vesta erhoffen sich die Forscher nun von der DAWN-Mission der NASA (...wir berichteten). Schon im kommenden Sommer 2011 wird die Raumsonde, die seit 2007 durchs All fliegt, den Asteroiden erreichen und etwa ein Jahr lang begleiten. Mit an Bord sind zwei Weltraumkameras, die unter Leitung des "Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung" in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des DLR und des IDA entwickelt und gebaut wurden.

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Quellen: mpg.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Weiteres Massensterben: Zwei Millionen Fische verenden in Maryland, Hunderte Vögel in Kentucky, 50 in Stockholm und 40.000 Krabben an Englands Küste

Archiv: Amsel | Copyright: Malene Thyssen/GNU FDL

Baltimore/ USA - Nachdem am 29. Dezember mehr als 83.000 tote und sterbende Fische im Arkansas River im US-Bundesstaat entdeckt wurden, (...wir berichteten) sorgt nun ein weiterer bizarrer Vorfall in den USA für Aufsehen und Diskussionen: Rund zwei Millionen Fische wurden in der Chesapeake Bay, der größten Flussmündung in den USA tot aufgefunden. Im Gegensatz zu dem Massentod der Fische in Arkansas glauben Tiermediziner in Maryland jedoch eine Erklärung für den Vorfall gefunden zu haben. Zudem wurden weitere Fälle von massenhaften Tiertoden auch in anderen Ländern bekannt.

Wie das Umweltministerium von Maryland (The Maryland Department of the Environment) auf seiner Internetseite berichtet, sei zuvor die Wassertemperatur in der Bucht auf 0,5 Grad Celsius und damit unter die Tolleranzgrenze für die betroffenen Fischarten, vornehmlich junge Augenfleck-Umbern und einige Atlantische Menhaden, gesunken und sogenannter Kaltwasserstress habe zum Tod der Tiere geführt.

Wie die Behörde weiterhin mitteilte, ist der aktuelle Vorfall nicht das erste dokumentierte Massensterben von Fischen in der winterlichen Chesapeake Bay. Schon 1976 und 1980 waren sogar bis zu 15 Millionen Fische in der Mündung aufgrund zu kalter Wassertemperaturen verstorben. Dennoch sollen nun weitere Untersuchungen vor Ort weitere Klarheit über das Massensterben liefern.

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Derweil berichten US-Medien über einen weiteren Fall eines massenhaften Vogelsterbens - nun im Westen des US-Bundesstaates Kentucky. Hier wurden nahe Murray schon in der vergangenen Woche Hunderte toter Stärlinge, Wanderdrosseln und Stare gefunden. Wie schon zuvor in Beepe in Arkansas, Labarre in Louisiana und Falköping in Schweden (...wir berichteten 1, 2, 3) zeigte auch eine Untersuchung der toten Vögel, nun durch das "Kentucky Department of Fish and Wildlife", dass auch die dortigen Tiere nicht an Infektionen oder sonstigen Krankheiten litten.

Weitere Berichte über massenhaftes Fisch- und Vogelsterben liegen aus Brasilien und Neuseeland vor. Hinzu wurden an der britischen Küste mehr als 40.000 tote Krabben angespült. Auch in diesem Fall sollen kalte Wassertemperaturen verantwortlich sein. In Stockholm fielen dann am 5. Januar 50 Dohlen tot vom Himmel - auch hier ist die Todesursache noch unklar. Wissenschaftler glauben nicht an einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Ereignissen.

Auf einen möglichen Zusammenhang des immer noch ungeklärten Massensterbens der Vögel weist der Blog "2012spirit.de" hin: "Spaceweather.com vermeldete am 28.12.2010, dass sich ein geomagnetischer Sturm zusammengebraut hat. Das Magnetfeld der Sonne ist in den frühen Stunden des 28. Dezember nahe der Erde nach Süden gekippt und hat einen Riss im Magnetfeld der Erde verursacht. Die einfliegenden solaren Winde können rund um den Polarkreis helle Polarlichter verursachen." Derartige Risse im Magnetfeld der Erde können gewaltige Ausmaße annehmen und über längere Zeit geöffnet bleiben (...wir berichteten). Da sich Vögel unter anderem am Erdmagnetfeld orientieren, könnte vielleicht hierin eine Erklärung für das plötzliche Fehlverhalten der Tiere, das Experten für deren Schicksal verantwortlich machen, liegen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mde.state.md.us / kdfwr.state.ky.us / 2012spirit.de / aftonbladet.se / mirror.co.uk
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