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Montag, 10. Januar 2011

"Royal Society"-Publikation fordert UNO-Kommission für den Kontakt mit Außerirdischen

Archiv: Das Logo der UNOOSA | Copyright: unoosa.org

London/ England - In Artikeln der aktuellen Sonderpublikation zur Konferenz der altehrwürdigen britischen Gelehrtengesellschaft "Royal Society" (RS) zu Fragestellungen rund um die wissenschaftlichen und soziologischen Implikationen von außerirdischem Leben, fordern einige der beteiligten Wissenschaftler und Experten, dass sich die Vereinten Nationen (UN) auf die Auswirkungen der Entdeckung von außerirdischem Leben und Intelligenzen vorbereiten sollten. Die Forderung zur Einsetzung einer UN-Kommission zur Vorbereitung auf einen derartigen "First Contact" wird darin teilweise sogar derart deutlich ausgesprochen, dass ein Lesen zwischen den Zeilen gar nicht mehr notwendig ist.

Diese Vorbereitung auf den Erstkontakt müsse in einem koordinierten Aktionsplan der Weltregierungen liegen, da schlussendlich auch nicht sicher sei, dass mögliche fremde Besucher in friedlicher Absicht Kontakt aufnehmen.

"Jetzt stellt sich die Frage, ob ein entsprechender Prozess auf dem Ratschlag von seriösen und verantwortungsvollen Wissenschaftlern basiert oder ob Machtinteressen und Opportunismus das Vorgehen bestimmen", so Professor John Zarnecki von der "Open University" und Dr. Martin Dominik von der "University of St. Andrews" in ihrem einführenden Artikel zur aktuellen Ausgabe der RS-Fachzeitschrift "Philosophical Transactions of the Royal Society A" (February 13, 2011, 369) mit dem Titel "The detection of extra-terrestrial life and the consequences for science and society" (Die Entdeckung außerirdischen Lebens und deren Konsequenzen für Wissenschaft und Gesellschaft).

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Zugleich fordern die Autoren ein "Netzwerk wahrhaft globaler Anstrengungen, die von einer internationalen politisch legitimierten Institution gesteuert werden" und schlagen hierfür den "Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums" (Committee on the Peaceful Uses of Outer Space, COPUOS) des "Büros der Vereinten Nationen für Weltraumfragen" (UNOOSA) als Vorbild vor.

Titelbild der aktuellen Ausgabe der "Philosophical Transactions of the Royal Society A" | Copyright/Quelle: rsta.royalsocietypublishing.org

Eine solche Kommission solle "Supra-irdische Angeleinheiten" als Ziel definieren und Strukturen und Einrichtungen ins Leben rufen, wie sie bereits zur Koordination von erdnahen und potentiell die Erde bedrohenden Objekten wie Asteroiden vorgeschlagen wurden bzw. bereits existieren.

Der Evolutionspaläontologe Simon Conway Morris von der "Cambridge University" warnt in seinem Beitrag sogar davor, dass man sich angesichts eines Kontakts mit Außerirdischen sogar auf das Schlimmste vorbereiten müsse, schließlich sei es wahrscheinlich, dass sich das Leben auch auf anderen Planeten nach darwinistischen Evolutionsprinzipien entwickelt habe. Je größer die Ähnlichkeiten entsprechender Lebensformen mit jenen der Erde und somit auch uns Menschen seien, desto wahrscheinlicher sei es auch, dass sie auch eine Tendenz zu Gewalt und Ausnutzung (anderer) entwickelt haben.

Da alle (irdischen) Religionen an einem geozentrischen Weltbild ausgerichtet seien, befürchtet der Theologe Ted Peters vom "Pacific Lutheran Theological Seminary" in Kalifornien, dass ein Kontakt mit Außerirdischen zu einem Zusammenbruch der Glaubenssysteme führen könnte. Zugleich zeigt er sich jedoch zuversichtlich, dass die Erkenntnis außerirdischen Lebens jedoch auch zu einer positiven und horizonterweiternden Neuerung in den Religionen führen könne. Tatsächlich haben sich gerade Vertreter der katholischen Kirche schon lange hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens positioniert und erklärt, das dessen Existenz nicht im Widerspruch zum Glauben an die göttliche Erlösung. Schließlich zähle auch Leben jenseits der Erde zum Universum und somit auch zur göttlichen Schöpfung (...wir berichteten).

Mazlan Othman | Copyright/Quelle: iisd.ca

Bereits vor, während und nach der Konferenz im vergangenen Herbst sorgte unter anderem die Teilnahme der Astrophysikerin und UNOOSA-Direktorin Mazlan Othman (s. Abb.) für Spekulationen über deren bevorstehende offizielle Ernennung zur UNO-Botschafterin für außerirdische Angelegenheiten (...wir berichteten 1, 2). Entsprechenden Berichten wurde von der UNOOSA jedoch umgehend widersprochen und erklärt, das Mandat der UNOOSA werde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen definiert und es gäbe hier keine Pläne, das derzeitige Mandat abzuändern.

Tatsächlich positioniert jedoch auch Othman in Ihrem jetzigen Beitrag die UNOOSA bzw. COPUOS als Vorbild für die Einrichtung einer UN-Kommission zur Vorbereitung und Koordination des Erstkontakts mit Außerirdischen und plädiert für deren Einrichtung.

- Alle Artikel der aktuellen Ausgabe der "Philosophical Transactions of the Royal Society A" finden Sie HIER

+ + + WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA + + +

Verwirrung um angebliche Ernennung eines UNO-Vertreters für den Kontakt mit Außerirdischen

28. September 2010
Offizielles UNOOSA-Dementi zur angeblichen Ernennung eines UNO-Vertreters für den Kontakt mit Außerirdischen
29. September 2010

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / royalsociety.org

Studie zu übersinnlicher Vorahnung sorgt für Empörung unter Wissenschaftlern

Mysterium Hirn und Bewusstsein (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Ithaca/ USA - Eine vom angesehenen Fachmagazin "Journal of Personality and Social Psychology" zur Veröffentlichung akzeptierte Studie des ebenfalls angesehenen US-Psychologen Dr. Daryl J. Bem sorgt erwartungsgemäß schon vor ihrer Publikation für einen empörten Aufschrei in der Gemeinde konservativer Naturwissenschaftler - behauptet Bem doch, in seinen Studien einen wissenschaftlichen Nachweis dafür erbracht zu haben, dass unser Gehirn die Fähigkeit besitzt, nicht nur die Vergangenheit zu reflektieren, sondern auch zukünftige Ereignisse vorherzusehen (...wir berichteten vorab).

Nachdem eine Vorabveröffentlichung der Studie in Wissenschaftskreisen publiziert wurde, hat deren angesetzte Veröffentlichung in einem der höchst angesehenen Psychologie-Journale in den vergangenen Wochen teilweise für Empörung, jedoch zumindest zu hitzigsten Diskussionen unter Kollegen und Wissenschaftsvertretern gesorgt.

In seiner Studie beschreibt der emeritierte Professor von der "Cornell University" (CU) insgesamt neun Experimente, die er in den vergangenen zehn Jahren durchgeführt hatte und deren Ergebnisse und dabei beobachteten Effekte nahe legen, dass selbst gewöhnliche Menschen in der Lage sind, zukünftige Ereignisse vorherzusehen - bewusst oder unbewusst (...wir berichteten).

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"Das ist eine absolute Verrücktheit. Ich kann es nicht glauben, dass eines der wichtigsten Journale eine solche Arbeit akzeptiert. (...) Das ist eine große Peinlichkeit für den gesamten Forschungszweig", ereifert sich beispielsweise der ebenfalls emeritierte Psychologieprofessor von der "University of Oregon" Ray Hyman gegenüber der "New York Times".

Der Chefredakteur des Fachmagazins, der Psychologe Charles Judd von der "University of Colorado", verteidigt hingegen die Entscheidung zur Veröffentlichung: "Vier Gutachter haben die eingereichte Studie überprüft und ihre Kommentare zu dem Manuskript abgegeben. Hierbei handelt es sich um vertrauenswürdige Kollegen und alle vier haben entschieden, dass der Artikel die Standards unseres Journals erfüllen."

Indes geht der Hyman sogar soweit, Bem einen Schwindel zu unterstellen - Bem habe schließlich einen großartigen Sinn für Humor: "Ich würde nicht ausschließen, dass es sich hierbei um einen ausgefeilten Scherz handelt."

Deutlich seriöser setzten sich hingegen die Kritiker von Bems Studie in der ebenfalls im Fachmagazin veröffentlichten Kritik mit den Ergebnissen und deren Interpretation auseinander. Die Autoren um Eric-Jan Wagenmakers von der "Universiteit van Amsterdam" haben Bems umfangreiche Datensätze einer erneuten statistischen Überprüfung unterzogen und sehen darin keinen Beweis für die Fähigkeit zur Vorahnung. Die angewandten Statistik-Methoden und -techniken seien demnach zu schwach, zu dehnbar und erlauben zudem nicht nur die eigene, sondern auch die Verwirrung anderer Forscher, so die Kritik.

Entsprechende Kritik geradezu "vorhersehend" hat Bem seine Experimente nach bester wissenschaftlicher Praxis jedoch absichtlich derart angelegt, dass die auch von anderen Wissenschaftlern wiederholt werden können. Dieser Aufforderung sind tatsächlich auch schon drei einige Kollegen gefolgt, erklärten jedoch, dass sie nicht in der Lage waren, Bems Ergebnisse zu reproduzieren. Weitere von Bem unabhängige Überprüfungen seiner Experimente stehen derweil noch aus: "Ich habe hunderte von Anfragen nach meinen Daten und Materialien erhalten, die meine Experimente überprüfen wollen", so Bem.

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Präkognition: Haben Psychologen Beweise für übersinnliche Vorahnung gefunden?
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Neue Studie untersucht Déjà-vu-Phänomen
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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nytimes.com

Wikileaks veröffentlicht erste US-Cable-Dokumente mit UFO-Bezug

Kollage: WikiLeaks-Gründer Julian Assange | Copyright: WikiLeaks, (wikileaks.ch / http://213.251.145.96)

Oslo/ Norwegen - Erst im vergangenen Dezember hatte der Gründer und Herausgeber der Internet-Nachrichten-Plattform "Wikileaks" angekündigt, dass unter den mehr als 250.000 mehrheitlichen eigentlich geheimen Depeschen der US-Diplomaten (Cable-Gate) auch Dokumente mit Verweisen auf das UFO-Thema zu finden seien (...wir berichteten 1, 2) . Jetzt wurden in den erst rund 2000 veröffentlichten "Cables" die ersten Dokumente mit entsprechendem Inhalt veröffentlicht.

Insgesamt stießen die Journalisten der norwegischen Tageszeitung "Aftenposten" (Aftenposten.no) auf insgesamt 16 Dokumente, in welchen das Kürzel "UFO" genannt wird. "In den meisten Fällen, handelt es sich jedoch um Namenskürzel von Organisationen, die jedoch gar nichts mit 'unidentifizierten Flugobjekten' zu tun haben."

In fünf Cable-Dokumenten ist dann aber dennoch von UFOs im eigentlichen Sinn die Rede. Von wirklichem Interesse für UFO-Interessierte und -Forscher dürfte jedoch lediglich der Inhalt einer der fünf Diplomatennotizen sein.

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In den anderen vier Unterlagen werden UFOs entweder lediglich als Randnotiz oder Bemerkung erwähnt; wenn es etwa um die Vorhersage eines nicht eingetretenen Tsunamis im Jahre 2006 durch den angeblichen UFO-Entführten und Autor Eric Julien ging, der damals Casablanca zerstören sollte und unter den Anwohnern für Panik sorgte. In einem anderen Fall handelt es sich lediglich um eine Art Presserundschau des US-Botschafters in Tokio, in welchem die persönlichen Äußerungen des japanischen Regierungssprechers Nobutaka Machimura über eine außerirdische Herkunft der UFOs (...wir berichteten 1, 2) zu Wort kommen. Ein drittes Dokument erwähnt beiläufig das Treffen einer Gruppe von UFO-Interessierten, während es in einem weiteren Dokument um die Behauptung der Raelianer-Sekte geht, die 2003 behaupteten, erfolgreich einen Menschen geklont zu haben.

Lediglich die Ausführungen der ehemaligen US-Botschafterin in Minsk, Karen Steward, über den Hinweis des heutigen Verteidigungsministers von Weißrussland (Belarus) und ehemaligen Chefs des weißrussischen Geheimdienstes (BKGB) Yuriy Zhadobin aus dem Jahr 2007, geben Hinweise auf die Erforschung grenzwissenschaftlicher bzw. paranormaler Phänomene in der ehemaligen Sowjetunion.

Der weißrussische Verteidigungsminister Yuriy Zhadobin | Copyright/Quelle: mod.mil.b

Die Depesche zitiert einen Kommentar Zhadobins wie folgt:

"Im Gegensatz zu den Zeiten der UDSSR, beschäftigt sich das Ministerium nicht (mehr) mit der Erforschung von paranormalen Phänomenen. Damals hatten wir noch größere Mittel und Möglichkeiten, die wir für Alles und Nichts einsetzten konnten. Heute ist diese Situation anders. Damals war alles, was auch die breite Öffentlichkeit/Gesellschaft interessierte, auch für uns interessant. Wenn es (heute) aber um Heiler, UFOs und Ähnliches geht, können wir uns damit nicht mehr beschäftigen."

("Unlike during the USSR, the department is not engaged in studying paranormal phenomena. [Back then,] we had greater means and opportunities which we could spend on anything and everything. Today the situation is different. Then, when society was excited by something, it entered our sphere of interest. But when it comes to healers, UFOs and such, we just can´t deal with them any more.")

Damit bestätigt Zhadobins jedoch lediglich das bereits bekannte und zuvor schon von anderen Regierungsinsidern und Militärs aus Sowjetzeiten berichtete Szenario, wonach zu Zeiten der UDSSR Geheimdienste und Militärs ein reges Interesse an der Erforschung grenzwissenschaftlicher Phänomene zeigten und es zahlreiche Geheimprojekte dazu gab.


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WikiLeaks: Julian Assange kündigt Hinweise auf UFOs in den noch zu veröffentlichenden Cablegate-Dokumenten an
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Kontroverse um Aussagekraft zukünftiger UFO-Informationen in WikiLeaks' Cablegate

6. Dezember 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / wikileaks http://213.251.145.96 / aftenposten.no

Peru: Zwei Zeugenvideos zeigen möglicherweise großes UFO über Lima

Kontrastverstärktes Standbild aus einem der beiden Zeugenvideos | Copyright/Quelle: atv.com.pe

Lima/ Peru - Mit zwei von einander entfernt positionierten Videokameras haben Bewohner von Barrios Altos, einem Vorort der peruanischen Hauptstadt Peru, in der Nacht des 4. Januar 2011 fast 30 Minuten lang eine bislang unidentifizierte Erscheinung am Himmel gefilmt, wie sie den klassischen Vorstellungen von UFOs sehr nahe kommt.

Die Aufnahmen, aus welchen der peruanische Sender ATV (Andina de Radiodifusion y Television) nun erstmals Ausschnitte zeigte, zeigen ein am 19:30 Uhr gefilmtes längliches Objekt am Nachthimmel dessen Seite von blinkenden Lichtern umrundet zu werden scheint.

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Wie der Sender berichtet, glaubt der peruanische UFO-Forscher Mario Zegarra schon jetzt an die Authentizität der Videoaufnahmen, die aufgrund der unterschiedlichen Positionen das Objekt also auch aus unterschiedlichen Winkeln zeigen. Jetzt hoffen die Forscher um Zegarra, durch eine Zusammenarbeit mit dem internationalen Flughafen von Lima, dem "Aeropuerto Internacional Jorge Chávez", ergründen zu können, um was es sich bei der Erscheinung bzw. bei dem Objekt gehandelt hatte.


Quellen: inexplicata.blogspot.com / grenzwissenschaft-aktuell.de / atv.com.pe / rpp.com.pe
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