Massive Sonneneruptionen auf Roten Zwergen bedrohen mögliches Leben auf ihren Planeten (Illu.) | Copyright: NASA, ESA, and G. Bacon (STScI)Baltimore/ USA - Bislang galten Vertreter des häufigsten Typus von Sternen, sogenannte Rote Zwerge aufgrund ihres relativ hohen Alters von meist mehr als 10 Milliarden Jahren als hoffnungsvolle Kandidaten für Leben auf potentiellen diese Zwergsterne umkreisenden Planeten. Eine neue Studie kratzt nun jedoch an diesem lebensfreundlichen Image und vermutet, dass auffallend häufige und gewaltige Eruptionen dieser fernen Sonnen potentiellem Leben auf ihren Planeten schaden könnten.
Eine Analyse des Lichts von rund 215.000 Roten Zwergen, der am meisten vorkommenden Art von Sternen in unserer Galaxie, durch Wissenschaftler um Rachel Osten vom "Space Telescope Science Institute" und Adam Kowalski von der "University of Washington" hat gezeigt, dass auf diesen Sternen Sonneneruptionen in allen Größenordnungen vergleichsweise häufig sind. Ihre Ergebnisse haben die Forscher aktuell auf dem Jahrestreffen der "American Astronomical Society" erstmals präsentiert.
Besonders vor dem Hintergrund der erst kürzlichen Entdeckung, wonach es deutlich mehr Rote Zwerge im Universum gibt als bislang angenommen (...wir berichteten) und Forscher damit auch eine gestiegene Wahrscheinlichkeit von außerirdischem Leben auf Planeten um die alten Sterne verbanden, ist die neue Studie von Bedeutung.
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Die bei den zahlreichen Eruptionen entfesselten geladenen Partikel könnten auf den die roten Zwergsterne umkreisenden Planeten mit potentiell vorhandenen Atmosphären reagieren, wenn sie etwa darin enthaltenes Ozon zerstören und damit die Oberfläche starker ultravioletter Strahlung, Röntgenstrahlung und anderen geladenen Partikeln aussetzen, wie sie DNA und somit Lebensformen nach irdischem Vorbild schädigt.
In den Daten des Hubble-Weltraumteleskops fanden die Forscher alleine in einer kleinen Himmelsregion in nur sieben Nächten mehr als 100 hochenergetische Eruptionen, sogenannte Flares (chromosphärische Eruptionen). Einige davon waren sogar derart stark, dass sie die Helligkeit ihrer Sterne kurzfristig um bis zu 10 Prozent erhöhten. Die durchschnittliche Dauer der beobachteten Ausbrüche lag bei 15 Minuten und einige Sterne produzierten sogar mehrere Flares zur gleichen Zeit. Im Vergleich zu unserer Sonne, deren Sonnenflecken die Oberfläche nur zu rund einem Prozent bedecken, nehmen diese Aktivitätszonen auf den deutlich kleineren Roten Zwergen teilweise bis zu 50 Prozent der Oberfläche ein.
"Derart gewaltige Ausbrüche bedeuten für mögliches Leben auf Planeten im Umfeld dieser Sterne nichts Gutes", zitiert die BBC den Experten für Exoplaneten Geoff Marcy von der "Universty of California". Tatsächlich scheinen also gerade die am häufigsten vorkommenden Sterne gleichzeitig auch eine große Bedrohung für Leben auf ihren Planeten darzustellen.
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3. Dezember 2010
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / hubblesite.org / astro.washington.edu / bbc.co.uk


