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Donnerstag, 20. Januar 2011

Grabkammer des Tutanchamun soll für immer geschlossen werden

Die Totenmaske des Tutanchamun | Copyright: Jon Bodsworth

Kairo/ Ägypten - Weil die Besuchermassen im und am Grabmal des Pharaos Tutanchamun immer mehr Schäden verursachen, soll die legendäre Grabkammer schon bald für immer geschlossen werden. Zukünftige Touristen sollen dann nur noch eine detailgetreue Kopie des prächtig dekorierten Grabes begehen können.

Wie der Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde, Dr. Zahi Hawass, erklärte soll sohl das Grabmal des Tutanchamun (KV62) gemeinsam mit einer weiteren Grabkammer im Tal der Könige schon Ende 2011 für Touristen für immer geschlossen werden. Eine detailgetreue Kopie der Grabkammer des Tutanchamun, so berichtet Mike Pitts vom Fachmagazin "British Archaeology", sei schon in Auftrag gegeben.

Hauptproblem für die aufwendig bemalten Wände ist die Feuchtigkeit, wie sie mit teilweise mehr als tausend Besuchern pro Tag in die Grabkammer gelangt und hier die rund 3.300 Jahre alte Farbe zu bröckeln bringt.

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Ähnliche Probleme sorgten bereits zuvor für die Schließung vergleichbarer archäologischer Stätten wie etwa die für ihre Höhlenmalereien bekannten Höhlen nahe Lasceaux, die seit den 1980er Jahren nur noch als Kopie begangen werden können. Auch Stonehenge in England kann seit 1977 von den täglichen Besuchermassen nur noch in einem Sicherheitsabstand umrundet werden. Nur in eingeschränkten Ausnahmefällen können vorab gebuchte, kleine Besuchergruppen die Steine selbst zu begehen und direkt zu berühren.

In einem Kommentar für den britischen "Guardian" erklärt Pitts jedoch dass die Kopie des Tutanchamun-Grabes zugleich auch eine Chance für zukünftige Besucher und sogar für die Forschung darstellt: "Das großartige an der derzeit produzierten Kopie wird ihre Qualität sein, wie sie mit den heutigen Technologien hergestellt werden kann. Dadurch werden zukünftige Besucher die Möglichkeit haben, Details in bester Ausleuchtung und aus direkter Nähe betrachten zu können. Die Kopie wird sogar derart detailgenau, dass ihre Erstellung und das Ergebnis auch neue Rückschlüsse auf das Original zulassen werden. Das Faksimile ist Teil eines faszinierenden Forschungsprojekts sein."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / guardian.co.uk
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