https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Donnerstag, 27. Januar 2011

Long Wavelength Array: 13.000 Antennen suchen nach Signalen aus dem All

Die Antennen der LWA-1 Station in New Mexico | Copyright: LWA Project (at UNM) / NASA

Pasadena/ USA - Mit ihrer Fertigstellung soll die derzeit im Bau befindliche "Long Wavelength Array" aus mehr als 13.000 Antennen auf einer Fläche von rund 400 Kilometern Durchmesser bestehen und den Himmel nach einer Vielzahl von Radiosignalen unterschiedlicher Wellenlängen absuchen. Neben natürlichen Quellen dieser Signale, erhoffen sich die Wissenschaftler mit der Anlage auch neue Exoplaneten und vielleicht sogar intelligente Signale einer außerirdischen Zivilisation zu entdecken.

Die Radioteleskopanlage befindet sich im US-Bundesstaat New Mexico und soll schlussendlich aus insgesamt 53 Stationen bestehen. Bislang existieren erst 256 Antennen auf dem Gebiet der ersten Station "LWA-1" (s. Abb.). Geleitet von der "University of New Mexico" (UNM) wird das Projekt von "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA mit elektronischem Equipment und zusätzlichem Know-how ausgestattet.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Schon im kommenden Sommer soll "LWA-1" ihren Betrieb aufnehmen und dann hochauflösende Radioaufnahmen des Himmels liefern. "Diese Bilder können dann eine Vielzahl von Radiowellen abbilden, wie sie von fernen Planeten jenseits des Sonnensystems stammen und könnten die Grundlage für eine neue Methode sein, solche sogenannten Exoplaneten zu entdeckten", so Joseph Lazio vom JPL.

Zugleich sollen die Antennen aber auch eine Vielzahl anderer kosmischer Phänomene aufspüren. "Wir werden ganz besonders nach kurzlebigen Lichtblitzen Ausschau halten. Diese Blitze können dann alles Mögliche sein: Explosionen auf der Oberfläche naher Sterne, dem Todeskampf entfernter Sterne, explodierende Schwarze Löcher oder aber auch gezielt gesendete Signale einer anderen Zivilisation (Stichwort OSETI)."

Panorama-Luftbild der LWA-1 Anlage | Copyright: LWA Project (at UNM) / NASA

Die Anlage wird innerhalb der Radiofrequenzen von 20 bis 80 Megahertz und damit Wellenlängen von 15 bis 3,8 Metern operieren und damit einige der noch am wenigsten erforschten Teile des elektromagnetischen Spektrums erfassen.

"Da die Natur viel schlauer ist, als wir, kann es durchaus sein, dass wir mit der 'Long Wavelength Array' Dinge finden, von denen wir bislang noch nicht einmal eine Vorstellung haben, dass es sie gibt", so Lazio.

Neben den US-Amerikanern bauen auch europäische Staaten derzeit ein Großflächen-Radioteleskop auf. Auch die "Low Frequency Array" (LOFAR) soll sich an der Suche nach außerirdischen Signalen beteiligen und überspannt mit schlussendlich 44 Sammelstationen eine Distanz von rund 1000 Kilometern, was einer zusammengenommenen Teleskopfläche von rund 0,5 Quadratkilometern entspricht (...wir berichteten).

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
SETI-Astronom: Intelligente Alien-Signale schon binnen 25 Jahren
19. August 2010

Europäisches Riesenteleskop sucht nach Signalen von Außerirdischen
13. April 2010

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Hawass widerspricht: Grab des Tutanchamun bleibt vorerst geöffnet

Die Totenmaske des Tutanchamun | Copyright: Jon Bodsworth

Kairo/ Ägypten - Nachdem Berichte über eine Schließung der Grabkammer des Kindpharaos Tutanchamun schon Ende diesen Jahres vorwenigen Tagen für Aufsehen gesorgt hatte (...wir berichteten), hat der Generalsekretär der ägyptischen Altertumsverwaltung, Dr. Zahi Hawass entsprechenden Meldungen zumindest teilweise widersprochen.

In einem Interview mit "Discovery News" erklärte Hawass, das Grabmal des Tutanchamun (KV62) werde zumindest mittelfristig noch nicht geschlossen. "Bei der Schließung und Eröffnung detailgenauer Kopien. Es handele sich vielmehr um einen Langzeitplan, über den noch nicht abschließend entschieden wurde."

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Rund 10 Millionen Dollar setzt Hawass für die Herstellung des sogenannten "Tal der Repliken" an, in dem neben der Grabkammer des Tutanchamun auch weitere Grabmale aus dem "Tal der Könige" im Detail kopiert werden sollen, um sie - nach der Schließung der Original zu deren Schutz - den Touristen zugänglich zu machen.

Neben dem Grab des Tutanchamun sollen unter anderem auch die Grabmale von Sethos I. und der Nofretete auch nach deren offiziellen Schließung weiterhin für zahlungskräftige Touristen geöffnet werden. Derzeit kursiert hierzu eine Summe von 8.500 Dollar pro Person als zukünftiges Eintrittsgeld.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Grabkammer des Tutanchamun soll für immer geschlossen werden

20. Januar 2011

DNA-Analyse: Forscher identifizieren Eltern Tutanchamuns
17. Februar 2010
Neues unbekanntes Grab in Tal der Könige entdeckt

12. März 2008
Das Gesicht des Tutanchamun
5. November 2007
Zahi Hawass dementiert heftig: "Tutanchamun war nicht schwarz!"
29. September 2007

Bücher zum Thema:


- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / news.discovery.com

Astronomen entdecken bislang älteste Galaxie

Das Licht der Galaxie "UDFj-39546284" hat eine Reise von 13,2 Lichtjahren zurückgelegt. Damit handelt es sich um die weit entfernteste und somit älteste bislang bekannte Galaxie im Universum | Copyright: NASA, ESA, Garth Illingworth (UC Santa Cruz), Rychard Bouwens (UC Santa Cruz and Leiden University) and the HUDF09 Team.

Santa Cruz/ USA - Astronomen der "University of California in Santa Cruz" (UCSC) haben mit dem Weltraumteleskop "Hubble" bis bislang am weitesten entfernte und damit älteste Galaxie im Universum entdeckt. Mit der Entdeckung haben die Astronomen die Grenzen der Möglichkeiten des Weltraumteleskops erneut deutlich verschoben, befindet sich die entdeckte Galaxie doch rund 13, 2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - ihr Abbild stammt also aus einer Zeit rund 480 Millionen Jahre nach dem Urknall, als das Universum erst vier Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Damit kommen wir den wirklich ersten Galaxien überhaupt immer näher, die zwischen 200 und 300 Millionen Jahren nach dem Urknall entstanden sind", erläutert der Astrophysiker Professor Garth Illingworth von der UCSC. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature" haben Illingworth und sein Kollege Rychard Bouwens (mittlerweile an der holländischen "Universiteit Leiden") ihre Erkenntnisse veröffentlicht.

Mit der "Wide Field Planetary Camera 3" (WFC3) an Bord des Weltraumteleskops konnten die Forscher dramatische Veränderungen in den Galaxien in der Zeit zwischen 480 und 650 Millionen Jahren nach dem Urknall feststellen. Innerhalb dieser 170 Millionen Jahren hat sich etwa die Anzahl der Sternentstehungen um das Zehnfache gesteigert.

Auch in der Anzahl der Anzahl der Galaxien fanden die Astronomen erstaunliche Veränderungen. "Unsere früheren Beobachtungen hatten 47 Galaxien aus einer etwas späteren Zeit aufgezeigt, als das Universum ungefähr 650 Millionen Jahre alt war", so Illingworth. "Aber 170 Millionen Jahre früher konnten wir nur diesen einen Galaxienkandidaten finden. Das Universum hat sich also sehr schnell in dieser kurzen Zeit verändert." Zum ersten Mal sind Astronomen nun in der Lage, realistische Aussagen über die Anzahl der Galaxien während dieser Phase zu machen.

Die Datierung des nun entdeckten Galaxienkandidaten mit der Bezeichnung "UDFj-39546284" gelang den Astronomen durch die Analyse des Lichts der Galaxie. Mit der Ausdehnung des Universums entfernen sich die Galaxien zusehends voneinander. Hierbei vergrößert sich auch die Wellenlänge und verschiebt sich in den Rotbereich des Lichts. Je länger das Licht also braucht, desto stärker ist diese sogenannte Rotverschiebung. Bei "UDFj-39546284" liegt nun eine Rotverschiebung von 10,3 vor, was 13,2 Milliarden Jahren entspricht.

Um Galaxien mit einer Rotverschiebung von deutlich mehr als 10 abbilden zu können, müssen Astronomen auf den Hubble-Nachfolger warten. Erst mit dem "James Webb Space Telescope" (JWST) wird dies möglich sein. Wann genau das Weltraumteleskop jedoch starten soll, steht aufgrund von Kostenexplosionen bislang noch buchstäblich in den Sternen (...wir berichteten).

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

James Webb Weltraumteleskop: Kostenexplosion verzögert Start von Hubble-Nachfolger möglicherweise um Jahre

12. November 2010

Bücher zum Thema:

- - -

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / ucsc.edu
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE