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Freitag, 28. Januar 2011

US-Verteidigungsministerium sucht "unidentifizierte Objekte, die plötzlich und mit unbekannter Absicht im Erdorbit erscheinen"

Archiv: Das Hubble-Weltraumteleskop im Erdorbit | Copyright: NASA

Washington/ USA - Die "Defense Advanced Research Projects Agency" (DARPA) führt im Namen des US-Verteidigungsministeriums eine Vielzahl von Forschungs-Projekten durch und gilt unter Kennern als visionäre Entwicklungsschmiede der neusten Waffen- und Aufklärungstechnologien des "United States Department of Defense" (DoD). Aus einem Dokument der auch als "Abteilung der verrückten Wissenschaftler" bezeichneten Behörde geht auch eine merkwürdige Bestimmung eines Teleskops hervor, das "unidentifizierte Objekte die plötzlich mit unbekannter Absicht im Erdorbit erscheinen" finden soll.

In dem bereits im März 2003 erstellten Bericht der DARPA wird (auf Seite 5) auch die Entwicklung des "Space Surveillance Telescope" (SST) skizziert: "Das 'Space Surveillance Telescope'-Programm entwickelt ein bodengestütztes optisches Blendenteleskop, mit dem nach sehr schwachen Objekten in einem geosynchronen Orbit gesucht werden kann. Es wird es uns ermöglichen, unidentifizierte Objekte die plötzlich und mit unbekannter Absicht (unbekanntem Zweck) im Erdorbit erscheinen, zu identifizieren und einzuschätzen."

(Original: The Space Surveillance Telescope program is developing a ground-based, wide-aperture, deep field-of-view optical telescope to search for very faint objects in geosynchronous orbit. It will enable us to identify and assess unidentified objects that suddenly appear in orbit with unknown purpose.)

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Konzeptstudie des Space Surveillance Telescope | Copyright/Quelle: DARPA.mil

Wie Kim Burrafato auf der Internetseite des in konservativ-wissenschaftlichen Kreisen umstrittenen Physikers Jack Sarfatti "Stardrive.org" kommentiert, könne sich die Umschreibung "...unidentifizierte Objekte die plötzlich mit unbekannter Absicht (unbekanntem Zweck) im Erdorbit erscheinen" entweder nur auf Objekte beziehen, die von der Erde aus in den Erdorbit gestartet wurden, oder aber auf Objekte, die aus dem All in einen Erdorbit eintreten. "Ganz bestimmt findet diese Umschreibung aber keine Anwendung auf Meteore oder Asteroiden, da keines dieser Objekte eine Absicht (bzw. einen Zweck) verfolgt noch in einen Erdorbit eintritt."

Was also sind diese Objekte, die mit dem SST geortet und identifiziert werden sollen? Interessanterweise findet sich sie kuriose Umschreibung auf der aktuellen DARPA-Internetseite zum "Space Surveillance Telescope" nicht mehr. Hier heißt es nur noch, dass die Entwicklung des SST u. a. zur Asteroiden-Suche und für "Weltraumverteidigungs-Missionen" genutzt werden soll. Alles also doch nur eine Frage von Wortwahl und deren Interpretation...?

- Das DARPA-Dokument können Sie HIER als PDF herunterladen

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / darpa.mil / stardrive.org



Zweiter Kornkreis in Indonesien entdeckt - Weitere Informationen und Untersuchungsergebnisse auch zum ersten Kornkreis

Zweiter indonesischer Kornkreis in einem Reisfeld nahe Bantul, Yogyakarta. (Die unterschiedlich farbigen Streifen des Feldes rühren vom unterschiedlichen Reifegrad der Reispflanzen her.) | Copyright: Cundoko

Bantul/ Indonesien - Nur zwei Tage nachdem in einem Reisfeld nahe dem Dorf Sleman auf der indonesischen Insel Java ein großes Kornkreismuster entdeckt wurde und landesweit und international für Interesse sorgte (...wir berichteten 1, 2), wurde nur fünf Kilometer entfernt ein weiterer Kornkreis entdeckt. Derweil glaubt die indonesische Raumfahrtagentur "LAPAN" Beweise dafür gefunden zu haben, dass beide Kornkreisformationen von Menschenhand angelegt wurden.

Während aus indonesischen Medienberichten hervorgeht, dass der am 25. Januar gemeldete Kornkreis bei Bantul in Wirklichkeit der erste Kornkreis war und bereits vor 10 Tagen erstmals entdeckt wurde, hat die indonesische Raumfahrtagentur "Lembaga Penerbangan Dan Antariksa Nasional" (LAPAN) erklärt, Beweise dafür gefunden zu haben, dass es sich bei beiden Kornkreisen um Fälschungen aus Menschenhand handelt.

Weitere Ansicht des Kornkreises nahe Bantul, gemeldet am 25. Januar 2011 | Copyright: Kompass/Ferganata Indra Riatmoko

Die Tageszeitung "Jakarta Post" zitiert die LAPAN-Wissenschaftlerin Sri Kaloka Prabotasari, mit den Worten, man habe in Sleman Fußabdrücke, zudem gebrochene und zertretene Pflanzen und ein 25 Zentimeter tiefes Loch im Zentrum des Musters, gefunden, das wahrscheinlich von einem Rohr herrühre und wohl ein Konstruktionsseil gehalten habe.

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Im Falle des Kornkreises von Bantul sei die Sachlage noch offenkundiger gewesen: "Wir haben entdeckt, dass der Radius des Kreises nicht überall gleich ist. Auf einer Seite beträgt er 2,1 Meter, auf der gegenüberliegenden 2,5. Dieser Kornkreis ist ganz bestimmt menschengemacht."

Die lokale Polizei geht aufgrund dieser Einschätzung mittlerweile von Vandalismus aus und droht den mutmaßlichen Fälschern mit Strafen von bis zu zwei Jahren und acht Monaten Haft.

Die LAPAN-Forscher stützen ihre Einschätzung auch auf Luftbilder, die von Forschern der "University of Gadjah Mada" (UGM) gemacht wurden und die geometrischen Unregelmäßigkeiten deutlich aufzeigen sollen.

Luftbild des Kornkreises von Sleman, entdeckt am 23. Januar 2011 | Copyright/Quelle: Circle Chasers / potretudara.com / geodesi.ugm.ac.id

Der deutsche Kornkreisforscher Andreas Müller (kornkreise-forschung.de), sieht die Einschätzung der LAPAN-Forscher derweil kritisch: "Ich war überrascht, dass LAPAN nach vorheriger Aussage, man habe kein Interesse und werde die Kornkreise nicht untersuchen, nun doch eine Aussage zu den Kornkreismustern abgegeben hat - zumal LAPAN schon 'vor' den Untersuchungen 'wusste', dass 'alle' Kornkreise schließlich Menschenwerk sind. Das zeigt aber nicht zuletzt, dass die Untersuchungen vor Ort nicht schon unmittelbar nach der Entdeckung der Muster und also auch erst nach zahlreichen vorherigen Besuchern durchgeführt wurden. Der vermeintliche 'Tatort' war also bereits stark Kontaminiert, da die Kornkreise Hunderte von Besuchern anzogen. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass eine Einschätzung der Authentizität eines Kornkreises nach den Besuchermassen kaum mehr möglich ist. Die Leute trampeln alles nieder, reißen Pflanzen aus, schneiden diese ab und nehmen Erdroben. Zieht man die Besuchermassen in Betracht, wie sie die Kornkreise angezogen haben, sollte dieser Umstand auch die LAPAN-Wissenschaftlern zu denken geben, was ihre abschließende Einschätzung anbetrifft."

Zwar stimmt Müller der Kritik an der geometrischen Ausführung der Muster überein, und hat auf diese Mängel schon in seinen ersten Kommentaren selbst hingewiesen (...wir berichteten), doch seien solche Ungenauigkeiten nicht zwangsläufig ein Beweis dafür, dass ein Kornkreis "man-made" sei. "Ebenso wenig wie eine vorhandene Perfektion eines Kornkreismusters ein eindeutiges Zeichen für dessen Echtheit ist, so sind Ungenauigkeiten ein Beweis für menschliches Zutun. Sie können darauf hindeuten, es gilt sie aber genauer zu untersuchen und zu beurteilen. (...) Leider gibt es in Indonesien keine erfahrenen Kornkreisforscher. Somit betreten also auch nicht nur die LAPAN-Untersucher dort Neuland."

Auch der Umstand, dass sich mittlerweile angebliche UGM-Studenten zur Herstellung zumindest des Kornkreises bei Sleman in einem Internet-Forum anonym bekannt haben, hat für Müller keine Beweiskraft. "Derartige Aussagen gibt es schließlich immer wieder - nicht nur bezüglich indonesischer Kornkreise. Wenn sie nicht mit eindeutigen Beweisen untermauert werden können, so sind solche 'Geständnisse' natürlich wertlos. Bislang stehen solche Beweise bezüglich der beiden Kornkreise in Indonesien aber noch aus. Ich halte die Vorstellung, dass die indonesischen Kornkreise von Menschen gemacht wurden zwar nicht für ausgeschlossen - aber bislang sind die genannten 'Beweise' lediglich Indizien, die kontrovers interpretiert werden können."

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Indonesische Luftwaffe will Kornkreis untersuchen

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-forschung.de / jakartapost.com
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