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Dienstag, 1. Februar 2011

Pyramiden Klitzke Aquarius

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Neue Professuren in Witten/Herdecke

Die private Universität Witten/Herdecke (UW/H) | Copyright: Universität Witten/Herdecke, uni-wh.de

Witten/ Deutschland - Die staatlich anerkannte, private "Universität Witten/Herdecke" hat mit dem Jahr 2011 eine neue Professuren eingerichtet. Zum einen belegt der Mathematiker Prof. Dr. rer. medic. Thomas Ostermann den Lehrstuhl für "Forschungsmethoden und Informationssysteme in der Komplementärmedizin" an der Fakultät für Gesundheit. Zum anderen wurde Prof. Dr. med. Arndt Büssing auf die Professur für "Lebensqualität, Spiritualität und Coping" berufen.

Prof. Dr. Thomas Ostermann | Copyright/Quelle: Universität Witten/Herdecke (UW/H), uni-wh.de

Thomas Ostermann arbeitet bereits seit 13 Jahren im Bereich der Komplementärmedizin und ist aktuell Mitglied der Lenkungsgruppe des Forums universitärer Arbeitsgruppen für Komplementärmedizin sowie Autor zahlreicher Publikationen.

Die neue Professur ist am Zentrum für Integrative Medizin angesiedelt und verstärkt dort die methodische Expertise in der Komplementärmedizin. In enger Verzahnung u. a. mit dem "Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie" soll damit den forschungsmethodischen Diskussionen zur Komplementärmedizin aktiv begegnet werden. "Komplementärmedizin wird ja immer noch als wenig wissenschaftlich abgesichert wahrgenommen. Dabei gibt es hier seit Jahren die gleichen Standards der evidenzbasierten Medizin wie in jedem anderen Bereich auch. Mit dem alten Vorurteil möchte ich in Zukunft aufräumen", erläutert Ostermann seine Pläne.

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Gerade im letzten Jahrzehnt sei die Bedeutung von computergestützten Informationssystemen vor allem in der Versorgungsforschung enorm gestiegen. Ostermann hat die erste Literaturdatenbank CAMbase (www.cambase.de) an der Universität Witten/Herdecke entwickelt. "Cambase war die erste im deutschsprachigen Raum frei zugängliche, kostenlose und online verfügbare Literaturdatenbank zur Komplementärmedizin. "Vorher waren diese Forschungen nur schwer zu finden", beschreibt Ostermann die bisher geleistete Arbeit, die von der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" (DFG) sowie der "Karl und Veronika Carstens-Stiftung" gefördert wurde. Mittlerweile ist dieses Projekt in der "International Collaboration for Complementary Medicine Ressources" (ICCR) mit anderen Informationsdiensten zur Komplementärmedizin aus Dänemark, Norwegen, Grossbritanien, Australien und den USA vernetzt. "Hier wird es in Zukunft sicherlich weitere innovative Anwendungen moderner Informationstechnologie geben", so Ostermann.

Prof. Dr. med. Arndt Büssing | Copyright/Quelle: Universität Witten/Herdecke, uni-wh.de

Arndt Büssings Forschung am "Zentrum für Integrative Medizin" der Fakultät für Gesundheit untersucht den Zusammenhang von spirituellen Einstellungen, Glaubensüberzeugungen und Gesundheit: Wie gehen chronisch kranke Menschen mit ihrer Erkrankung um? Auf welche "inneren Ressourcen" berufen sich Menschen? Gibt es in Bezug zu chronischer Erkrankung charakteristische "günstige Haltungen"? "Wer dauerhaft erkrankt und sich mit Einschränkungen in seinem bisherigen Leben abfinden muss, der überdenkt sein Leben und bewertet vieles neu oder anders. Und dabei spielt oft die jeweils eigene Spiritualität der Patienten eine besondere Rolle", erklärt Büssing sein Forschungsinteresse. "Viele Patienten sagen ganz klar, dass ihr Glaube für sie hilfreich bei der Krankheitsbewältigung sei. Und manche artikulieren auch ganz deutlich bestimmte spirituelle Bedürfnisse, die aber im klinischen Kontext oft eine Überforderung für das medizinische Personal darstellen. Doch Ärzte und Pflegende sollten über diese Seite ihrer Patienten ebenso Bescheid wissen wie über deren körperliche Symptomatik", so Büssing weiter.

Seine Forschung möchte zunächst besser verstehen, wie sich Spiritualität auf der einen und Krankheit auf der anderen Seite beeinflussen. Darüber hinaus geht es ihm aber auch um die Sensibilisierung von Ärzten, Therapeuten und Pflegenden für das Thema. "Uns geht es um die Unterstützung der Patienten - und nicht darum, einen Gottesbeweis anzutreten. Aber es gibt in der Forschung zunehmend Hinweise, dass bestimmte Formen einer spirituellen Praxis oder bestimmte Haltungen und Einstellungen einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsumgang haben können", fasst Büssing die Ergebnisse vor allem aus den USA zusammen. Ob diese Ergebnisse aber tatsächlich auch auf den eher säkular ausgerichteten nordeuropäischen Kulturraum übertragbar sind, müsse kritisch hinterfragt werden. Dementsprechend müsse es adäquate Messmethoden geben, die sowohl für religiöse als auch für atheistische Patienten geeignet sind. Damit könnten dann mögliche Zusammenhänge zwischen spezifischen Aspekten der Spiritualität und gesundheitsbezogener Lebensqualität sowie Krankheitsverarbeitungs-Strategien von Patienten untersucht werden.

Mittlerweile liegen viele Erkenntnisse auch aus Deutschland vor, die eine bessere und umfassendere Versorgung der Patienten ermöglichen können. Dazu hat Büssing in den letzten Jahren mehrere Fachartikel und Buchbeiträge an der Schnittstelle zwischen Medizin und Religionspsychologie publiziert und ist mit Dr. Nikola Kohls vom Humanwissenschaftlichen Zentrum der "Ludwig-Maximilians-Universität" München der Herausgeber des im "Springer-Verlag" erscheinenden Buches „Spiritualität transdiziplinär. Wissenschaftliche Grundlagen im Zusammenhang mit Gesundheit und Krankheit“. Diese Inhalte wird er in Zukunft im Rahmen der universitären Lehre auch an Studierende vermitteln sowie in Fachvorträgen für Ärzte und Patienten vertiefen.

Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uni-wh.de

Zeit der Zukunft

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Nutzten die Wikinger tatsächlich mystische Sonnensteine zur Navigation?

Archiv: Moderne Rekonstruktion eines Wikingerschiffs | Copyright: Archiwum wlasne Jarmeryka
 
London/ England - Glaubt man den mystischen Überlieferungen der Wikinger, so sollen die Nordmänner mit sogenannten Sólsteinnen, also "Sonnensteinen", in der Lage gewesen sein, den Stand der Sonne selbst bei bedecktem Himmel exakt zu bestimmen. Wissenschaftler haben nun bisherige Theorien und Untersuchungen erneut überprüft, die davon ausgehen, dass die Legende in der das Sonnenlicht polarisierenden Eigenschaft bestimmter Steine ihre tatsächliche Entsprechung finden könnte.

Berühmt wie berüchtigt waren die Wikinger nicht zuletzt für ihr seefahrerisches Können und die Fähigkeit, zwischen Norwegen, Island und Grönland tausende von Kilometern zurückzulegen und trotz meist widriger Sichtbedingungen zum Sternenhimmel stets sicher zu navigieren. Umso rätselhafter erscheint diese Fähigkeit vor dem Hintergrund, dass - nach bisherigem Wissen - zur Zeit der Wikinger, zwischen 750 und 1066 n. Chr. der Kompass zum einen noch nicht bekannt war und zum anderen zur Navigation teilweise derart nahe am Nordpol auch nur von begrenztem Nutzen gewesen wäre.

Die Wikingerlegenden, wie sie etwa im isländischen Gesetzbuch "Grágás" oder den Legenden um den Held Sigurd niedergelegt wurden, berichten jedoch, dass die Nordmänner über sogenannte Sonnensteine (Sólsteinn) verfügten, mit dem sie selbst bei bedecktem Himmel die Position der Sonne ermitteln konnten. So soll Sigurd auf Anfrage von König Olaf, nach dem Stand der Sonne einen solchen "Sólsteinn" genommen, damit gen Himmel geblickt und so die Position der nicht sichtbaren Sonne ermitteln haben.

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Schon 1967 vermutete der dänische Archäologe Thorkild Ramskou, dass es sich bei den Sonnensteinen um Licht polarisierende Kristalle, wie etwa isländischen Kalkspat gehandelt haben könnte - eine transparente Form von Kalzit gehandelt haben könnte, wie er besonders in Skandinavien zu finden ist.

Später konnten weitere Untersuchungen diese Vermutung bestätigen, als nachgewiesen werden konnte, dass die Polarisation des Himmelslichtes selbst bei bedecktem Himmel oder Nebel erhalten bleibt.

Der Effekt der Polarisation basiert auf dem Umstand, dass Licht aus elektromagnetischen Wellen besteht, die rechtwinklig zu jener Richtung schwingen, in die sich das Licht bewegt. Deuten diese Schwingungen alle in eine Richtung, so spricht man von polarisiertem Licht. Polarisierende Kristalle, lassen polarisiertes Licht nur in einer Richtung zu und erscheinen jeweils hell oder dunkel - abhängig von der Ausrichtung des Steins in Richtung des Sonnenlichts.

Seit 2005 studieren der Physiker Gábor Horváth von der "Eötvös Loránd University" in Budapest und die Ökologin Susanne Åkesson von der "Lunds Universitet" in Schweden die unterschiedlichen Theorien und haben die Ergebnisse ihrer Rezension aktuell in einer Sonderausgabe der Fachzeitschrift "Philosophical Transactions of the Royal Society B" veröffentlicht.

Anhand der durchgeführten Untersuchungen, die gezeigt hatten, dass die Polarisation des Sonnenlichts mit einer Fischaugenlinse der vermeintlichen Sonnensteine auch bei starker Bewölkung funktioniert, kommen die Forscher zu der Ansicht, dass selbst der bei bewölktem Himmel stark reduzierte aber immer noch sichtbare Effekt tatsächlich nur Navigation der Wikinger gedient haben könnte. Weitere Experimente mit Testpersonen sollen nun zeigen, ob mittels der Steine tatsächlich die Position der Sonne akkurat genug ermittelt werden kann.

Für Kritiker der Schlussfolgerungen der Forscher ist der Nachweis, dass entsprechende Kristalle zur Navigation genutzt werden konnten noch keine Beweis dafür, dass dies so auch geschehen ist. "Die Menschen hat auch schon lange vor den Wikingern genau navigiert und das, ohne Hilfsinstrumente", zitiert "Nature.com" beispielsweise den Seefahrtshistoriker Sean McGrail ehemals von der "University of Oxford". Kritiker wie McGrail zeigen sich zwar offen für entsprechende Theorien, fordern jedoch archäologische Beweise, etwa den Fund eines Wikingerschiffes mit den entsprechenden Sonnensteinen an Bord. Eine solche Entdeckung steht bislang noch aus.

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Entdeckung Amerikas vor Kolumbus: Echtheit der Vinland-Karte bestätigt
31. Juli 2009

Bücher zum Thema:

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Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de / rstb.royalsocietypublishing.org / nature.com
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