https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Donnerstag, 3. Februar 2011

Weltraumteleskop Kepler findet ungewöhnliches Planetensystem

Künstlerische Interpretation des Planetensystems um Kepler-11 | Copyright: NASA/Tim Pyle

Moffett Field/ USA - Mit dem Weltraumteleskop "Kepler" haben NASA-Wissenschaftler ein System aus sechs Planeten aus Gestein und Gasen entdeckt, die den von der Erde 2000 Lichtjahre entfernten sonnenähnlichen Stern "Kepler-11" umkreisen.

"Das Planetensystem um Kepler-11 ist wirklich erstaunlich", zeigt sich der Kepler-Planetenforscher Jack Lissauer vom "Ames Research Center" der NASA von der Entdeckung seines Teams fasziniert. "Es ist erstaunlich kompakt, erstaunlich flach ausgerichtet und es gibt eine erstaunlich große Nummer an großen Planeten, die ihren Stern sehr dicht umkreisen. Bislang wussten wir gar nicht, dass es solche Systeme überhaupt geben kann."

Mit anderen Worten: "Kepler-11" hat das am dichtesten besiedelte und kompakteste Planetensystem, das jenseits des Sonnensystems bislang entdeckt wurde.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Nur wenige Sterne sind dafür bekannt, mehr als einen Planeten zu besitzen, der - perspektivisch von der Erde aus betrachtet - vor der "Sonnenscheibe" seines Stern in sogenannten Transits vorbeiziehen. Im Falle von "Kepler-11" sind es gleich mehr als drei Planeten. "Jetzt wissen wir, dass solche Systeme nicht wirklich oft vorkommen. Wahrscheinlich haben nur weniger als ein Prozent der bekannten Sterne ein solches System", so Lissauer.

Alle der sechs entdeckten Planeten die den gelben Zwergstern umkreisen sind größer als die Erde. Der Größte der Planeten hat eine Größe wie die Planeten Uranus und Neptun in unserem Sonnensystem. Der innerste der Planeten umkreist seinen Stern zehnmal näher als die Erde unsere Sonne. Selbst der äußerste Planet (Kepler-11g) umkreist sein Zentralgestirn noch zweimal dichter als die Erde die Sonne.

Grafischer Vergleich zwischen dem System um Kepler-11 und dem (inneren) Sonnensystem | Copyright: NASA/Tim Pyle

"Die fünf inneren Planeten umkreisen ihren Stern allesamt dichter, als jeder Planet des Sonnensystems und selbst der sechste kommt seinem Zentralgestirn immer noch sehr nahe", so Lissauer. In unser Sonnensystem übertragen, würde dieser sechste Planet (g) die Sonne zwischen den Umlaufbahnen der zwei innersten Planeten Merkur und Venus umkreisen. Die Bahnen der übrigen Planeten liegen zudem sehr viel dichter beieinander als alle Planeten im Sonnensystem. Während "Kepler-11g" für eine Umrundung seines Sterns noch 118 Tage benötigt, dauern diese Umläufe bei den restlichen Planeten lediglich zwischen 10 und 47 Tagen.

Anhand ihrer Massen, können die fünf inneren Planeten um Kepler-11 zu den kleinsten bislang bestätigten Exoplaneten überhaupt gezählt werden. "Diese fünf Planeten bestehen aus Mixturen aus Gestein und Gasen, darunter möglicherweise auch Wasser", so Lissauer. "Der Felsanteil nimmt dabei den Großteil der Masse der Planeten ein, währen die Gase den Großteil ihres Volumens ausmachen."

Laut Lissauer handelt es sich bei "Kepler-11" um ein ganz besonderes Planetensystem, dessen Aufbau und Dynamik viele Hinweise auf seine Entstehung verraten. Die Planeten "d", "e" und "f" verfügen über signifikante Mengen an leichten Gasen, die darauf hindeuten, dass zumindest diese drei in der frühen Entstehungs- und Entwicklungsphase des Planetensystems, innerhalb weniger Millionen Jahren entstanden waren.

Das Weltraumteleskop wird auch weiterhin das System "Kepler-11" beobachten. Je mehr Transits beobachtet und gemessen werden können, desto genauer können die Planetenjäger anhand der Daten Rückschlüsse auf die Größen und Massen der Planeten ziehen. Möglicherweise werden auf diese Weise dann sogar noch weitere Planeten um "Kepler-11" entdeckt. In der Folge der Entdeckung werden schon bald auch weitere Teleskope wie etwa das Weltraumteleskop "Spitzer" auf das System angesetzt.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Weltraumteleskop Kepler findet zahlreiche erdgroße Planetenkandidaten innerhalb der habitablen Zonen um ferne Sterne
3. Februar 2011
Mission Kepler: Planetensucher entdeckt bislang kleinsten fernen Felsplaneten
11. Januar 2011
Forscher prophezeien Entdeckung einer zweiten Erde für Mai 2011
18. September 2010
AstroLeak: 140 erdähnliche Planeten entdeckt - Hat sich ein NASA-Astronom verplappert?
30. Juli 2010
Kepler-Daten machen Hoffnung auf Hunderte neuer Exoplaneten
22. Juni 2010
Weltraumteleskop Kepler entdeckt bislang unbekannte mysteriöse Himmelskörper
6. Januar 2010


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Weltraumteleskop Kepler findet zahlreiche erdgroße Planetenkandidaten innerhalb der habitablen Zonen um ferne Sterne

Archiv: Lebensfreundlicher Exoplanet (Illu.) | Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de

Washington/ USA - Mit der erneuten Veröffentlichung von Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops "Kepler" haben NASA-Wissenschaftler auch zahlreiche Kandidaten für erdgroße Planeten bekannt gegeben, die ihre Sterne innerhalb der sogenannten habitablen Zone umkreisen. Somit könnte es auf diesen Planeten aufgrund gemäßigter Temperaturen auch Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für Leben geben, wie wir es von der Erde kennen.

Bei derartigen "Kandidaten" handelt es sich um mögliche Planeten, deren tatsächliche Existenz noch bestätigt werden muss. Fünf dieser Planetenkandidaten sind in etwa so groß wie die Erde.

Insgesamt hat die NASA Daten von mehreren hundert Planetenkandidaten veröffentlicht, wodurch die Anzahl der von Kepler entdeckten potentiellen Planeten auf 1.235 angestiegen ist.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

68 davon sind in etwa erdgroß. Bei 288 handelt es sich um sogenannte "Super-Erden", also Planeten von dem zwischen 2 bis 10-fachen der Erdmasse, 662 Planeten von in etwa der Größe des Neptun, 165 jupitergroßen Planeten und 19 Planeten, die größer sind als der Gasriese Jupiter.

54 der Kandidaten umkreisen ihre Sterne innerhalb der habitablen Zone und fünf dieser 54 sind in etwa erdgroß. Die verbleibenden 49 Kandidaten in der lebensfreundlichen Zone verfügen über Größen zwischen dem Zweifachen der Erde und der mehrfachen Größe des Jupiters.

Die Positionen der Planetenkadidaten im Sichtfeld des Weltraumteleskops Kepler | Copyright: NASA/Wendy Stenzel (dt.: grenzwissenschaft-aktuell.de)

Die neuen Daten basieren auf den Beobachtungen des Weltraumteleskops vom 12. Mai bis zum 17. September des Jahres 2009. Bei seinen Beobachtungen deckt Kepler lediglich eine Region ab, die gerade einmal 1/400 des Himmels entsprechen, innerhalb derer sich allerdings mehr als 156.000 Sterne befinden.

"Die Tatsache, dass wir so viele Planetenkandidaten in einem derart kleinen Himmelsausschnitt gefunden haben, legt den Schluss nahe, dass es in unserer Galaxie unzählige Planeten gibt, die sonnenähnliche Sterne umkreisen", erläutert William Borucki vom "Ames Research Center" der NASA im kalifornischen Moffett Field die bisherigen Ergebnisse. "Mit einem Mal haben wir die Anzahl erdgroßer Planetenkandidaten von 0 auf 68 und jene der Kandidaten für Planeten innerhalb der habitablen Zone von 0 auf 54 gesteigert." Selbst wenn nicht alle dieser Planeten erdähnliches Leben beherbergen können, könnten viele von Ihnen wiederum Monde haben, auf welchen Wasser in flüssiger Form existieren könnte.

Unter den zahlreichen Sternen mit Planetenkandidaten befinden sich auch 170 "Sonnen" mit mehr als einem sie umkreisenden Planeten - darunter auch das bislang am dichtesten von Planeten belegte Planetensystem, das bislang entdeckt wurde (...wir berichteten).

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Mission Kepler: Planetensucher entdeckt bislang kleinsten fernen Felsplaneten
11. Januar 2011
Forscher prophezeien Entdeckung einer zweiten Erde für Mai 2011
18. September 2010
AstroLeak: 140 erdähnliche Planeten entdeckt - Hat sich ein NASA-Astronom verplappert?
30. Juli 2010
Kepler-Daten machen Hoffnung auf Hunderte neuer Exoplaneten
22. Juni 2010
Weltraumteleskop Kepler entdeckt bislang unbekannte mysteriöse Himmelskörper
6. Januar 2010


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE