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Dienstag, 8. Februar 2011

Deutlich mehr Asteroiden als bislang angenommen könnten Bausteine des Lebens enthalten

Einer der kohlenstoffreichen Meteoriten der zu Studienzwecken analysiert wurde | Copyright: Antarctic Meteorite Laboratory/NASA Johnson Space Center

Greenbelt/ USA - Eine neue Studie von NASA-Wissenschaftlern kommt zu dem Schluss, dass sich Aminosäuren, die Grundbausteine des irdischen Lebens, in einer deutlich größere Bandbreite von Asteroiden finden lassen als bislang gedacht und stützen damit erneut die Theorie der Panspermie, wonach das die Grundlagen des Lebens sozusagen huckepack im Innern von Asteroiden und Kometen auf die Erde gekommen ist.

Aminosäuren sind die Grundbausteine für Proteine, aus welchen beispielsweise Strukturen wie Haare und Fingernägel bestehen und die chemische Reaktionen beschleunigen und regulieren. Aminosäuren gibt es in zwei Varianten: rechts- und linksdrehend. Das Leben auf der Erde nutzt allerdings ausschließlich die linksdrehende Variante. Grundsätzlich, das haben frühere Experimente gezeigt, würde jedoch auch Leben auf der Grundlage rechtsdrehender Aminosäuren möglich sein. Warum das irdische Leben diesen Schritt jedoch nie gegangen ist, versuchen Wissenschaftler schon lange herauszufinden.

Im März 2009 konnten Forscher vom "Goddard Space Flight Center" der NASA die Entdeckung einer linksdrehenden Form der Aminosäure Isovalin im Innern eines Meteoriten vermelden, der einst Teil eines kohlenstoffreichen Asteroiden war. Diese Entdeckung legt für viele Forscher die Vermutung nahe, dass auch das linksdrehende Leben auf der Erde ursprünglich mit entsprechenden Asteroiden aus dem All kam. Zugleich könnte in diesem Szenario die Antwort auf die lange Zeit gesuchte Frage liefern, warum das irdische Leben links dreht.

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In einer neuen Studie, wie sie die Goddard-Forscher um Dr. Daniel Glavin im Fachmagazin "Meteoritics and Planetary Science" veröffentlicht haben, belegen die Wissenschaftler nun den Nachweis eines Überschusses von linksdrehendem Isovalin (L-Isovalin) in zahlreichen Varianten kohlenstoffreicher Meteoriten (Typ 1). "Dieser Nachweis zeigt uns, dass unsere ursprüngliche Entdeckung keine seltene Ausnahme war." Zugleich fanden die Forscher die Aminosäuren vornehmlich im Meteoriten von Asteroiden, auf welchen große Mengen von Wasser vorhanden sind.

Jetzt stellt sich für die Forscher die Frage, welche Prozesse zur bevorzugten Entstehung der linksdrehenden Aminosäuren geführt haben. "Auf jeden Fall scheint flüssiges Wasser hierbei eine Schlüsselrolle zu spielen", so Glavin. "Wir können jetzt schon sagen, wie stark diese Asteroiden von größeren Mengen flüssigen Wassers verändert wurden, in dem wir die Mineralien im Innern ihrer Meteoriten untersuchen. Je stärker die Asteroiden vom Wasser verändert wurden, desto mehr ist das L-Isovalin findet sich."

Ein weiterer Hinweis ergibt sich aus der Gesamtmenge von Isovalin, die in jedem Meteoriten gefunden wurde. In den Meteoriten mit dem größten Überschuss der linksdrehenden Aminosäuren fanden die Forscher 1000-mal weniger Isovalin als in Meteoriten mit kleinem oder kaum nachweisbarem Überschuss. Dies belegt, dass, um den Überschuss zu erhalten, Aminosäuren verbraucht oder zerstört werden müssen.

Was auch immer es sein mag, laut Glavin erbringt die Veränderung durch Wasser nur einen geringen Überschuss an linksdrehenden Aminosäuren und zeige keine größere Tendenz in diese Richtung. Möglicherweise gab es schon im präsolaren Urnebel, jener gewaltigen Gas- und Staubwolke, aus der heraus unser Sonnensystem und wahrscheinlich viele andere Systeme, entstanden sind, eine geringfügige Tendenz in Richtung L-Isovaline und anderen linksdrehenden Aminosäuren bestand.

Einen möglichen Grund sehen die Wissenschaftler in der Weltraumstrahlung: Das All ist voll von Objekten, wie massiven Sternen, Neutronensternen, Schwarzen Löchern usw., die alle verschiedene Arten von Strahlung produzieren. Es wäre möglich, dass sich derartige Strahlung auf unser junges Sonnensystem ausgewirkt hatte und dadurch mehr linksdrehende Aminosäuren produzierte und/oder rechtsdrehende Aminosäuren zerstörte.

Somit wäre es auch möglich, dass ferne junge Sonnensysteme einer anderen Art von Strahlung ausgesetzt waren als unser Sonnensystem, die dort rechtsdrehende Aminosäuren begünstige. Wenn also Leben in solch Sonnensystemen entstanden sein sollte, sind dort vielleicht rechtsdrehende Aminosäuren die Träger des Lebens.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Studie zeigt, wie schon der historische Mensch das Klima beeinflusste

Die Dschingis-Khan-Statue vor dem Parlamentsgebäude in Ulan Bator | Copyright: WikipediaUser:Brücke-Osteuropa, gemeinfrei

Stanford/ USA - In einer Studie haben US-Wissenschaftler die Auswirkungen historischer Ereignisse auf das Weltklima analysiert und sind dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen - belegen die Untersuchungen doch, dass der Mensch schon lange vor der Industrialisierung einen gravierenden Einfluss auf das Klima hatte und der vom Menschen verursachte Klimawandel keine alleinige Erscheinung der Moderne ist.

Wie die Forscher um Julia Pongratz vom "Department of Global Ecology" an der "Carnegie Institution" im Fachmagazin "The Holocene" berichten, hatten etwa die Horden des Dschingis Khan vergleichbare Auswirkungen auf den irdischen Kohlestoffkreislauf, wie die heutige Nachfrage nach fossilen Brennstoffen. Hingegen grassierte die Pest zu kurzfristig, um sich in vergleichbarer Weise auswirken zu können.

Alle diese Ereignisse, so die Wissenschaftler, werden jedoch durch die globale und seit Jahrhunderten andauernde Abholzung der Wälder in den Schatten gestellt, wie sie auch vom Mongolenherrscher nicht langfristig aufgehalten werden konnte. Durch das Verbrennen und Verrotten der Hölzer und anderer Vegetation wird Kohlendoxid in die Atmosphäre abgegeben und es kommt zu einem Anstieg der Werte, wie sie etwa in Eiskernbohrungen in Grönland und in der Antarktis nachvollzogen werden können.

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Konkret nahmen die Klimaforscher vier Großereignisse ins Visier, in deren Folge es zur Entvölkerung großer Regionen und daraufhin zu einem natürlich Rückwuchs ehemals abgerodeter und danach landwirtschaftlich genutzter Flächen gekommen ist. Zum einen untersuchten die Wissenschaftler die Auswirkungen der Invasion Asiens und Herrschaft durch die Mongolen, ursprünglich unter Dschingis Khan von 1200 bis 1380, zum anderen die Pest von 1347 bis 1400; ebenso die Eroberungen Amerikas von 1519 bis 1700 und den Niedergang der Ming-Dynastie in China von 1600 bis 1650.

"Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Rückwuchs der Wälder während kurzfristiger Ereignisse wie etwa die Pest oder der Niedergang der Ming-Dynastie nicht groß genug war, um die Emissionen des verrottenden Materials im Boden auszugleichen. Erst längerfristige Ereignisse wie die mongolische Invasion Asiens oder die Eroberung und Amerikas dauerten lange genug an, als dass große Flächen in einem sich auswirkenden Ausmaß zurückwachsen konnten", so Pongratz.

Während die Auswirkungen anderer historischer entvölkernder Ereignisse durch die andauernder Abholzung in anderen Regionen der Welt weitgehend ausgeglichen wurden, sorgte die millionenschwere Entvölkerungen ganzer Landstriche durch de mongolischen Horden dafür, dass der Rückwuchs der Wälder nahezu 700 Millionen Tonnen atmosphärischem Kohlendioxids absorbieren konnte. Diese Menge entspricht in etwa dem weltweiten jährlichen Bedarf an Treibstoff. In Folge kam es laut den Forschern zur ersten nachweislich von Menschen verursachten Abkühlung des Weltklimas.

Die Ergebnisse der Untersuchungen, so die Forscher, können dabei helfen, aktuelle Entscheidungen über großflächige Landnutzungen zu beeinflussen, um den Einfluss bzw. die Auswirkungen des Menschen zukünftig so gering wie möglich zu halten.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / carnegiescience.edu
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