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Donnerstag, 10. Februar 2011

Seltener Meteorit offenbart Mineralablagerungen durch Wasser auf dem Mars

Adrige Strukturen im Marsmeteoriten | Copyright: University of Leicester

Leicester/ England - Die erneute Untersuchung eines vor rund 100 Jahren entdeckten seltenen Meteoriten vom Mars ermöglich britischen Forschern neue Einsichten in die Art und Weise, wie flüssiges Wasser einst im Boden des Roten Planeten Mineralien entstehen ließ.

Wie die Forscher um Hitesh Changela und Dr. John Bridges vom "Space Research Centre" an der "University of Leicester" im Fachmagazin "Meteoritics and Planetary Science" berichten, handelt es sich um Fragmente des ersten, 1911 entdeckten Nakhlit-Meteoriten vom Mars, der nahe Nakhla in der ägyptischen Wüste gefunden wurde.

Unter dem Mikroskop untersuchten die Forscher die Struktur und Zusammensetzung von fünf Nakhlit-Meteoritfragmenten, wie sie bislang im "Natural History Museum" in London aufbewahrt wurden. Ein Vergleich der fünf Meteoritenteile zeigt adrige Strukturen in ihrem Innern, wie sie durch jenem Einschlag auf dem Mars entstanden sind, der die Fragmente aus dem Planeten herausschlug und in Richtung Erde katapultierte. Der dabei entstandenen Krater - so vermuten die Wissenschaftler - hatte einen Durchmesser von einem bis zehn Kilometern. Bei diesem Einschlag, so die Vorstellung, wurde im Untergrund verborgenes Eis aufgeschmolzen und lagerte Ton, Serpetin, Karbonate und Gele in Form der adrigen Strukturen ab.

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Damit stimmen die Entdeckungen der Forscher mit Ergebnissen überein, in welchen bei geologischen Untersuchungen Ton, Karbonate und Schichtsilikate im Boden des Mars nachgewiesen werden konnten (...wir berichteten). Da Serpentin auch mit der geologischen Entstehung von Methan in Verbindung gebracht wird, könnte die Entdeckung der Forscher auch einen Hinweis darauf liefern, wie die das nachgewiesene Marsmethan als rein geologisches Nebenprodukt entstanden sein könnte (...wir berichteten 1, 2, 3, 4).

"Die neuen Ergebnisse ermöglichen es uns, ein realistisches Modell dafür zu entwerfen, wie Wasser Mineralien auf dem Mars gebildet hatte und das Meteoriteneinschläge einen wichtige Rolle in diesem Prozess spielten", erläutert Bridges. "Wir können nun Vorstellungen davon entwickeln, welche Bedingungen bezüglich Temperatur und dem pH-Wert der hydrothermalen Vorgänge geherrscht haben müssen, um anhand dieser Modelle dann auch die Evolution der Marsoberfläche besser zu verstehen. Dadurch entsteht eine direkte Verbindung zur derzeitigen Suche nach einem idealen Landeort für zukünftige Rover-Missionen zur Suche nach Leben auf dem Mars. Mit Modellen, wie wir sie gerade entwickeln, wird es möglich sein, jene Orte auf dem Mars ausfindig zu machen, von welchen wir glauben, dass sie einst Wasser beherbergt haben."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / le.ac.uk

NASA-Sonde liefert neuen Einblick in Mondloch

Neue Aufnahme des Mondlochs im "Meer der Stürme" | Copyright: NASA/GSFC/Arizona State University

Tucson/ USA - Die NASA-Mondsonde "Lunar Reconnaisance Orbiter" (LRO) hat neue Aufnahmen eines Lochs im Mond geliefert, von dem Mondforscher glauben, dass es sich um den Eingang in eine ausgedehnte Mondhöhle handelt - eine Vermutung, die durch den neuen Blickwinkel nun bestätigt wird.

Erstmals wurde das Mondloch im Herbst 2009 von der japanischen Mondsonde Kaguya (Selene) entdeckt (...wir berichteten) und seither als unterirdische, von einstiger Lava gegrabenes Tunnelsystem, sogenannte Lavaröhren, handelt, wie sie zukünftig auch für bemannte Mondstationen als Schutzräume genutzt werden könnten.

Die neuen Aufnahmen belegen nun, dass es sich nicht nur um einen einfachen Schacht handelt, sondern dass sich die Öffnung unterhalb eines Überhangs weiter fortsetzt, es sich also tatsächlich zumindest um einen Hohlraum unterhalb der erstarrten Lavaoberfläche des Mondes handelt.

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Die Öffnung hat einen Durchmesser von 65 Metern und befindet sich in der Nähe des Kraters Marius im "Ozean der Stürme" (Oceanus Procellarum), einer großen Marefläche im westlichen Teil der erdzugewandten Seite des Mondes.

Vorteil der neuen Aufnahme ist nun, dass diese das Loch bei einem tieferen Sonnenstand von 34 Grad zeigt und dadurch teilweise einen Einblick in das Innere der Öffnung erlaubt, die bislang nur bei nahezu rechtwinkligem Sonnenstand fotografiert werden konnte. Auch die Position der Sonde (43°) trug zum jetzigen neuen "Einblick" bei.

Grafische Darstellung der Aufnahmesituation | Copyright: Arizona State University

Die neue Aufnahme ermöglicht einen Einblick von mehren Metern unter die Höhlendecke. Zugleich offenbart die neue Ansicht den Schichtaufbau des Monduntergrunds an der Schachtwand. Dieser ermöglicht den Forschern neue Aufschlüsse über die geologische Vergangenheit der Mareregion auf dem Erdtrabanten.

Lavaröhren könnten zukünftigen bemannten Mondbasen und deren Besatzung als Schutzraum vor kosmischer Strahlung, Meteoritenschlägen, Temperaturschwankungen und sogar als ganze Habitate und Lager dienen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / lroc.sese.asu.edu
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