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Freitag, 11. Februar 2011

Mars500: Baldige Landung auf dem virtuellen Roten Planeten

Vorbereitung auf den bevrstehenden Ausstieg | Copyright: ESA

Moskau/ Russland - Halbzeit für die Mars500-Mission: Nach einem 250-tägigen virtuellen Flug zum Mars werden drei Crewmitglieder am 12. Februar 2011 auf dem Roten Planeten landen. Zwei Tage später steigen sie aus ihrem Isolationscontainer im Moskauer "Institut für Biomedizinische Probleme" (IBMP) aus, anschließend simulieren sie die Erkundung des Mars. Anfang März wird dann der achtmonatige Rückflug zur Erde beginnen.

Bei der folgenden Meldung handelt es sich um einen Pressemitteilung des Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt "DLR", dlr.de

Wenn der Russe Alexandr Smoleevsky und der Italiener Diego Urbina am 14. Februar in ihren Raumanzügen aus dem Landemodul steigen, haben sie bereits eine lange Zeit der Isolation hinter sich gebracht: Ihre virtuelle Reise zum Mars startete am 3. Juni 2010, als sich hinter ihnen die Luke für das längste jemals durchgeführte Weltraum-Simulationsexperiment schloss. "Alle sechs Crew-Mitglieder befinden sich in sehr guter körperlicher Verfassung", erklärt Peter Gräf, DLR-Projektleiter für den deutschen Teil der Mission. 180 Quadratmeter groß ist das "Raumschiff", in dem die sechs Männer aus Russland, Europa und China leben. Dabei befolgen sie nicht nur einen strikten Zeitplan, der genaue Vorgaben für Experimente, Wartungsarbeiten und Fitnesstraining gibt. Auch der Ernährungsplan für die "Kosmonauten" ist genau geplant. Bis zum 8. Februar 2011 fand die Ernährung unter deutscher Regie statt: Der Wissenschaftler Dr. Jens Titze von der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelte mit seinem Team detaillierte Ernährungspläne für die erste Hälfte der Mission, von nun an werden unter russischer Regie bis zum Ende der Mission im November 2011 Astronautenkost sowie russische und koreanische Produkte auf dem Speiseplan der Crew stehen.

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Die elf deutschen Experimente der Mars500-Mission werden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über das DLR gefördert. Für die beteiligten Wissenschaftler ist die Mission bisher sehr erfolgreich verlaufen. Die lang andauernde Isolation der Crewmitglieder unter kontrollierten Bedingungen, die Monotonie im Alltag, aber auch der hohe Leistungsdruck schaffen Bedingungen, die für die Forschung einzigartig und von großem Vorteil sind. "Selbst bei gesunden Probanden führte eine verminderte Kochsalzzufuhr in der Nahrung zu einer deutlichen Senkung des Blutdrucks", erklärt Dr. Jens Titze von der Universität Erlangen-Nürnberg. Dies belege, dass salzreduzierte Ernährung nicht nur für Nieren- und Bluthochdruckkranke von Nutzen sei, sondern auch bei Gesunden langfristig Schlaganfall, Herzinfarkt und Arteriosklerose vorbeugen könne. Titze hatte bei dieser weltweit längsten Stoffwechselstudie den "Kosmonauten" die tägliche Kochsalzzufuhr über die Monate hinweg schrittweise heruntergesetzt, während alle anderen Nahrungsbestandteile konstant gehalten wurden. Die Ergebnisse des Isolationsexperiments sollen in Zukunft auch dazu dienen, in klinischen Studien mit den Mars500-Menüplänen den Blutdruck unter Alltagsbedingungen zu senken. Parallel dazu untersuchen Wissenschaftler des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin unter anderem die Zusammenhänge von Salzzufuhr und Knochenhaushalt sowie die Ausbreitung von Keimen in einem geschlossenen Lebensbereich.

Aufschluss gab das Mars500-Projekt den Wissenschaftlern auch über die Auswirkungen von Stress auf das menschliche Immunsystem: "Die ersten vorläufigen Studienergebnisse deuten auf eine Modulation und Hemmung bestimmter Zellantworten hin, die in der Infektabwehr bedeutsam sind", sagt Prof. Alexander Choukèr von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ziel seiner Untersuchungen ist es, das Zusammenspiel von Gehirn und Immunsystem bei Stress-Reaktionen besser zu verstehen. Die positiven Effekte von Sport stellte Dr. Stefan Schneider von der Deutschen Sporthochschule Köln bei den Mars500-Probanden bisher fest. "Es zeigt sich eine deutliche Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit." Außerdem habe der Sport zu einem deutlichen Anstieg der Selbstsicherheit beigetragen. Wie hoch die kognitive Leistungsfähigkeit der "Kosmonauten" war, testeten die Forscher unter anderem mit einem iPod an Bord.

Erste Ergebnisse liegen auch bereits vor für die Untersuchung der zirkadianen Rhythmen des Menschen, das heißt der biologischen und psychischen Vorgänge im Körper, die nach einem natürlichen Rhythmus, häufig einer Tageslänge, verlaufen. Die Forscher vermuteten, dass gerade bei Langzeitflügen diese Rhythmen beispielsweise durch verminderte physische Aktivität, das Beengtsein oder auch die Veränderung des Hell-Dunkel-Zyklus’ beeinträchtigt würden. Die ersten Messungen der Körperkerntemperatur während der Isolation bestätigten dies: "Die vorläufigen Ergebnisse deuten daraufhin, das zwar die zirkadiane Rhythmik zunächst erhalten bleibt, aber die Breite der Schwankungen der Körperkerntemperatur deutlich abgeschwächt werden", zieht Prof. Dr. Hanns-Christian Gunga von der Charité Berlin Bilanz.

Für die sechs Kosmonauten geht die Reise noch weiter: Nach drei Spaziergängen auf der simulierten Marsoberfläche kehren Aleksandr Smoleevsky, Diego Urbina und Wang Yue am 27. Februar aus dem Landemodul wieder in die Raumstation zurück. Anschließend dauert der Rückflug noch einmal acht Monate, bis sich am 5. November 2011 dann wieder die Luke zur Außenwelt öffnen wird.

Quelle: dlr.de

Chiles zivile Luftfahrtbehörde veröffentlicht Audioaufzeichnungen von UFO-Sichtungen durch Piloten

Archiv: Illustration einer der CEFAA gemeldeten UFO-Sichtungen durch einen Piloten | Copyright: cefaa.cl

Santiago de Chile/ Chile - Die zivile Luftfahrtbehörde Chiles hat eine große Anzahl von Akten, darunter auch Video- und Audioaufzeichnungen, zu bislang dokumentierten UFO-Sichtungen durch Piloten veröffentlicht – darunter auch Fälle, in welchen Herkunft und Identität der mysteriösen Flugobjekte und Erscheinungen bis heute ungeklärt ist.

Die von dem 1997 durch die Behörde gegründeten Ausschuss für Anomale Luftphänomene "CEFAA" (Comité de Estudios de Fenomenos Aereos Anómalos) freigegebenen Dokumente belegen demnach 182 Sichtungsfälle, von welchen 12 trotz eingehender Untersuchung bislang nicht erklärt werden konnten.

Logo der CEFAA | Copyright: cefaa.cl

Der ehemalige Militärpilot Rodrigo Bravo, Mitglied und Sprecher von CEFAA (cefaa.cl), beruft sich gegenüber dem brasilianischen Magazin "Revista UFO" auf chilenische Militärkreise, die sich dahingehend geäußert haben sollen, dass es "keinen Grund mehr gäbe, die UFO-Situation zu leugnen oder zu ignorieren. Diese Objekte stellen eine reale und sehr ernste Bedrohung dar. Heute werden wir von einem komplexen Phänomen herausgefordert, dessen Eigenschaften sich nicht natürlich irdisch erklärt werden können."

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Neben der zivilen CEFAA hat auch die argentische Luftwaffe "Fuerza Aérea Argentina" (FAA) erst im vergangenen Dezember (2010) ein Komitee zur Erforschung des UFO-Phänomens (Comité de Estudios de Fenómenos Aeroespaciales) gegründet (...wir berichteten).

Über den genauen Inhalt der freigegebenen Materialien liegen uns bislang noch keine deutsch- bzw. englischsprachigen Informationen vor. Erste Audiobänder wurden von dem chilenischen TV-Sender "La Tercera" online veröffentlicht. Sobald uns Übersetzungen aus dem Spanischen vorliegen, werden wir darüber berichten.

- Die Seite von "La Tercera" über die UFO-Aufzeichnungen der CEFAA finden Sie HIER

- Die Aussage von Rodrigo Bravo über die UFO-Untersuchungen durch das chilenische Militär finden Sie
HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ufo.com.br / 3tv.cl / cefaa.cl

Erdartige Cirrus-Wolken auf Saturnmond Titan

Der größte Saturnmond, Titan, erscheint hinter den mächtigen Ringen seines Planeten, während sich über dem Ringsystem der kleine Saturnmond Epimetheus erhebt | Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute

Greenbelt/ USA - Der größte der 62 Saturnmonde, Titan, unterscheidet sich von allen anderen Monden in unserem Sonnensystem nicht zuletzt durch seine mit der Dichte einer Planetenatmosphäre vergleichbare Gashülle. Doch nach irdischen Standards herrscht auf Titan jeden Tag dicke Luft, wie sie Smogs über Los Angeles oder Peking weit in den Schatten stellt und den Mond in einen schmutzigen orangefarbene Dunstkugel verwandelt. Jetzt haben NASA-Wissenschaftler in der dichten Atmosphäre aus kleinsten Tröpfchen aus Kohlenwasserstoffverbindungen und anderen Chemikalien Wolkenformationen entdeckt, wie sie Cirrus-Wolken in der Erdatmosphäre gleichen.

Bislang war bereits bekannt, dass es in der Titan-Atmosphäre zu atmosphärischen Erscheinungen wie Blitze, Nieselregen und gewaltige Gewitterwolken aus Methan und Ethan kommen.

Jetzt haben Forscher um Carrie Anderson und Robert Samuelson vom "Goddard Space Flight Center" der NASA mit dem "Composite Infrared Spectrometer" (CIRS) an Bord der Sonde "Cassini" erstmals feine Wolken aus Eispartikeln in der oberen Atmosphäre von Titan entdeckt, wie sie irdischen Cirrus-Wolken gleichen. Im Fachmagazin "Icarus" haben die Wissenschaftler ihre Entdeckung veröffentlicht.

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Im Gegensatz zum orange-bräunlichen Dunst der sonstigen Titan-Atmosphäre, seien diese Eiswolken weiß, wie frisch gefallener Schnee. Die Existenz dieser Höhenwolken stellt für die Forscher den neusten Schlüssel zu einem Verständnis der verblüffenden Gashülle des Saturnmondes und seinem atmosphärischen Zyklus dar, in dem Kohlenwasserstoffe und andere organische Komponenten auf der Oberfläche abgelagert werden. Im Gegensatz zum irdischen Wasserkreislauf, verdunsten diese Ablagerungen jedoch nicht wieder in die Atmosphäre - ohne, dass Wissenschaftler bislang eine Erklärung dafür gefunden haben, warum dem Saturnmond nicht schon längst der atmosphärische Nachschub ausgegangen ist.

"Es st das erste Mal, das wir in der Lage waren, Detailinformationen über diese Wolken zu erlangen", erläutert Samuelson. "Bislang hatten wir lediglich eine Vielzahl von Informationen über die Zusammensetzung der Gase in der Titan-Atmosphäre aber kaum Daten über derartige Höhenwolken."

Irdische Cirrus-Wolken | Copyright: NOAA

Aufgrund der niedrigen Temperaturen können Wolken auf Titan nicht aus Wasser bestehen - würde dieses doch unmittelbar auf der Oberfläche zu steinhartem Eis gefrieren. Statt dessen ist der Hauptbestandteil dieser Wolken Methan und dessen Wolkenbildung beginnt in der oberen Atmosphäre des Saturnmondes, wo Teile des Gases aufgebrochen werden und sich entweder zu Ethan und anderen Kohlenwasserstoffverbindungen neu anordnen oder sich mit Stickstoff zu sogenannten Nitrilen verbinden. Alle diese Komponenten, so die Forscher, können möglicherweise immer dann Wolken bilden, wenn sie sich in ausreichenden Mengen in genügend kalten Regionen anhäufen.

Derartige Temperaturen vermuten die Forscher in den "kalten Tiefen der Stratosphäre des Titan". In Richtung Oberfläche werden sie wahrscheinlich von einem konstanten globalen Gasstrom bewegt, der von dem jeweils wärmeren Pol in Richtung kälteren Pols verläuft, wo das Gas schlussendlich absinkt. Aus diesem Grund finden sich auch auf der jeweils kälteren Hemisphäre durch Kondensation mehr Wolken.

Ihre Theorien, so hoffen die Forscher, sollen sich schon 2017 bestätigen. Dann wechseln die Jahreszeiten auf den beiden Hemisphären, wenn im Norden der Sommer, und im Süden der Winter einkehrt. Dann sollte sich die derzeitige Situation umkehren. "Die Gase sollten dann von Norden nach Süden fließen und das sollte dann bedeuten, dass sich die derzeit vornehmlich über der nördlichen Hemisphäre sichtbaren Cirrus-Wolken über die Südhalbkugel bilden", so Anderson.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov
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