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Mittwoch, 16. Februar 2011

Stardust-Next: Kometen-Rendezvous "1000 Prozent erfolgreich"

Im Vergleich: Die Aufnahmen der Sonden "Deep Impact" (2005) und "Stardust" (2011) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Maryland/Cornell

Pasadena/ USA - Nachdem die recycelte NASA-Sonde "Stardust" in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 2011 den Kometen "Tempel 1" in rund 200 Kilometern Entfernung passierte (...wir berichteten), zeigen sich die NASA-Wissenschaftler von den hierbei gewonnenen Daten und Aufnahmen in einer ersten Stellungsnahme mehr als zufrieden: Die Mission sei zu "1000 Prozent erfolgreich" verlaufen.

Da der Komet seit dem Beschuss durch die Sonde "Deep Impact" im Jahr 2005 die Sonne einmal umkreist hatte, erhofften sich die Wissenschaftler von den Aufnahmen neue Erkenntnisse über die auf Kometen im Verlauf dieser Reise einwirkenden Kräfte und stattfindenden Veränderungen in Folge von Erosion. Von besonderem Interesse ist hierbei der 2005 geschlagene Krater. Bis zuletzt war nicht sicher, ob es der "Stardust-NExT" gelänge, genau diesen, rund 150 Meter durchmessenden Krater, auf dem rund bis zu sechs Kilometer großen Kometen auch fotografisch abzulichten.

"Wir haben nun einen Vergleich der 'Deep Impact'-Region 2005 und 2011 und die Aufnahmen zeigen den Einschlagskrater", erläuterte der leitende Wissenschaftler der Mission, Joe Veverka von der "Cornell University" in einer ersten Stellungsnahme.

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Erosionskräfte hätten sich seit 2005 in einem Umfang von 20 bis 30 Meter ausgewirkt. Derzeit, so Veverka weiter, würden diese Veränderungen im Detail untersucht, um genau zu verstehen, was sie bedeuten und wie sie entstanden seien.

Die beiden Aufnahmen zeigen die Einschlagsstelle des Impaktors der "Deep Impact"-Mission. Die linke Abbildungen zeigt die "Deep Impact"-Aufnahme des Einschlagpunkts kurz vor dem Einschlag 2005 (gelber Kreis). Im Zentrum wird eine dunkle Erhöhung von etwa 50 Metern Durchmesser sichtbar. Auf der rechten Aufnahme durch "Stardust" (2011) ist dieses dunkle Geländedetail nicht mehr und stattdessen eine durch den Einschlag nahezu eingeebnete Oberflächenstruktur zu erkennen. Der äußere Kreis (bzw. Pfeilkrone) auf dieser Aufnahmen markiert laut NASA den Durchmesser des Einschlagskraters, während der innere Kreis den Kraterboden verdeutlichen soll. Klicken Sie auf die Bidmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Maryland/Cornell

Erste Einschätzungen scheinen zu belegen, dass der Komet an der Einschlagstelle vergleichsweise schwach strukturiert und fast schon zerbrechlich sei. Neben bereits von "Deep Impact" fotografierten Regionen des Kometen, gelang es "Stardust" nun auch zuvor nicht gesehene Teile vom "Tempel 1" abzulichten. Mit Hilfe dieser Aufnahmen und Daten wollen die NASA-Wissenschaftler nun ein exaktes Geländemodell des Kometen erstellen.


Auch aus weiteren Aufnahmen des Kometen werden im Vergleich zwischen 2005 (u.) und 2011 (u.) Veränderungen deutlich | Copyright: NASA/JPL-Caltech/University of Maryland/Cornell

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NASA-Sonde auf Rendezvous-Kurs mit Kometen Tempel 1

14. Februar 2011


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Mars500: Testastronauten betreten simulierten Mars

Zwei Crewmitglieder von "Mars500" Moskauer Sandkasten | Copyright: ESA / IPMB

Moskau/ Russland - Drei Crewmitglieder eines simulierten Fluges zum Roten Planten haben am gestrigen Dienstag zum ersten Mal den Mars in Form eines 10 mal 6 Meter großen Sandkasten betreten und hier Experimente durchgeführt.

Die ersten Schritte der europäischen Mars-Forscher im Moskauer "Institut für biomedizinische Probleme" dauerten gerade einmal eine Stunde und 12 Minuten. Schon seit mehr als acht Monaten befinden sich sechs Raumfahrer-auf-Erden in dem zylindrischen Experimentalcontainer.

Für den ersten Landgang wurden der Russe Alexadr Smoleevskiy, der Italiener Diego Urbina und der Chinese Wang Yue auserwählt. Zuvor hatten die drei am 8. Februar die Landeeinheit des simulierten Mars-Raumschiffs betreten hatten (...wir berichteten). Noch zwei weitere Ausstiege sind für den 18. und 22. Februar 2011 geplant. Am 24. Februar geht es dann wieder zurück zum "Raumschiff".

Videoaufzeichnung des simulierten Marsspaziergangs

Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


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"Zwar ist die wissenschaftliche Gemeinschaft mit der Qualität des bisherigen Verlaufs und dem Ergebnis sehr zufrieden", erklärt die Mars500-Projektmanagerin Jennifer Ngo-Anh. "Bei Mars500 handelt es sich aber um ein Langzeitprojekt und bezüglich der Endergebnisse wir müssen warten, bis unsere Raumfahrer wieder auf der 'Erde' gelandet sind. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sieht aber alles sehr gut aus."

Arbeiten auf "Mars500" | Copyright: ESA / IPMB

Hauptziel der Simulation ist eine psychologische Studie eines entsprechenden Langzeitflugs zum Roten Planeten. Gerade der langwierige Rückflug zur Erde wird die von der Außenwelt isolierten Crewmitglieder erneut vor eine große Herausforderung stellen. Am 1. März 2011 soll das Raumschiff dann zurück in Richtung Erde starten.

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Mars500: Baldige Landung auf dem virtuellen Roten Planeten

11. Februar 2011

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int

Statistischer Jahressrückblick: Auch 2010 weniger Kornkreise als im Vorjahr

Kornkreisformation bei Liddington Castle, England, im Frühsommer 2010 | Copyright: Andreas Müller, kornkreise-forschung.de

Saarbrücken/ Deutschland - In jedem Frühjahr veröffentlicht das "International Crop Circle Archive" (ICCA) seinen statistischen Rückblick auf das vergangene Kornkreis-Jahr. Wenn auch in geringerem Ausmaß wie in Vorjahren, so belegen doch auch die aktuellen Zahlen für 2010 einen seit bald 10 Jahren anhaltenden Trend: "Von Jahr zu Jahr werden weltweit weniger Kornkreise entdeckt".

Waren es im Vorjahr (2009) noch 124 bekannt gewordene Kornkreisformationen, so konnten Kornkreisforscher 2010 nur noch 120 in insgesamt 14 Ländern dokumentieren.

"Das sind nur geringfügig weniger Kornkreise als im Vorjahr, dennoch bestätigt sich damit eine Entwicklung, wie sie seit 2001 bzw. 2003 zu beobachten ist: Jedes Jahr werden weniger Kornkreise entdeckt", erläutert der deutsche Kornkreisforscher und Sachbuchautor Andreas Müller (kornkreise-forschung.de), die von ihm veröffentlichte Statistik. Bisheriger quantitativer Höhepunkt der Kornkreise war das Jahr 2000 als weltweit 275 Kornkreise entdeckt wurden - also rund 44 Prozent mehr als 2010.

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Interessant sei auch, so Müller, dass 2010 in den USA nur ein Kornkreismuster entdeckt wurde, bei dem es sich hinzu auch noch nur um eine Fälschung für ein Musik-Video gehandelt hatte, und in Kanada 2010 keine Kornkreise gefunden wurde. Auch in diesen Ländern ist die Anzahl der Kornkreise seit Jahren rückläufig.

Kornkreise 1995-2010 | Copyright/Quelle: kornkreise-forschung.de

Für Müller spiegeln die Zahlen einen Rückgang "echter", also nicht von Menschen mechanisch erzeugter, Phänomene wider, zumal die Anzahl gefälschter Kornkreise stets zunimmt. Ein von Kritikern immer wieder heraufbeschworenes schwindendes Interesse als Grund für den Rückgang der Kornkreiszahlen, kann der Forscher nicht bestätigen: "Sicher: das allgemeine Interesse an den Kornkreisen steigt und fällt mit der Medienpräsenz des Phänomens, doch ein Überblick über die internationalen Berichte in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen zeigt, dass das Thema weiterhin immer wieder interessiert. Dies belegen auch die Besucherzahlen von Kornkreis-Seiten im Internet."

Dass der Faktor Mensch mittlerweile ein großer Faktor des jährlichen Kornkreisgeschehens ist, bezweifelt Müller indes nicht. Seiner Ansicht nach ist sogar die Mehrzahl der Kornkreise das Werk von Menschen. "Es gibt aber eben weiterhin jene Kornkreise, deren Ursprung weiterhin rätselhaft ist. Für dieses Phänomen gibt es auch wissenschaftliche Indizien und Beweise. Dieses Phänomen - und nicht die von Menschen erzeugten Randerscheinungen - ist es, was die Kornkreisforschung interessiert."

Was der stetige Rückgang an Kornkreisen bedeutet, darüber spekuliert Müller indes nicht: "Solange wir noch nicht die wirkliche Quelle der 'echten' Kornkreise kennen, ist jegliche Diskussion rein spekulativ. Es gab und gibt zwar immer wieder auch Forscher und Autoren, die sowohl die Kornkreise als auch die Statistiken in das Korsett ihrer eigenen Theorien und Argumente zwängen wollen - meist ist das jedoch eine Sackgasse und funktioniert nur solange, wie man der vorgegebenen Denkweise strikt folgt."

Aktuell sei dieses Vorgehen besonders in der anhaltenden Diskussion um den angeblichen Weltenwandel Ende 2012 beliebt: "Während einige Autoren die Kornkreise als Zeichen der angeblich bevorstehenden Ereignisse um 2012 interpretieren und dabei behaupten, dass bis Ende 2012 jedes Jahr mehr Kornkreise entdeckt werden, zitieren Kritiker dieser Interpretation dann den zahlenmäßigen Rückgang der Kornkreise als Beweis gegen diese Deutung: Dabei vergessen sie dann aber, dass auch ein Rückgang auf ein Ereignis hindeuten kann - ähnlich etwa wie ein Countdown."

Bücher zum Thema:

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Schon zuvor erläuterte Müller auf "grenzwissenschaft-aktuell.de":
"Ähnliche deutliche Rückgänge gab es bereits zuvor und danach stieg die Anzahl der Kornkreise wieder an. Was zu diesen Entwicklungen führt und ob diese möglicherweise durch was auch immer beeinflusste Zyklen darstellen, ist bislang noch unklar. Hierfür müssen noch größere Zeiträume überblickt werden. Doch hierzu fehlen bislang die statistischen Grundlagen.


Kornkreisphänomene können ja schon Jahrhunderte zurückverfolgt werden und immer wieder sind Anstiege und Rückgänge zu beobachten. Im Epizentrum der Kornkreise, dem Süden Englands gab es sogar ganze Jahrgänge ohne Kornkreise, die dann in späteren Jahren in die Felder zurückkehrten."

Wieviele Kornkreise als "echte Phänomene" gelten, geht aus der Erhebung des ICCA nicht hervor. "Der Grund hierfür liegt in dem Umstand, dass bei Weitem nicht alle dokumentierten Kornkreise nach den gleichen Standards untersucht werden können und dadurch auch hier die Grundlage für eine diesbezüglich statistische Auswertung dieses Verhältnisses fehlt."

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / kornkreise-foschung.de
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