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Mittwoch, 23. Februar 2011

Gigantopithecus: Riesen-Menschenaffen lebten gemeinsam mit frühen Menschen

Archiv: Rekonstruktion eines Gigantopithecus blakii | Copyright/Quelle: Scientific America, Jan. 1970, S. 70-85; E.L. Simon and P.C. Ettel

Hamilton/ Kanada - Anhand neuer Datierungsmethoden hat ein kanadischer Geowissenschaftler nun nachgewiesen, dass der größte jemals lebende Menschenaffe, der sogenannte Gigantopithecus, das südöstliche Asien nahezu 700.000 Jahre lang, während des Pleistozäns bewohnte. Entgegen bisherigen wissenschaftlichen Vorstellungen, teilte sich der über zwei Meter große Menschenaffe damit seinen Lebensraum mit Frühmenschen.

HINWEIS DER REDAKTION: Irrtümlicher Weise wurde uns die Quelle dieser Meldung als tagesaktuelle News-Meldung zugestellt. Auch auf der Seite der "McMAster University", kann dieser Eindruck leicht entstehen und das Erstveröfentlichungsdatum (7. November 2005) dieser "Daily News" aufgrund des hervorgehoben dargestellten jeweils aktuellen Datums übersehen werden. Wir bitten, diesen Irrtum zu entschuldigen.

"Ein fehlendes Puzzleteil war bislang immer, die Lebenszeit des Gigantopithecus genau zu bestimmten", erläutert Professor Jack Rink von der kanadischen "McMaster University". "Gigantopithecus teilte sich bis vor 300.000 seinen Lebensraum mit dem Homo erectus, also zu einer Zeit, in welcher der Mensch wichtige evolutionäre Veränderungen durchlief. Bei der Provinz Guangxi im südlichen China, dort wo Fossilien des Riesen-Menschenaffen gefunden wurden, handelt es sich um genau jene Region, von der wir glauben, dass hier der moderne Mensch entstand."

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Zum ersten Mal wurde der deutsche Paläontologe Gustav Heinrich Ralph von Koenigswald 1935 in chinesischen Apotheken auf Fossilien des Riesenaffens aufmerksam. Hier wurden Zähne eines Gigantopithecus, die doppelt so groß wie Gorillazähne waren, unter anderem zum Zermahlen von Blättern oder zerkleinert als heilende "Drachenknochen" genutzt und angeboten. Ein vollständiger Unterkiefer des Riesenaffens wurde dann 1956 gefunden.

Kiefer des Gigantopithecus | Copyright: Wikipedia-User Durova / CC-by-SA 3.0

Anhand der Größe dieser Funde konnten Wissenschaftler auch auf die Lebendgröße der Riesenaffen schließen. Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich der Gigantopithecus von Pflanzen, hauptsächlich von Bambus ernährt hatte. Einige Forscher glauben, dass der enorme Appetit den Riesenaffen gegenüber den konkurrierenden Frühmenschen auch in eine evolutionäre Sackgasse führte.

Einige Kryptozoologen hingegen vermuten, dass bis heute Überlebende Populationen des Gigantopithecus für Sichtungen des Yeti, Sasquatch oder Bigfoot verantwortlich sein könnten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mcmaster.ca

Ältestes Wasser beinhaltet ungewöhnliche Mikroben

Die Physikerin Dr. Johanna Lippmann-Pipke untertage im südafrikanischen Witwatersrand Becken | Copyright/Quelle: Johanna Lippmann-Pipke, hzdr.de

Dresden-Rossendorf/ Deutschland - In Afrika haben internationale Wissenschaftler ein Grundwasserreservoir entdeckt, welches das wohl älteste saline Wasser der Erde beinhaltet. Seit mindestens mehreren Tausend, wenn nicht sogar Millionen Jahren ist das Wasser von der Außenwelt und auch vom Sonnenlicht isoliert. Dennoch fanden die Forscher darin lebende Mikroben.

Das Wasser, so berichten die Forscher im Fachmagazin "Chemical Geology", wurde in einem sogenannten Kraton, also in sehr altem Erdkrustengestein, in rund drei Kilometern Tiefe in den südafrikanischen Goldminen des Witwatersrand Beckens entdeckt. Das Kaapvaal-Kraton in Südafrika gehört zu den bestuntersuchten Regionen der Erde. Aber auch die Geschichte der Erde und die Anfänge des Lebens liegen in den tiefen Schichten dieser Gesteine verborgen, wie die aktuellen Ergebnisse einmal mehr zeigen.

Während sich die Forscher noch uneins über eine genaue Alterbestimmung des Wassers sind, stellen die darin entdeckten Mikroorganismen so oder so eine faszinierende Entdeckung dar, da sie sich lediglich von Stoffen ernähren, die das Wasser aus dem umliegenden Gestein löst und für ihren Fortbestand ganz ohne Licht und organische Nährstoffe auskommen.

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Wie Forscher um Johanna Lippmann-Pipke vom "Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf" und Professor Barbara Sherwood Lollar von der "University of Toronto" berichten, weist das Wasser ein ungewöhnliche Signatur des Edelgases Neon, einen hohe Salzgehalt und weiter einzigartige chemische Signaturen auf. "Solch ein außerordentlich starkes, sehr charakteristisches Neon-Signal war bisher nirgendwo sonst angetroffen worden und stellt eine geologische Sensation dar", so Lippmann-Pipke.

"Diese chemische Signatur stimmt auch nicht mit derer von Ozeanwasser oder Wasser aus höheren Gesteinsschichten des Witwatersrand Beckens überein, wo wie in den meisten Krustenregionen, Grundwasser sich mit Oberflächenwasser vermengt und dann von Mikroorganismen besiedelt wird", so Sherwood Lollar.

Aus ihren Ergebnissen schlussfolgern die Wissenschaftler nun, dass die tieferen Wasser das Ergebnis der Isolation und ausgiebiger chemischer Reaktionen zwischen dem Wasser und dem Gestein sind, wie sie über "unglaublich lange geologische Zeiträume abgelaufen sind".

Anhand der Neon-Signatur können die Forscher zumindest das Alter des Gesteins der Wasserhöhle auf zwei Milliarden Jahre datieren und noch heute könne die Signatur hier nachgewiesen werden. "Unsere Untersuchungen zeigen, dass ein Teil des Neongases auch außerhalb der Gesteinsmineralien zu finden ist, und sich in Flüssigkeiten in Erdspalten gelöst hat. Dies kann nur in Wasser passiert sein, dass von der Oberfläche für sehr lange Zeiträume abgeschlossen worden war."

Die im Wasser gefundenen Mikroben erweitern erneut die wissenschaftliche Vorstellung von lebensfreundlichen Umgebungen selbst auf der Erde. "Gerade vor dem Hintergrund, dass diese Organismen jenen Lebensformen gleichen, wie sie auch in der Umgebung hydrothermaler Schlote am Grund der Ozeane zu finden sind, glauben wir nicht, dass sich dieses Leben unabhängig entwickelt hat, sondern, dass es von anderswo diese Gesteine vor Urzeiten einst kolonialisiert hatte", so Sherwood Lollar. "Natürlich hat die lange Zeit der Isolation ihre Evolution beeinflusst und gerade dieser Punkt ist es, den wir noch intensiver erforschen wollen."

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / hzdr.de / serc-crsng.gc.ca

Legenden über irische Riesen haben wahren Kern

Historische Darstellung von Charles Byrne | Copyright: Public Domain

London/ England - Eine Genanalyse durch britische Wissenschaftler belegt einen wahren Kern hinter den Legenden von Riesen, wie sie zahlreiche Legenden der Grünen Insel bevölkert haben sollen. Verantwortlich für die in Nordirland konzentrierten zahlreichen Fälle von Riesenwuchs ist demnach eine Genmutation.

Wie die Forscher um Dr. Marta Korbonits von der "Barts and the London School of Medicine" im Fachmagazin "The New England Journal of Medicine" berichten, untersuchten sie die Mitglieder von vier heute noch in Nordirland lebenden großwüchsigen Familien auf ihre Verwandtschaft zu dem Charles Byrne, der Ende des 18. Jahrhunderts mit einer Körpergröße von 2,31 Metern durch Schauauftritte als der "Irish Giant" (Irischer Riese) Berühmtheit erlangte.

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Das Ergebnis belegt, dass Nordirland ein regelrechter Hotspot für Hypophysenadenome ist. Hierbei handelt es sich um gutartige Tumore aus den parenchymalen Zellen des Hypophysenvorderlappens oder des Hypophysenhinterlappens, in Folge derer es unter anderem zu einer bis zu 50 Prozent gesteigerten Ausschüttung von Wachstumshormonen und entsprechenden Wachstumsschüben kommen kann.

Grund für das Riesenwachstum sei zudem eine genetische Mutation, die sich bis auf Vorfahren Byrnes und anderer "irischer Riesen" 57 bis 66 Generationen zurückverfolgen lasse.

Durch die neuen Erkenntnisse kann Riesenwuchs (Hypersomie, bzw. Gigantismus) zukünftig wahrscheinlich minimiert werden, wenn der genetische Defekt frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / smd.qmul.ac.uk
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