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Sonntag, 27. Februar 2011

Kelper entdeckt zwei Planeten auf gleicher Umlaufbahn

Die fünf Lagrange-Punkte am Beispiels von Sonne, Erde und Mond (nicht maßstabsgetreu) | Copyright: NASA / WMAP Science Team

Mountain View/ USA - In den bislang veröffentlichten Beobachtungsdaten des NASA-Weltraumteleskops "Kepler", das nach Exoplaneten Ausschau hält, haben Astronomen ein Planetensystem ausfindig gemacht, wie es bislang noch nicht zuvor entdeckt worden war - teilen sich hier doch offenbar zwei Planeten eine gemeinsame Umlaufbahn um das Zentralgestirn. Die Entdeckung ermöglicht auch Rückschlüsse auf die Frage nach der Entstehung unseres eigenen Erde-Mond-Systems.

Insgesamt besteht das System "KOI-730" aus vier einen sonnenähnlichen Stern umkreisenden Planeten. Zwei dieser Planeten benötigen für eine Sternumkreisung 9,8 Tage. Dabei befinden sich beide Planeten gleich weit von ihrem Stern entfernt auf der gleichen Umlaufbahn. Lediglich 60 Gradeinheiten trennen die beiden voneinander.

Möglich wird diese gemeinsame Nutzung ein und desselben Orbits genau aufgrund des entsprechenden Abstands der beiden Planeten von 60 Grad, wie sie mit den sogenannten Lagrange-Punkten 4 und 5 (s. Abb.) übereinstimmen und eine stabile Bahn der beiden Himmelskörper um das gemeinsame Massezentrum (Stern) herum ermöglichen.

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Bislang konnte die Existenz einer solchen Situation nur in der Theorie belegt werden. KOI-730 ist das erste Planetensystem, das diese Theorie nun zu bestätigen scheint. In einem dem "Astronomical Journal" eingereichten Artikel, beschreiben die Astronomen um Jack Lissauer vom "Ames Research Center" der NASA ihre Entdeckung.

In dem Nachweis der tatsächlichen Existenz von zwei Planeten auf einer gemeinsamen Umlaufbahn sehen einige Astronomen nun auch eine Bestätigung für jene Erklärungstheorie zur Entstehung des Mondes, wonach der Erdtrabant einst aus den Trümmern eines Zusammenstoßes der noch jungen Erde mit dem etwa marsgroßen Himmelskörper Theia hervorgegangen sein soll.

Laut den Astronomen Richard Gott und Edward Belbruno von der "Princeton University" muss dieser Zusammenstoß vergleichsweise langsam von statten gegangen sein - ein Hinweis darauf, dass Theia einst in einem ähnlichen Abstand und zur Erde und auf der gleichen Umlaufbahn die Sonne umkreist hatte, berichtet "NewScientist.com".

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com / arxiv.org
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