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Dienstag, 1. März 2011

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Archäologen finden Steinzeit-Schwitzhütte in Südengland

Die Überreste einer steinzeitlichen Schwitzhütte in Marden Henge | Copyright/Quelle: english-heritage.org.uk, thisiswiltshire.co.uk

Devizes/ England - In der südenglischen Grafschaft Wiltshire haben Archäologen die Überreste eines Gebäudes freigelegt, das - so die Interpretation der Wissenschaftler - einst als eine Art Schwitzhütte genutzt wurde. Schon jetzt ziehen die Forscher Vergleiche zu den Schwitzhütten der nordamerikanischen Ureinwohner, aber auch von Schamanen in anderen Teilen der Nordhalbkugel, wie sie zur Initiation, zeremoniellen und medizinischen Reinigung verwendet wurden.

Der Fund gelang Archäologen um Jim Leary vom "English Heritage", der englischen Behörde zur Erhaltung und Pflege von archäologisch und historisch bedeutsamen Stätten, bei archäologischen Grabungen in Marden Henge, der eist größten, jedoch heute nicht mehr sichtbaren, Henge-Anlage Großbritanniens in der Nähe des Flusses Avon, die auf einer geraden Linie zwischen den Steinkreisen von Stonehenge und Avebury liegt (...wir berichteten 1, 2). Das Alter des Gebäudes datieren die Forscher auf rund 4.500 Jahre.

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"Das Gebäude erweckt Assoziationen zu den Schwitzhütten der nordamerikanischen Ureinwohner. Der Grund hierfür liegt hauptsächlich im Aufbau des Bodens, der von einer großen Feuerstelle dominiert wird. Diese ist derart groß, dass kaum Platz für eine sonstige Nutzung des Gebäudes wie etwa kochen oder wohnen übrig bleibt", so der Archäologe auf einer Pressekonferenz am vergangenen Sonntag in Devizes. Auch die Nähe zum Fluss und dem damit einfach zur Verfügung stehenden Frischwasserquelle, lege eine Nutzung als Schwitzhütte nahe.

Ob das Gebäude tatsächlich auf diese Weise genutzt wurde, könne heute natürlich nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden. Reinigungsrituale in Verbindung mit der Henge-Anlage seien jedoch durchaus vorstellbar.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / / english-heritage.org.uk / thisiswiltshire.co.uk

Meeresschildkröten haben Magnetsinn auch für Längengrade

Archiv: Meeresschildkröte im Ozean | Copyright: Mila Zinkova, CC-by-SA 3.0

Chapel Hill/ USA - Die jahrelange Wanderung Unechter Karettschildkröten (Caretta caretta) von der Küste Floridas in den Nordatlantik und zurück galt bislang als eines der großen Geheimnisse der Natur - navigieren die Meeresschildkröten durch den offenen Ozean doch ohne visuelle Landschaftsmerkmale. Eine neue Untersuchung von US-Wissenschaftlern legt nahe, dass Meeresschildkröten für diese navigatorische Meisterleistung einen Magnetsinn auch für Längengrade nutzen.

Wie Kenneth Lohmann und Nathan Putman von der "University of North Carolina" aktuell im Fachmagazin "Current Biology" berichten, bestehe der wohl schwierigste Teil der Navigation in offener See in der Bestimmung der Längengrade bzw. der jeweiligen Ost-West-Position. "Seefahrer haben Jahrhunderte benötigt, um herauszufinden, wie auf Langzeit-Ozeanreisen der Längengrad bestimmt werden kann. Unsere Studie zeigt zum ersten Mal, wie ein Tier dies bewerkstelligt", so Putman.

Wie es scheint, nehmen die Meeresschildkröten von Ort zu Ort variierende magnetische Signaturen wahr, bestimmen dadurch ihre jeweilige Position im Raum und richten sich automatisch in richtiger Richtung aus. Zwar war bereits bekannt, dass einige Tiere, darunter auch Meeresschildkröten, magnetische Signale zur Bestimmung von Breitengraden nutzen können, doch galt diese Fähigkeit für die Bestimmung der Längengrade bislang nicht von Vorteil.

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Laut den Forschern liegt die Fähigkeit der Karettschildkröten in dem Umstand begründet, dass die Tiere nicht nur ein Merkmal des irdischen Magnetfelds wahrnehmen, sondern eine Kombination aus zwei Eigenschaften: Den Neigungswinkel des Erdmagnetfeldes zur Horizontalen, die sogenannte Inklination und die Stärke des Erdmagnetfeldes.

"In der Nähe des Äquators verlaufen die Magnetfeldlinien nahezu parallel zur Erdoberfläche", erläutern Putman und Lohmann. Bewegt man sich vom Äquator aus Richtung Norden, so steigen die Winkel der Feldlinien immer steiler an, je näher man sich dem Pol nähert, wo sie dann fast rechtwinklig nach unten in die Erde gerichtet sind. (...) Die Stärke des magnetischen Felds variiert dabei, ist für gewöhnlich in der Nähe des Pols am stärksten und nahe dem Äquator am schwächsten. Beide Parameter scheinen von Norden nach Süden wesentlich konstanter zu variieren als von Osten nach Westen. Aus diesem Grund vermuteten bislang die meisten Wissenschaftler auch, dass sich das Erdmagnetfeld lediglich für eine Gewinnung von Breitengraden-Informationen sinnvoll nutzen lasse.

"Der Umstand, dass Unechte Karettschildkröten beide Parameter wahrnehmen können bedeutet, dass die Tiere mehr Information aus dem Erdmagnetfeld beziehen können als ursprünglich bekannt", so Putman. Durch die Kombination der leichten Variationen von Inklination und Magnetfeldstärke ergeben sich also einzigartige Signaturen für individuelle Orte auf der Erdoberfläche, wie sie die Tiere erkennen und sich daran orientieren können.

Ihre Entdeckung machten die Forscher bei Untersuchungen frisch geschlüpfter Meeresschildkröten, als sie die Tiere zwei simulierten magnetischen Feldsignaturen zweier Orte zu Beginn und Ende ihrer Migrationsroute durch den Atlantischen Ozean, platziert in einem runden Becken, aussetzten. Beide simulierten magnetischen Ortsmarker hatten denselben Breitengrad, aber unterschiedliche Längengrade.

Wurden die Tierchen dem Feld ausgesetzt, wie es einem Ort an der westlichen Atlantikseite in der Nähe von Puerto Rico entsprach, so schwammen diese in Richtung Nordosten. Wurden die Meeresschildkröten dem Feld entsprechend eines Ortes auf der östlichen Seite des Atlantiks in der Näher der Kapverdischen Inseln ausgesetzt, schwammen die Tier gen Südwesten.

"Die Ergebnisse unserer Untersuchungen lösen ein altes Mysterium des Verhaltens der Tiere, wie sie aber auch von Bedeutung für den Schutz der Meeresschildkröten haben können", so Lohman. "Je mehr wir über die Sensorik der Meeresschildkröten auf ihrer Wanderschaft wissen, desto besser können wir auch ihre Wanderwege schützen." Auch für die Entwicklung neuer Navigationstechnologien könnten die Erkenntnisse der Forscher eine wichtige Rolle spielen.

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