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Dienstag, 8. März 2011

Empörung über Entdeckung von Mikrobenfossilien in Meteoriten

Mikrofossile Struktur "Ivuna"-Meteoriten? | Copyright/Quelle: R. B. Hoover, journalofcosmology.com

Huntsville/ USA - Die Entdeckung mikroskopischer Strukturen im Innern von Meteoriten und deren Deutung als Fossilien einstiger außerirdischer Bakterien hat unmittelbar nach der Veröffentlichung der Studie (...wir berichteten) erwartungsgemäß in der naturwissenschaftlichen Gemeinschaft für kontroverse und meist scharfe Kritik gesorgt. Doch ebenso zweifelhaft wie dies der Studie nun vorgeworfen wird, ist eine Vielzahl der Argumente ihrer nun voreilig auftretenden Kritiker. Die NASA selbst hat sich indessen diskret von der Veröffentlichung distanziert.

Statt sich an eine Sachdiskussion zu beteiligen, ergehen sich konservative Wissenschaftler noch vor der Publikation der Expertenbegutachtung durch 100 von "Journal of Cosmology" eingeladenen unabhängigen Experten, zunächst in der leider üblichen Vorgehensweise: Diskreditierung der Quellen.

So wird unter anderem bemängelt, dass das Journal lediglich online erscheine und nur von einer kleinen Anzahl an Physikern und Astronomen geführt werde, auch wenn sich darunter international bekannte Forscher wie etwa Dr. Rudy Schild vom "Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics" finden, der als Chefredakteur des Journals verantwortlich zeichnet. Auch der Autor des Artikels selbst, der Astrobiologe Richard B. Hoover, arbeitet nicht nur am "Marshall Space Flight Center" der NASA, sondern genießt auch sonst einen guten Ruf.

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Was läge da für die Kritiker also näher, als in einem nächsten Schritt den Hintergrund des Journals sowie des Autors und damit verbunden deren Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen, da sie sich mit ihrem Interesse für außerirdisches Leben in der Vergangenheit immer offenbar wieder zu weit aus dem wissenschaftlichen Fenster gelehnt haben.

Alleine eine frühere Publikation einer Urknall-kritischen Studie und der Umstand, dass Chandra Wickramasinghe von der "Cardiff University" zu den Redakteuren des Journals gehört, ist beispielsweise für Phil Plait und dessen bezeichnenden Blog "Bad Astronomy" (blogs.discovermagazine.com/badastronomy) genug, um das schon das Journal kritisch zu betrachten. "Allerdings", so fügt er hinzu, "ist dieser Umstand noch kein Grund dafür, Hoovers Studie kritischer zu hinterfragen als jede andere wissenschaftliche Behauptung." Wickramasinghe zählt zu den bekanntesten Vertretern der Panspermie-Theorie, wonach das Leben im Innern von Kometen und Meteoriten auf die Erde gekommen war und somit außerirdischen Ursprungs ist. Seine Artikel über angeblich außerirdischen Zellen in rotem Regen, wie er im September 2001, danach erneut 2006, 2007 und zuletzt 2008 im südindischen Bundesstaat Kerala niedergegangen war (...wir berichteten 1, 2, 3), sorgen immer noch für kontroverse Diskussionen und werden von Astronomen wie Plait als "hanebüchen" bezeichnet.

Zum Vergleich mit der obigen Abb.: Elektronenmikroskopaufnahme des irdischen Riesenbakteriums "Titanospirillum velox" | Copyright/Quelle: Dr. Riccardo Guerrero, journalofcosmology.com

Andere Kritiker, so auch Sebastian Reusch (Enkapsis) von den deutschen "WissensLogs.de" geben zu bedenken, dass, sollten "die Ergebnisse tatsächlich stimmen, hätte man sie als Top-Story in den renomiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften ("Nature" oder "Science") gebracht und nicht im 'Journal of Cosmology'." Hier stimmt man auch in den internationalen Tenor darüber ein, dass der Internetauftritt des "Journal of Cosmology" unseriös, bestückt mit Buchkauf-Links und, so weitere Kritiker, "daherkomme, als sei sie durch "ein Wurmloch direkt aus den 1990er Jahren" in unsere Internetzeit teleportiert worden. Auch der Umstand, dass das Journal angeblich bankrott sei und vor dem Aus stehe, sorgt unter seinen Kritikern für die Vermutung, dass man also "wohl noch einmal kräftig Tschüss sagen oder sich mit dieser Veröffentlichung retten" wolle, so Reusch und Kollegen und bemängeln zugleich korrekterweise das Fehlen eines Eingabedatums und der sogenannten "DOI-Nummer". Diese "Digital Object Identifier" wird nach gängigen Standards jeder Arbeit, die aber in der Wissenschaft publiziert wird, zugewiesen.

Obwohl eigentlich ein Wissenschaftskollege bei NASA, fand der Astrobiologe David Morrison für Hoovers Arbeit deutliche Worte und vermutete, die Veröffentlichung sei zu früh gesehen und schlug gegenüber dem US-Sender MSNBC als bestes Datum umgehend den 1. April vor. Der Biologe Paul Zachary Myers von der "University of Minnesota" zeigt sich auf seinem Blog (ScienceBlogs.com/pharyngula) sogar davon überrascht, "dass überhaupt jemand einer solchen Studie glaubt". In einem ersten Statement bemüht auch er sich zunächst um die grundsätzliche Diskreditierung der Arbeit, in dem er nicht nur die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des Autoren, die der Quelle sondern auch (wenn auch vielleicht zurecht) einer der ersten Nachrichtenquellen (FoxNews) in Frage stellt. Einführend beantwortet er die Frage "Haben Wissenschaftler Bakterien in einem Meteoriten gefunden" mit der mehr als fast schon penetranten wörtlichen Antwort "Nein, nein, nein. Nein nein nein nein nein nein nein nein. Nein, nein. Nein" (sic.). Und bezeichnet das "Journal of Cosmology" als pseudowissenschaftliche Publikation und ergeht sich mehr in der Kritik über schlechte Abbildungen als in Sachargumenten.

Mittlerweile hat sich auch der Arbeitgeber Hoovers, das Hauptquartier der NASA in Washington zu der veröffentlichten Studie geäußert. Der Chefwissenschaftler des "Science Mission Directorate" in Washington, Dr. Paul Hertz schreibt dazu:

"Die NASA ist eine wissenschaftliche und technische Behörde, die sich der Kultur der Offenheit gegenüber den Medien und der Öffentlichkeit verpflichtet hat. Während wir den Wert des freien Austauschs von Ideen, Daten und Information als Teil der wissenschaftlichen und technologischen Suche schätzen, kann die NASA jedoch nicht hinter wissenschaftlichen Behauptungen stehen, solange diese nicht im Peer-Review-Verfahren begutachtet oder von anderen Experten sorgfältig qualifiziert wurden. Hoovers Artikel wurde bereits 2007 dem "International Journal of Astrobiology" zur Veröffentlichung eingereicht, das Peer-Review-Verfahren hierfür wurde jedoch niemals abgeschlossen. Die NASA hatte weder Kenntnis über die Eingabe des Artikels an das 'Journal of Cosmology' noch von dessen darauf folgender Veröffentlichung. Alle weiteren Fragen sollten an den Autoren der Studie gerichtet werden."

Die schon vor Abschluss der Veröffentlichung der Expertenmeinungen durch das "Journal of Cosmology" entbrannte Kontroverse scheint schon jetzt der auffallend verhaltenen Kritik an Hoovers Studie durch den Chefastronom des "SETI Institutes", Seth Shostak, recht zu geben, wenn dieser bemerkt, dass die Entdeckung Hoovers zu einem ähnlich kontroversen und wohl niemals zu beweisenden Fall werden könnte, wie jene Mikrostrukturen, die im Mars-Meteoriten ALH 84001 entdeckt und schon 1996 zunähst von US-Präsident Bill Clinton als Beweis außerirdischen Lebens präsentiert wurden. Heute wird der Fund jedoch von einer Vielzahl von Wissenschaftlern als nicht beweiskräftig für außerirdisches Leben angesehen (...wir berichteten 1, 2, 3).

Grenzwissenschaft-aktuell.de wird nach dem 10. März 2011 ausführlich über die fundierten Expertenmeinungen berichten, sobald diese vollständig veröffentlicht wurden...

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

NASA-Wissenschaftler: "Außerirdische Fossilien in Meteoriten entdeckt"
8. März 2011

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / blogs.discovermagazine.com/badastronomy / WissensLogs.de / ScienceBlogs.com/pharyngula / nasa.gov / spaceref.com

Historischer Kristallschädel in Bayern entdeckt?

Der erst kürzlich in Bayern neu aufgetauchte Kristallschädel | Copyright: mysteries-magazin.com

Basel/ Schweiz - Wie die deutschsprachige Zeitschrift "Mysteries" (mysteries-magazin.com) in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, würde erst kürzlich in Bayern ein bislang unbekannter Kristallschädel entdeckt. Ende des zweiten Weltkriegs sollte er offenbar gemeinsam mit anderen Kulturgütern und Beutekunst in Sicherheit gebracht werden und stammt ursprünglich angeblich aus Südamerika. Handelt es sich um den bislang verschollenen 13. von 12 bereits bekannten Kristallschädeln?

Wie das "Mysteries-Magazin" berichtet, befindet sich der Schädel derzeit im Besitz eines privaten Forschers aus Bayern. Gemeinsam mit zahlreichen Nazi-Relikten und Habseligkeiten eines nach Kriegsende geflohenen SS-Obersturmbandführers und einer "Depositarliste" des Reichssicherheitshauptamts der SS vom April 1945 soll sich der Schädel zuvor im Besitz einer alten Dame befunden haben, aus deren Nachlass der jetzige Besitzer die Gegenstände bekommen haben will.

Die Liste selbst weist den 17,2 Zentimeter hohen, 21 Zentimeter tiefen und 9,2 Kilo schweren Kristallschädel samt den angepassten Leder-Holzkoffer als Objekt "Nummer 14: Lederkoffer, Sammlung Rahn, No. 25592, Kristalltotenkopf, Kolonien Südamerika" aus.

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Auf den vergilbten Dokumenten sind neben dem geheimnisumwitterten Kristallschädel auch so berühmte Kunstwerke aufgeführt wie ein "Zentralbild des Altars von Gent" in Belgien, verschollene ägyptische Kostbarkeiten, aber auch geheime Dokumente des deutschen "Wunderwaffenexperten" General Hans Kammler, die kurz vor Kriegsende von SS-Jagdverbänden über Augsburg ins südböhmische Strakonitz transportiert werden sollten. Ebenfalls Teil der Depositarliste sind mysteriöse "Aluminiumbehälter" mit dem Hinweis "Inhalt nicht bekannt. Nicht öffnen! Persönlicher Besitz Reichsführer." Auch eine "Ebenholzkiste" wird dem Besitz Heinrich Himmlers und der Ortsangabe "Wewelsburg" zugeschrieben. Die Liste verrät über deren Inhalt, dass es sich unter anderem um einen "Goldkessel, keltisch" gehandelt habe. Für Mysetries-Herausgeber Luc Bürgin ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich hierbei um den 2001 im bayrischen Chiemsee entdeckten "Goldkessel" handelt, der in der Folge vom bayrischen Finanzministerium als "Nicht-NS-Vermögensgegenstand" heimlich verkauft wurde.

Zu dem Fund kommentiert Bürgin, der neben dem Kristallschädel auch die entsprechenden Dokumente persönlich in Händen hielt und begutachten durfte: "Sollte dieses SS-Pergament trotz aller Skepsis echt sein - und alles scheint im Moment darauf hinzudeuten -, haben wir es hier mit einer der historisch wohl brisantesten deutschen Schatzlisten zu tun, die das Kriegsende überdauerten!"

Ein Problem teilt sich auch der nun bayrische Kristallschädel mit allen anderen, vermeintlich antiken Totenköpfen aus Kristall: Das Material selbst lässt sich altersmäßig nicht bestimmen. Lediglich anhand von Bearbeitungsspuren lassen sich mögliche Rückschlüsse auf das Alter der Artefakte ziehen und diese wiederum, werden von den unterschiedlichen Parteien kontrovers ausgelegt und diskutiert.

- Weitere Informationen und zahlreiche weitere Fotos finden sie in der aktuellen "Mysteries"-Ausgabe (Nr. 2 - März/April 2011), die ab sofort an jedem größeren Kiosk erhältlich ist.

Hintergrund: Mythos Kristallschädel

Neben zahlreichen Kristallschädeln zählt der sogenannte Mitchell-Hedges-Schädel (...wir berichteten), der samt einem abnehmbaren Unterkiefer aus einem einzigen Kristallkörper geschliffen wurde, zu den bedeutendsten Kristallschädeln weltweit, deren Alter und Herkunft von jeher kontrovers diskutiert werden.

Der Mitchell-Hedges-Kristallschädel, Fotos aus dem Sothebys-Katalog von 1943

Laut der neuzeitlichen Legende, soll es sich um ein 3.600 Jahre altes Artefakt handeln, mit dem Priester der Maya religiöse Rituale vollzogen haben sollen. Weitere Schädel befinden sich u. a. im Besitz des "British Museum" in London und der "Smithsonian Institution" in Washington. Elektronenmikroskopischen Untersuchungen des Londoner Schädels förderten Spuren von Schleifrädern zutage - Werkzeuge also, wie sie den amerikanischen Hochkulturen jedoch nach gängiger Lehrmeinung, noch nicht bekannt waren. Offensichtlich, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, handelt es sich bei dem Londoner Schädel um eine Arbeit aus dem 19. Jahrhundert. Auch der Schädel des Pariser "Musée Quai Branly" wird nach eingehenden Untersuchungen mittlerweile von konservativen Wissenschaftlern als Fälschung eingestuft, die wahrscheinlich im 19. Jahrhundert im rheinland-pfälzischen Edelstein-Mekka Idar-Oberstein hergestellt wurde, dass zwischen 1867 und 1886 für ähnliche Arbeiten bekannt war (...wir berichteten). Ein eindeutiger Nachweis, dass hier Schädel von der Qualität des Mitchell-Hedges-Kristallschädels hergestellt wurden, liegt bislang jedoch noch nicht vor.

Bücher zum Thema:

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Im Zentrum des modernen Kristallschädel-Mythos steht die Vorstellung, dass die bekannten 12 Schädel 12 bewohnte Welten repräsentieren, von welchen die Erde die jüngste sein soll. Die Schädel selbst seien einst von Bewohnern der anderen Planeten auf die Erde gebracht worden. In ihnen sei universelles Wissen gespeichert, dass durch bestimmte Rituale und Praktiken zugänglich gemacht werden könne. Ein dreizehnter und bislang verschollener Schädel, sei hier auf der Erde hergestellt worden und gemeinsam mit den anderen 12 ehemals in einer großen Pyramide in Mittelamerika aufbewahrt worden. In den darauf folgenden Jahrhunderten sei das Wissen um die Schädel mehr und mehr verloren gegangen die Schädel nach Ausgrabungen im 19. Jahrhundert durch Händler wie Boban in alle Welt verkauft worden. Erst wenn alle Schädel wieder vereint werden, sollen sie - so die Legende, deren Ursprung nicht exakt nachgewiesen werden kann - ihr Wissen wieder preisgeben können.

Für die Verfechter dieser Theorie stehen die bisherigen Untersuchungsergebnisse in keinem Widerspruch zu der mystischen Herkunft der Artefakte. Im Gegenteil: Gerade die Bestätigung, dass die Schädel nicht von den präkolumbianischen Kulturen hergestellt worden sein konnten weil sie deren technologische Möglichkeiten übersteigen, wird als Hinweis für den über- bzw. außerirdischen Ursprung der Artefakte gedeutet - vorausgesetzt, ihre Herstellung ließe sich genau datieren.

- Ausführliche Hintergrundinformationen rund um den Mitchell-Hedges Schädel finde Sie HIER

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Mitchell-Hedges Kristallschädel erstmals öffentlich ausgestellt

27. November 2008
Analyse: Kontroverse um Pariser Kristallschädel
22. April 2008


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mysteries-magazain.com

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