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Freitag, 11. März 2011

Asteroid Vesta in 3D - Testlauf für die Ankunft der Dawn-Sonde im Asteroidengürtel

Der Asteroid Vesta in 3D | Copyright: DLR/NASA/JPL

Köln/ Deutschland - Unregelmäßig geformt, mit einer leichten Delle am Südpol und sehr vielen Einschlagskratern: Wissenschaftler des "Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt" (DLR) haben ein Computermodell des Asteroiden Vesta erstellt, das zeigt, wie der Himmelskörper in 3D aussehen könnte. Im kommenden Juli 2011 soll die Sonde "Dawn" (...wir berichteten) nach fast vier Jahren Flug im Weltall den Asteroiden zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter erreichen. Für die Planetenforscher ist es eine Reise in die Vergangenheit - denn Vesta ist ein Himmelskörper, der sich nach der Entstehung des Sonnensystems kaum verändert hat.

- Bei der folgenden Meldungen handelt es sich um eine Pressemeldung des "Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V." (DLR, dlr.de)

"Es ist das erste Mal, dass wir so nah an einen so alten Himmelskörper gelangen", sagt Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. "Mit Vesta haben wir die Chance zu lernen, was passierte, als sich aus einer Staubwolke die ersten Planeten bildeten." Entdeckt wurde der Asteroid am 29. März 1807 von dem deutschen Astronom Heinrich Olbers. Spektralmessungen mit Teleskopen von der Erde aus zeigen, dass der Himmelskörper ebenso wie die erdähnlichen Planeten vermutlich eine feste Kruste aus Gesteinen unterschiedlicher Zusammensetzung, einen Mantel und einen Kern hat. Kurz nach der Entstehung des Asteroiden vor 4,6 Milliarden Jahren muss Vesta jedoch vollkommen geschmolzen gewesen sein. In den folgenden 50 Millionen Jahren kühlte Vesta ab und die Gesteine trennten sich nach ihrer unterschiedlichen Dichte, wobei das schwere Material nach innen wanderte. "Nach diesem Prozess geschah auf Vesta allerdings nicht mehr viel", erklärt Planetengeologe Jaumann.

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Hinzu kommt, dass auf der Erde sehr wahrscheinlich bereits etliche kleine Stücke des Asteroiden gefunden wurden. Vor allem in der Sahara und der Antarktis stießen die Forscher auf Meteoriten, deren chemische Zusammensetzung mit den Bestandteilen von Vesta übereinstimmen. Dies legen zumindest die Spektralanalysen nahe, die von der Erde aus bei Vesta sowie den entdeckten Meteoriten durchgeführt wurden. "Wir sind ziemlich sicher, dass wir Proben von Vesta hier auf der Erde haben", erklärt Jaumann. Die Planetenforscher gehen davon aus, dass einst ein anderer Asteroid mit Vesta zusammenprallte und bei diesem gewaltigen Zusammenstoß nicht nur ein 13 Kilometer tiefer Krater auf Vesta, sondern auch 50 neue kleine Asteroide entstanden und etliche kleine Bruchstücke ihren Weg zum Teil bis auf die Erde fanden. Bisher können aus der Vielzahl von Meteoriten auf der Erde nur wenige eindeutig dem Mond, Mars und eben Vesta zugeordnet werden, der Ursprung aller anderen ist jedoch ungewiss. Dass man einige Proben eindeutig Vesta zuordnen kann, ist ein Glücksfall für die Sonnensystemforschung.

Angetrieben von einem Ionen-Triebwerk bringt die Dawn-Sonde der amerikanischen Weltraumbehörde NASA drei verschiedene Instrumente zum Asteroidenhauptgürtel zwischen Mars und Jupiter: Neben einem Mapping Spectrometer der italienischen Raumfahrtagentur Agencia Spaziale Italia (ASI) und einem Gammastrahlen- und Neuronendetektor des Los Alamos National Laboratory ist ein deutsches Kamerasystem, die so genannte "Framing Camera", mit an Bord. | Copyright/Quelle: NASA/JPL

Ein Asteroid, der sich seit seiner Entstehung nur wenig verändert hat und zudem noch Material bis zur Erde verteilte – für Planetenforscher ist Vesta ganz besonders spannend. Angetrieben von einem Ionen-Triebwerk bringt die Dawn-Sonde der amerikanischen Weltraumbehörde NASA deshalb drei verschiedene Instrumente zum Asteroidenhauptgürtel zwischen Mars und Jupiter: Neben einem Mapping Spectrometer der italienischen Raumfahrtagentur Agencia Spaziale Italia (ASI) und einem vom Los Alamos National Laboratory gebauten Gammastrahlen- und Neutronendetektor ist ein deutsches Kamerasystem, die so genannte "Framing Camera", mit an Bord. Sie soll im August zunächst aus einer Umlaufbahn in rund 2400 Kilometern Entfernung den Asteroiden aufzeichnen und die Daten liefern, die am DLR-Institut für Planetenforschung zu einem vorläufigen 3D-Geländemodell verarbeitet werden. "Dann schrauben wir uns langsam auf eine Höhe von 660 Kilometern hinunter", erklärt DLR-Wissenschaftler Dr. Thomas Roatsch, der für die Planung und Prozessierung der dreidimensionalen Vesta-Aufnahmen zuständig ist. "Von dort aus können wir noch detailliertere Bilder mit einer Auflösung von 60 Metern pro Bildpunkt aufnehmen." Zum Ende des Besuchs bei Vesta kreist die Dawn-Sonde dann in nur noch 200 Kilometern Entfernung von der Asteroidenoberfläche. Während dieser Phase bestimmt der Gammastrahlen- und Neutronendetektor die chemische Zusammensetzung des Himmelkörpers, und Vestas Schwerefeld wird bestimmt, um die innere Struktur des Asteroiden zu enthüllen.

Simulierte DAWN-Aufnahme von Vesta | Copyright: NASA/JPL

Mit der Animation des virtuellen Asteroiden Vesta stellten die DLR-Wissenschaftler ihre Stereo-Software auf die Probe. "Wir haben diese Software zwar schon für Mond, Mars und Merkur eingesetzt, aber jede Mission hat nun einmal ihre Eigenheiten", sagt Roatsch. Für die virtuelle Übung erhielten die Forscher von Nick Mastrodemos vom Jet Propulsion Laboraty der NASA "simulierte" Aufnahmen der Asteroiden-Oberfläche. Diese wiederum beruhten auf Aufnahmen des Hubble-Teleskops, das aus dem Weltall heraus aus großer Entfernung auf Vesta blickt. Mit diesem Material berechneten Roatsch und sein Team, welche Gestalt Vesta sehr wahrscheinlich haben wird. Bis Vesta sich jedoch mit Rundungen und Einbuchtungen dreidimensional als Animation drehte, investierten die DLR-Wissenschaftler einige Wochen Arbeitszeit. Zeitgleich erarbeitete ein amerikanisches Team des Planetary Science Institute in Tuscon, Arizona, auf derselben Datenbasis – aber mit einer anderen Methode - ein dreidimensionales Modell von Vesta. Die Unterschiede zwischen den beiden entstandenen künstlichen Geländemodellen waren nur geringfügig. "Wir wissen jetzt, dass unsere Datenverarbeitung die erforderliche Genauigkeit leisten kann", betont Roatsch.

Weiterreise zum "nassen" Asteroiden Ceres

Allerdings: Den Planetenforschern ist bewusst, dass dies bisher nur Testläufe für die eigentliche Mission sind. "Wir werden erst dann wirklich wissen, wie Vesta aussieht, wenn Dawn am Asteroiden ankommt", sagt auch Carol Raymond, Dawn-Wissenschaftlerin am Jet Propulsion Laboratory der NASA. Etwa ein Jahr wird die Sonde um den Asteroiden kreisen und ihn dabei möglichst genau aufzeichnen und analysieren. Die DLR-Wissenschaftler hoffen dann, Vesta möglichst komplett kartografieren zu können. Damit ist die lange Reise der Sonde aber noch nicht beendet: Für sie geht es weiter zum Asteroiden Ceres, dem kompletten Gegensatz zu Vesta. Der größte bisher entdeckte Asteroid ist bis zu 450 Millionen Kilometer – und damit weiter als Vesta – von der Sonne entfernt und besteht unter seiner Kruste sehr wahrscheinlich aus Gas und zu 25 Prozent aus gefrorenem Wasser. Flüssigkeiten und Gase sind in dieser Entfernung von der Sonne nicht verdampft und ins Weltall entwichen. Welche Oberflächenstruktur der "nasse" Asteroid hat, ist noch unbekannt. Eventuell hat der Asteroid sogar eine dünne Atmosphärenschicht. Voraussichtlich im Februar 2015 wird "Dawn" in die Umlaufbahn von Ceres schwenken. "Mit der Dawn-Mission werden wir uns ein Bild davon machen, was in den ersten Millionen Jahren nach der Entstehung der Planeten geschah", sagt DLR-Planetenforscher Jaumann. "Wir fliegen sozusagen in die Morgendämmerung des Sonnensystems."

Die Mission DAWN wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

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Quelle: dlr.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

SETI Quest Explorer: Smartphone-App für die Suche nach außerirdischen Signalen

Das Logo der SETI-Smartphoneanwendung | Copyright/Quelle: seti.org

Mountain View/ USA - Nach Seti@home, einem Computerprogramm, das nicht genutzte Rechnerleistung und -zeit von Homecomputern dazu nutz, die gewaltigen Datenmengen der radioteleskopgestützten Suche nach intelligenten Signalen aus dem All (SETI, Search für Extraterrestrial Intelligence) auszuwerten, hat das "Seti-Institute" nun auch eine Anwendung für Smartphones veröffentlicht, mit der auch Privatpersonen nach auffälligen Mustern in den SETI-Daten suchen können.

Das Prinzip des "SETI Quest Explorers" unterscheidet sich von "SETI@home", in dem auf den Smartphones keine Datenpakete von einem Computerprogramm automatisch ausgewertet werden, sondern die Teleskop-Daten grafisch dargestellt werden, um von dem Smartphone-Nutzer selbst visuell auf auffällige Muster untersucht und kategorisiert zu werden.

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Vorbild für die Anwendung sind Online-Projekte wie "GalaxyZoo". Hier werden den Nutzern Aufnahmen ferner Galaxien zur Verfügung gestellt, die es dann bestimmten Kategorien zuzuordnen gilt. Nach diesem Prozess übermittelt der User das Ergebnis zurück zur Zentralseite des Projekts, wo mit den gewonnenen Daten ein Galaxien-Katalog erstellt wird (...wir berichteten, s. Links). Im Vergleich zu Computerprogrammen sei das menschliche Gehirn sehr gut darin, Muster zu erkennen und Programme wie "GalaxyZoo" und nun auch der "SETI Quest Explorer" nutzen diesen Umstand für die Wissenschaft.

Eine erste Test(Beta)-Version steht nun für Besitzer von Android-Smartphones zur Verfügung. Eine App für iPhones soll in Bälde folgen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / seti.org

Archäologen suchen mit Lasern nach Felsgravuren auf Stonehenge-Steinen

Der Steinkreis von Stonehenge | Copyright: FrankLaumen.de

Stonehenge/ England - Derzeit sind Archäologen damit beschäftigt, mittels modernster Lasertechnologie die monumentalen Steine des Steinkreises von Stonehenge einzuscannen. Ziel der Arbeit ist neben einer exakten Vermessung des Monuments auch die Suche nach bislang unbekannten Felsgravuren aus alter und neuerer Zeit. Zudem erhoffen sich die Forscher neue Erkenntnis darüber, wie und warum der mächtige Steinkreis einst errichtet wurde.

Bereits zuvor waren Archäologen immer wieder auf Gravuren auf den Stonehenge-Steinen gestoßen. Viele Felsgravuren, so die Vermutung der Forscher um Dave Batchelor von der englischen Behörde zur Erhaltung und Pflege von archäologisch und historisch bedeutsamen Stätten, "English Heritage", könnten immer noch unentdeckt etwa unter Schichten von Moos und Flechten verborgen sein.

Die aktuell andauernden Arbeiten sollen bis Ende März abgeschlossen sein. Die genutzte Lasertechnologie wird es den Forschern erlauben, ein Modell der Anlage zu erstellen, wie es alle bisherigen Bemühungen in Präzision und Detailgenauigkeit deutlich übertreffen wird. Während die letzte Vermessung aus dem Jahre 1993 noch eine Auflösung von zwei Zentimetern aufwies, wird es mit den neuen Laserscans möglich sein, die Oberflächen der Steine mit einer Auflösung von 0,5 Millimetern einzulesen, berichtet die BBC.

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Im Rahmen eines weiteren Projekts sollen nach Stonehenge auch weitere Erdanlagen im Umfeld des Steinkreises digital erfasst werden.

Dave Batchelor erläutert Methode und Ziele der digitalen Vermessung von Stonehenge


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / english-heritage.org.uk / bbc.co.uk

Empathie beim Federvieh: Hühner leiden mit ihren Küken

Henne mit Küken | Copyright: Fir002, flagstaffotos.com.au / GNU FDL

Bristol/ England - Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Haushühner deutliche physiologische und Verhaltensreaktionen zeigen, wenn ihre Küken gestresst sind. Die Forscher erhoffen sich aus dieser Einsicht auch Konsequenzen für zukünftige Formen der Geflügelhaltung.

Wie die Forscher um Dr. Jo Edgar von der "Animal Welfare and Behaviour research group" an der "University of Bristol" im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B" erläutern, handelt es sich um die erste Studie, die belegt, dass auch Vögel über die Grundlagen der Fähigkeit der Empathie verfügen. Zudem ist es die erste Studie, die sowohl Verhaltensweisen als auch physiologische Methoden auf Vögel angewendet hatte.

Mit neuen Methoden nicht-invasiver physiologischer Überwachung konnten die Forscher eindeutige physiologische und Verhaltensweisen bei den Mutterhühnern als Reaktion auf Stress bei ihren Küken nachweisen.

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In einem der Experimente stieg beispielsweise die Herzschlagsrate der Hennen in jenem Moment, als ihre Küken von einem Luftstoß getroffen wurden, zugleich nahm die Augentemperatur der Muttertiere ab. Die Hühner veränderten als Reaktion auch ihr Verhalten und reagierten mit erhöhter Wachsamkeit, verringerter Federpflege und einer erhöhter Lautabgabe in Richtung ihrer Küken.

Einige der bei den Hühnern beobachteten Reaktionen wurden bereits zuvor als Indikatoren für eine emotionale Reaktion bei Tieren angesehen wurde. Bei Haushühnern wird erhöhte Wachsamkeit mit einem gesteigerten Angstzustand assoziiert. Frühere Untersuchungen der Forscher konnten zudem bereits zeigen, dass Hennen gezielt Umgebungen vermeiden, die sie wiederum mit Zuständen erhöhter Wachsamkeit und herabgesetzter Gefiederpflege assoziieren.

Die Forscher fordern nun aus ihrem Nachweis der Empathiefähigkeit bei Hühnern auch und gerade Konsequenzen für die (massenhafte) Haltung der Tiere auf Geflügelfarmen und in Labors: "Unsere Ergebnisse werfen fundamentale Fragen über die Empathiefähigkeit von Vögeln auf. Wir haben herausgefunden, dass erwachsene Vögel zumindest über die Grundlagen für Empathie, also die Fähigkeit, den emotionalen Zustand anderer nicht nur wahrzunehmen sondern auch darauf zu reagieren, verfügen", so Edgar.

Der Grund, weswegen die Wissenschaftler gerade Hühner für ihre Tests ausgesucht hatten, lag in dem Umstand begründet, dass die Tiere in der kommerziellen Zucht besonders oft und vielen Artgenossen begegnen, die Anzeichen von Schmerz und Stress in Folge der Zuchtbedingungen aufzeigen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bristol.ac.uk
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