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Dienstag, 15. März 2011

Apophis: Astronomen nehmen potentiellen Killer-Asteroiden erneut ins Visier

Der Asteroid Apophis (Kreis) in einer Kompositaufnahme aus fünf Bildern vom 31. Januar 2011 | Copyright: D. Tholen, M. Micheli, G. Elliott, UH Institute for Astronomy

Manoa/ USA - Nach mehr als drei Jahren Verborgenheit hinter der Sonne, haben Astronomen der "University of Hawaii" mit Teleskopen der auf dem Mauna Kea den Asteroiden Apophis erneut ins Visier genommen, der sich zunächst 2029 die Erde auf nur 36.000 Kilometer passieren wird, um danach 2036 wiederzukehren. Dann wird er möglicherweise durch die schon 2029 einwirkenden Gravitationskräfte derart abgelenkt, dass er auf die Erde stürzen und hier gewaltige Zerstörungen verursachen könnte.

Am 31. Januar 2011 war es wieder soweit: Der 270 Meter durchmessende Asteroid trat nach mehr als drei Jahren wieder hinter der Sonne hervor. 2029 wird er die Erde in einem Abstand passieren, die geringer ist, als jener einiger geosynchronen Kommunikationssatelliten. Zu dieser Zeit, wird der nach dem ägyptischen Gott der Zerstörung, Apophis, genannte Asteroid von der Erde aus auch mit bloßem Auge wie ein sich schnell bewegender Stern zu sehen sein.

Bei dieser Passage, da sind sich Astronomen sicher, wird sich die bisherige Bahn des Asteroiden verändern. Die Frage ist nur, ob diese Veränderungen eine Kollision im Jahr 2036 herbeiführt oder abwendet.

Mögliche Einschlagszone von Apophis nach NASA-Berechnungen | Copyright: NASA

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Um diese Frage so exakt wie möglich beantworten zu können, benötigen die Astronomen weitere Informationen und Daten über das genaue Flugverhalten des Asteroiden und dessen Flugbahn.

Gemeinsam mit dem Apophis-Entdecker David Tholen haben Studenten der Universität die neuen Aufnahmen des Astroiden erstellt (s. Abb.), wie sie nur mit Hilfe der präzisen Teleskope möglich sind. "Diese Beobachtungen", so Tholen, "müssen nun noch weitere Male durchgeführt werden, um die zukünftige Einschlagswahrscheinlichkeit noch exakter einschätzen zu können."

Aufgrund seiner elliptischen Umlaufbahn um die Sonne, wird Apophis schon in diesem Sommer wieder hinter der Sonne verschwinden, jedoch schon 2012 wieder für ganze neun Monate zu beobachten sein. 2013 wird der Asteroid die Erde dann so nah passieren, dass er sogar mich hochleitungsfähigen Radar vermessen werden kann.


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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ifa.hawaii.edu / astrobio.net

Körperwahrnehmung beeinflusst Konzept von "Gut" und "Böse"

Ein Handschuh kann die Einstellung verändern: Teilnehmer der Studie trugen einen klobigen Handschuh an einer Hand, während der zweite Handschuh am selben Handgelenk baumelte, und arrangierten Dominosteine auf einem Tisch. Rechtshänder mit dem Handschuh an der rechten Hand wurden zu funktionellen Linkshändern - mit dem Ergebnis, dass ihre Gut-Schlecht-Urteile wie bei natürlichen Linkshändern ausfielen. | Copyright: MPI für Psycholinguistik

Nijmegen/ Niederlande - In einem Experiment mit erstaunlichem Ausgang haben Forscher des "Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik" aus Linkshändern kurzzeitig Rechtshänder gemacht und stellten dann fest, dass sich moralischen Zuordnungen bei den Testpersonen verändert hatten.

Rechtshänder verknüpfen unbewusst positive Eigenschaften mit der rechten Raumseite und negative mit der linken Raumseite. Auch in der Sprache sind positive Vorstellungen oft mit der rechten räumlichen Seite und negative Vorstellungen mit der linken Seite verknüpft. Beispiele, so erläutern die Forscher in einer Pressemitteilung, sind in der englischen Sprache der gemeinsame Begriff "right" für rechts und richtig oder im Deutschen die Redewendung "jemanden links liegen lassen". Kurz: Rechtshänder ist rechts gut, aber für Linkshänder ist links gut.

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Diese Assoziation, so berichten die Forscher um Dr. Daniel Casasanto vom "Max-Planck-Institut für Psycholinguistik" im niederländischen Nijmegen und Evangelia Chrysikou von der University of Pennsylvania", lasse sich allerdings leicht verändern.

- Bei der folgenden Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung des "Max-Planck-Institut für Psycholinguistik" in Nijmegen, mpi.nl

In Experimenten des Psychologen Daniel Casasanto, bei denen die Teilnehmer danach gefragt wurden, welches von zwei Produkten sie kaufen würden, welchem von zwei Stellenbewerbern sie den Vorzug geben würden oder welche von zwei fremdartigen Alien-Kreaturen intelligenter aussieht, tendierten Rechtshänder dazu, das Produkt, die Person oder die Kreatur auf der rechten Seite zu wählen, während sich die meisten Linkshänder für das Angebot auf der linken Seite entschieden.
Seitenwahl.

Warum denken Rechts- und Linkshänder unterschiedlich? Casasanto schlug die Erklärung vor, dass die Konzepte der Menschen über Gut und Schlecht zum Teil davon abhängen, wie sie ihre Hände benutzen. "Menschen können mit ihrer dominierenden Hand flüssiger agieren und assoziieren dann positive Dinge unbewusst mit ihrer fließenden Körperseite."

Um diese Theorie zu überprüfen, haben Casasanto und Kollegen untersucht, wie natürliche Rechtshänder über gut und schlecht denken, wenn ihre rechte Hand beeinträchtigt ist - etwa in Folge einer Hirnverletzung oder durch eine weniger extreme Form der Einschränkung: das Tragen eines Skihandschuhs. Schlaganfall-Patienten absolvierten eine Aufgabe, bei der implizite Assoziationen zwischen Raumseite und Gut/Böse-Bewertung bei gesunden Patienten deutlich wurde. Patienten, die unter einem Funktionsverlust der linken Hand litten, zeigten das übliche "Rechts ist Gut“-Muster. Dagegen assoziierten Patienten, die aufgrund einer Schädigung der linken Hemisphäre einen Funktionsverlust der rechten Hand erlitten hatten, positive Eigenschaften mit der linken Seite - wie natürliche Linkshänder.

Dasselbe Muster bestätigte sich bei gesunden Hochschulstudenten, die eine motorische Flüssigkeitsübung mit einem klobigen Handschuh an der linken Hand (der ihre Rechtsseitigkeit betonten sollte) oder an ihrer rechten Hand, der sie vorübergehend zu Linkshändern machen sollte, durchführten. Nach rund zwölf Minuten dieser einseitigen motorischen Erfahrung wurde bei den Urteilen der rechtsbehandschuhten Teilnehmer in einer nicht auf das Thema bezogenen Aufgabe eine "Links ist gut“-Tendenz wie bei natürlichen Linkshändern festgestellt.

"Die Menschen sind im Allgemeinen der Ansicht, ihre Urteile seien rational und ihre Konzepte stabil", so Casasanto. "Aber schon nach wenigen Minuten mit einem Handschuh an der Hand kann die übliche Vorstellung eines Menschen darüber, was gut und was schlecht ist, auf den Kopf gestellt werden. Vielleicht ist der Verstand wesentlich formbarer, als wir dachten."

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Quellen: mpi.nl / grenzwissenschaft-aktuell.de / mpg.de
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