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Mittwoch, 16. März 2011

Japan: Sendai-Beben brachte Planet Erde zum Schwingen

Das Zentrum des Japan-Bebens | Copyright: USGS/NEIC

Bonn/ Deutschland - Abrupte Bruchvorgänge in der Erdkruste lösen nicht nur seismische Wellen aus, die dann an der Erdoberfläche als Erdbeben wahrgenommen werden. Starke Beben versetzen zusätzlich auch den gesamten Planeten in Schwingungen. Wie Beobachtungen des Geo-Observatoriums Odendorf des "Instituts für Geodäsie und Geoinformation" an der "Universität Bonn" zeigen, dass dies zuletzt auch beim Beben vor der japanischen Küste am 11. März 2011 passiert ist, dessen Stärke zuletzt auf 9,0 hochgestuft worden war.

- Bei der folgenden Meldung handelt es sich um eine Pressemeldung der Universität Bonn, uni-bonn.de

"Man nennt dieses Phänomen Eigenschwingungen oder Freie Schwingungen der Erde“, erklärt Professor Dr. Manfred Bonatz. Der emeritierte Professor hat das Geo-Observatorium in seinem Haus in Odendorf eingerichtet. In einem ständigen Hin und Her verändert der Erdkörper geringfügig seine Form. Es handelt sich um sehr komplexe Bewegungsvorgänge mit Perioden von etwa 2 Minuten bis zu etwa einer Stunde. Der Sachverhalt lässt sich in gewisser Weise veranschaulichen durch eine Glocke, die mit einem Hammer angeschlagen und zum Tönen gebracht wird.

Das Erdbeben wurde ausgelöst um 05:46:23,0 Weltzeit UTC (entsprechend 6 Uhr 46 Minuten 23 Sekunden hiesiger Zeit). Die erste seismische Welle erreichte das Observatorium in Odendorf um 05:58:51UTC, also mit 12 Minuten und 28 Sekunden Verzögerung. "Danach konnten wegen der großen Amplituden der einlaufenden seismischen Wellen während mehrerer Stunden keine auswertbaren Signale mehr gewonnen werden", berichtet Professor Bonatz. Die Signale der Eigenschwingungen wurden erst sichtbar, als die Energie der die Erde permanent umlaufenden und durchlaufenden seismischen Wellen allmählich abgenommen hatte.

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Die erste seismische Welle erreichte das Observatorium um 05:58:51UTC. Danach konnten jedoch wegen der großen Amplituden der einlaufenden seismischen Wellen während mehrerer Stunden keine auswertbaren Signale gewonnen werden, siehe Abb.1 (halbtägiger Registrierabschnitt, die langzeitigen Änderungen des Signalverlaufs haben keinen Bezug zu dem Erdbeben). So traten die Signale der Eigenschwingungen erst dann allmählich hervor, als die Energie der die Erde permanent umlaufenden und durchlaufenden seismischen Wellen allmählich abgenommen hatte. | Copyright: Bonatz / Geo-Observatorium der Uni Bonn

Abb. 2 zeigt exemplarisch den beobachteten zeitlichen Verlauf der Eigenschwingungen des Erdkörpers während eines Zeitraums von zwei Stunden, an einigen Stellen überlagert durch Sekundärphänomene. Die mittlere Schwingungsperiode beträgt etwa 6,5 Minuten. Die zugeordneten vertikalen Bodenbewegungen lagen zu Beginn der Beobachtung bei einigen Zehntel-Millimetern. Etwa 50 Stunden nach dem Erdbebenbeginn waren die Ausschläge in den Bereich der Detektionsschwelle abgeklungen. | Copyright: Bonatz / Geo-Observatorium der Uni Bonn

Die mittlere Schwingungsperiode betrug etwa 6,5 Minuten, maßen die Wissenschaftler. Die vertikalen Bodenbewegungen lagen zu Beginn der Beobachtung bei einigen Zehntel-Millimetern. Etwa 50 Stunden nach dem Beginn des Erdbebens waren die Ausschläge soweit abgeklungen, dass sie nicht mehr detektiert werden konnten. "Natürlich geht von den Eigenschwingungen des Erdkörpers keine Gefahr aus, dafür sind die Bodenbewegungen zu gering", sagt Professor Bonatz. Die Vorgänge seien jedoch wissenschaftlich von großer Bedeutung, da sie wesentliche Informationen über physikalische Eigenschaften des Erdkörpers enthalten.

Das Geo-Observatorium in Odendorf ist eine Außenstelle des Instituts für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn. Es dient der Erfassung tektonischer Effekte und der zeitlichen Veränderungen der Schwere der Erde. Dabei arbeitet das Observatorium mit anderen wissenschaftlichen Institutionen zusammen.

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Quellen: uni-bonn.de / grenzwissenschaft-aktuell.de

Forscher rätseln über Bahnveränderung des Mondes

Archiv: Reflektor von Apollo 11 auf dem Mond | Copyright: NASA

Bari/ Italien - Aktuelle Vermessungsdaten mittels Lasermessungen des Mondabstandes mit dem "Lunar Laser Ranging"-Verfahren (LLR) offenbaren eine zwar minimale aber anormale Zunahme der Exzentrizität der Umlaufbahn des Mondes. Trotz intensiver Bemühungen diese Anomalie mit Hilfe der physikalischer Standardmodelle zu erklären, gesteht ein Wissenschaftler vom italienischen Ministerium für Unterricht, Universitäten und Forschung (M.I.U.R.) in einer aktuellen Studie ein, dass die Bahnveränderungen offenbar derzeit nicht erklärt werden kann.

Die LLR-Messungen werden seit 38,7 Jahren mittels Reflektoren auf der Mondoberfläche durchgeführt (s. Abb.), die mit Laserimpulsen von Bodenstationen auf der Erde angepeilt werden. Zum ersten Mal auf eine Anomalie aufmerksam wurden Wissenschaftler schon 2001 und 2003.

Die Zunahme der Exzentrizität der Umlaufbahn des Mondes, so schreibt Lorenzo Iorio in seinem Artikel, der vorab auf "arxiv.org" veröffentlicht wurde, könne nicht mit den derzeit gängigen Modellen der Erd- und Mondphysik basierend auf dem Paradigmen der Newtonschen und Einsteinschen Standardmodelle erklärt werden. Während einige dieser Modelle überhaupt keine Langzeitveränderungen der Exzentrizität zulassen, decken sich die Berechnungsergebnisse anderer nicht mit den tatsächlich gemessenen Daten.

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Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" erklärte Iorio, dass es sich um einen extrem niedrigen Wert von gerade einmal 3 Millimetern pro Jahr handele und dass eine solche Veränderung der Exzentrizität selbst langfristig keine Bedrohung für die Erde darstelle. "Dennoch handelt es sich um eine gemessene Anomalie von wissenschaftlicher Bedeutung. Gerade, weil diese Anomalie - einmal verstanden - ein Fenster zu neuen physikalischen Entdeckungen oder einem besseren Verständnis bisheriger Physik öffnen könnte."

Lediglich die Annahme eines gigantischen bislang noch unentdeckten Himmelsobjekts jenseits der Bahn des Pluto, wie es von einigen Astronomen und Forschern mittlerweile in Form des sogenannten "Planet X" (Nemesis/Tyche/Nibiru) angenommen wird (...wir berichteten), könnte zwar zunächst die Anomalie erklären, doch wären die für eine Auswirkung auf die Mondumlaufbahn notwendigen Parameter eines solchen hypothetischen Himmelskörpers "absolut unrealistisch", so Iorio und würden somit ihrerseits wiederum selbst positiven theoretischen Szenarios für die Existenz eines solchen Köpers widersprechen.

Derzeit, so Iorio abschließend, gebe es keine zufrieden stellende Erklärung für das Anormale Verhalten der Exzentrizität des Mondes.

- Den Artikel "On the anomal oussecular increase of the eccentricity of the orbit of the Moon" von Lorenzo Iorio finden Sie HIER

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org


Katze spürt bevorstehende epileptische Anfälle ihres HerrchensKatze spürt bevorstehende epileptische Anfälle ihres Herrchens

Katze (Illu.) | Copyright: A. Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Bournemouth/ England - In England macht eine Katze von sich reden, scheint sie doch bevorstehende epileptische Anfälle ihres Besitzers vorab spüren zu können und hilft durch entsprechendes Verhalten der Familie dabei, sich auf den Anfall rechtzeitig vorzubereiten.

Alles fing damit an, so berichtet die "Press Association", dass der heute 19-jährige Nathan Cooper erneut einen starken epileptischen Anfall erlitt und aufhörte zu atmen. Erst nachdem Katze Lilly ihr Herrchen abzulecken begann, setzte - wie auch immer - dessen Atmung wieder ein.

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Seither hat Nathans Familie das Verhalten der Katze genauer beobachtet und dabei festgestellt, dass Lilly bevorstehende Anfälle bis zu fünf Minuten vorab wahrzunehmen scheint. Dann beginne das Tier auffällig zu miauen und zwischen Nathan und seiner Mutter hin und her zu laufen. "Im Krankenhaus haben uns die Ärzte gesagt, dass Tiere hin und wieder ein Gespür für Krankheiten und deren Symptome entwickeln", berichtete die Mutter.

Tatsächlich gibt es sogar einen wissenschaftlichen Artikel über die Fähigkeit eines Altenheimkaters, den bevorstehenden Tod von Patienten zu spüren und dieses Ereignis vorab anzuzeigen (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / uk.news.yahoo.com
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