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Mittwoch, 23. März 2011

Neue Schätzung: Milchstraße beherbergt zwei Milliarden erdähnliche Planeten

Künstlerische Interpretation eines vom Weltraumteleskop Kepler entdeckten Planetensystems. | Copyright: NASA/Tim Pyle

Pasadena/ USA - Basierend auf den Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops "Kepler" haben NASA-Wissenschaftler eine neue Schätzung zur Anzahl erdähnlicher Planeten abgegeben. Demnach beheimatet alleine unsere Galaxie, die Milchstraße, rund zwei Milliarden Erdgeschwister! Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben - auch in intelligenter Form.


Nach vier Monaten der Analyse der bisherigen Daten, gehen die Wissenschaftler derzeit davon aus, dass 1,4 bis 2,7 Prozent aller sonnenähnlichen Sterne in der Milchstraße Felsplaneten von der 0,8 bis 2.5-fachen Erdgröße besitzen, auf welchen gemäßigte Temperaturen Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für erdähnliches Leben ermöglichen.

Erst im vergangenen Februar hatten Wissenschaftler die Anzahl potentiell lebensfreundlicher Planeten innerhalb der Milchstraße noch auf "lediglich" 500 Millionen geschätzt (...wir berichteten).

"Die neuen Schätzungen bedeuten, dass es da draußen eine Vielzahl von Erden gibt: Alleine zwei Milliarden nur in der Milchstraße - und es gibt noch weitere 50 Milliarden Galaxien", zitiert "Space.com" Jospeh Catanzarite vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der NASA, der sein Studie gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Shao im Fachmagazin "Astrophysical Journal" veröffentlicht hat. "Angesichts einer derart großen Anzahl besteht auch eine hohe Wahrscheinlichkeit für Leben auf diesen Planeten, möglicherweise sogar für intelligentes Leben"

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Alleine aus den Beobachtungsdaten der Kepler-Mission, deren Blickfeld nur 1/400 des Himmels abdeckt, erhoffen sich die NASA-Wissenschaftler den Nachweis von 12 erdähnlichen Exowelten - vier potentielle "Kandidaten" seien bereits identifiziert, die es nun noch zu bestätigen gelte.

Die hoffnungsvolle Schätzung wird allerdings bei einem Blick in unsere direkte kosmische Nachbarschaft getrübt: Übertragen auf die 100 der Erde am nächsten gelegenen sonnenähnlichen Sterne würde dies bedeuten, dass nur zwei erdähnliche Planeten existieren. Allerdings verweist Catanzarite zugleich auf den Umstand, dass möglicherweise auch die weitaus zahlreicheren Roten Zwerge erdähnliche Planeten besitzen könnten. Dann würde sich die Anzahl erneut massiv erhöhen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov / space.com

Religion in neun Ländern vom Aussterben bedroht

"Wie hast du's mit der Religion?": Faust und Gretchen im Garten (Gemälde von James Tissot, 1861) | Copyright: gemeinfrei

Dallas/ USA - Eine aktuelle Analyse von Volkszählungsergebnissen hat ergeben, dass die Religion in mindestens neun Ländern vom Aussterben bedroht ist - steigt in diesen Ländern doch zusehends die Anzahl der Bürger, die sich als keiner Religion zugehörig bezeichnen.

Wie die Forscher um Daniel Abrams, Haley A. Yaple von der "Northwestern University" und Richard J. Wiener von der "Research Corporation for Science Advancement" (RCSA) auf dem Jahrestreffen der "American Physical Society" in Dallas erläuterten, versuche ihre Studie auch das Zwischenspiel zwischen der stets steigenden Anzahl nichtreligiöser Bürger und den dahinter stehenden sozialen Motiven aufzuzeigen.

Grundlage der Untersuchung waren die Angaben zu Religion jener Länder, die diese Frage schon mehr als 100 Jahre lang in den Volkszählungen stellen: Australien, Kanada, Tschechische Republik, Finnland, Irland, die Niederlande, Neuseeland, Österreich und die Schweiz.

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Die Auswertungsergebnisse haben die Forscher dann mit mathematischen Formeln bewertet, wie sie schon bei einer Studie über aussterbende Sprachen und Dialekte angewendet wurden. Schon damals zeigte sich, dass mitgliedsstarke Gruppen einer Sprache eine größere Anziehungskraft auf die von weniger Personen gesprochene Sprache auswirken als umgekehrt. Ähnlich verhalte es sich offenbar auch bei der Gretchenfrage.

"In einer großen Anzahl moderner säkularer Demokratien gibt es einen Trend dahingehend, dass sich die Bürger als keiner Religion zugehörig empfinden. In den Niederlanden beträgt diese Gruppe schon 40 Prozent. Den höchsten Wert fanden wir in der Tschechischen Republik, wo die Anzahl der Religionslosen mittlerweile 60 Prozent beträgt.

Auf der Grundlage der Studie zu den aussterbenden Sprachen, zeichnete sich in der Religionsstudie in den Daten aller untersuchten Länder die Tendenz dahingehend ab, dass die Religion - ganz gleich welcher Konfession und Glaubensrichtung - sozusagen vom Aussterben bedroht ist.

Zwar sei das zugrunde liegende mathematische und theoretische Interpretationsmodell von sehr einfacher Struktur und bedürfe wahrscheinlich einer komplexeren Anpassung an tatsächliche soziale Bedingungen - auch seien die Beweggründe in der Religionsfrage eines jeden einzelnen stark individuell geprägt, doch sei es interessant zu beobachten, zu welchem Ergebnis eine solche Untersuchung führt. Einen Trend belege die Auswertung allemal. Ihre Ergebnisse haben die Forscher vorab auf "arxiv.org" veröffentlicht.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / rescorp.org / arxiv.org

Laborfund: Künstliche Ursuppe war reichhaltiger als bislang bekannt

Jeffrey Bader mit Proben von Millers Experiment aus dem Jahre 1958. | Copyright: Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego

San Diego/ USA - 1953 sorgte der US-Chemiker Stanley Miller gemeinsam mit seinem Kollegen Harold Urey für Aufsehen - und schon kurze Zeit später und bis heute für Kritik und Zweifel an seinen Ergebnissen - als er im Labor die angenommenen chemischen Zutaten der frühen Erdatmosphäre mischte und durch Hinzugabe elektrischer Ladungen, die Blitze simulieren sollten, unter anderem Aminosäuren und damit die Bausteine des irdischen Lebens entstehen ließ. Mehr als 50 Jahre später stieß ein Student Millers auf eingelagerte Proben der Ergebnisse eines zweiten, nie publizierten Experiments seines Professors und entdeckte in diesen nun deutlich mehr Vorläufer des Lebens als bislang bekannt war, wie sie auch Rückschlüsse auf eine außerirdischen Herkunft des Lebens zulassen.

Wie Jeffrey Bada von der "University of California San Diego" aktuell im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" berichtet, analysierte er und sein Team die alten Proben mit neuen Technologien, wie sie Miller 1958 noch nicht zur Ergebnisanalyse zur Verfügung standen. Dabei entdeckten sie darin eine viel größere Anzahl Lebenszutaten als bislang angenommen. Dieser Nachweis, so die Wissenschaftler, lege nahe, dass auch die Vielfalt organischer Komponenten auf der frühen Erde wesentlich höher war als bislang angenommen.

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Die neuen Ergebnisse unterstützen zum einen die Theorie, nach der Vulkane - wie sie heute noch eine der Hauptquellen atmosphärischer Schwefelwasserstoffe darstellen - durch Gewitterblitze einfache Gase in eine große Bandbreite von schwefelhaltigen Aminosäuren umwandelten, wie sie wiederum die Entstehung früher Proteine begünstigten.

Hinzu entdeckte Bada, dass die in Millers zweitem Experiment entstandenen Aminosäuren auffallend jenen gleichen, wie sie auch schon in Meteoriten gefunden wurden. Dieser Umstand stütze zudem Theorien, wonach sozusagen die Grundzutaten oder gar das Leben selbst aus dem All zur Erde kamen (Panspermie) und zugleich im Universum weit verbreitet sein dürften.

Stanley Miller bei seinem Versuch 1953. | Copyright/Quelle: Scripps Institution of Oceanography, UC San Diego

"Tatsächlich", so Bader, "entsprachen die Experimente von Millers zweitem Experiment, ohne dass er dies damals wissen konnte, offenbar sehr viel mehr dem, was Geochemiker heute als die Atmosphäre der frühen Erde bezeichnen würde als jene Gase, wie sie im ersten, sogenannten Miller-Urey-Experiment simuliert wurden." Schon bald wollen Bader und seine Kollegen die Experimente von Miller und Urey mit modernen Mitteln wiederholen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / scrippsnews.ucsd.edu
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