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Freitag, 25. März 2011

Instrument soll auf dem Mars nach DNA suchen

Blick in die Marslandschaft | Copyright: NASA

Cambridge/ USA - Stammt das irdische Leben vom Mars und kam es mit Meteoriten auf den Blauen Planeten? Diese Frage soll zukünftig ein wissenschaftliches Instrument beantworten, das derzeit am "Massachusetts Institute of Technology" (MIT) und der "Harvard University" entwickelt wird. Auf dem Mars soll es nach DNA und RNA suchen und eventuelle Funde mit ihren irdischen Gegenstücken vergleichen.

Unter dem Arbeitstitel "Search for Extra-Terrestrial Genomes" (SETG) haben Christopher Carr, Clarissa Lui und Maria Zuber vom MIT gemeinsam mit Gary Ruvkun vom "Massachusetts General Hospital" an der "Harvard University" ihr Projekt auf der "IEEE - Aerospace Conference" in Big Sky Mount präsentiert.

Die Idee für das Instrument basiere auf unterschiedlichen Grundlagen: Zum einen waren sich Erde und Mars in den frühen Tagen des Sonnensystem sehr viel ähnlicher als sie dies heute sind. Sollte sich also Leben auf einem der Planeten entwickelt haben, hätte es also auch auf dessen Nachbarn überleben können. Zum anderen sind durch Asteroideneinschlage schätzungsweise bereits mehrere Milliarden Tonnen an Gestein aus dem Mars gerissen worden und durch den interplanetaren Raum in Form von Meteoriten auf die Erde gelangt. Hinzu wurde bereits mehrfach nachgewiesen, dass unterschiedliche Mikroben eine solche Langzeitreise und sogar den Einschlag auf der Erde überleben können. "Die Verbreitung des Lebens von einem auf einen oder mehrere Planeten, wäre also nach neustem wissenschaftlichen Stand durchaus plausibel", so die Forscher.

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Des Weiteren konnten Simulationen der Dynamik von Umlaufbahnen zeigen, dass der Austausch von Material vom Mars in Richtung Erde etwa 100 Mal einfacher ist, als in umgekehrter Richtung. Sollte das Leben in Form von Mikroben also auf dem Mars begonnen haben, stünden die Chancen nicht schlecht, dass wir alle Abkommen dieser frühen Marsbewohner sind. Aus dem Studium von Resten des Lebens auf dem Mars, so hoffen die Forscher, könnten also auch wichtige Lehren und Rückschlüsse über unsere eigene biologische Herkunft gezogen werden, deren Überbleibsel auf der Erde schon längst ausgelöscht wurden, im Dauerfrost des Marsbodens jedoch überdauert haben könnten.

Das SETG-Instrument soll auf dem Mars Bodenproben entnehmen und jegliche eventuell darin vorhandenen biologischen Inhalte einstiger oder noch immer auf dem Roten Planeten lebender Mikroben isolieren und sie auf für weitere Analysen brauchbare DNA, wie sie sich bis zu einer Million Jahre erhalten kann, untersuchen.

Derzeit, so schätzen die Forscher, könnte es noch etwa zwei Jahre dauern, bis das Instrument, wie es einst beispielsweise an Bord eines Rovers auf dem Mars zum Einsatz kommen könnte, erstmals als Prototyp getestet werden kann. Es steht also vorerst noch nicht für aktuell geplante Marsmissionen wie etwa den "Mars Science Lander" (Curiosity) zur Verfügung. Dieser soll schon im Spätsommer 2011 Jahres starten.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / mit.edu

Akupunktur: In der Schmerztherapie noch ausbaufähig

Archiv: Akupunktur in der Anwendung | Copyright: K.Hunter/Public Domain

München/ Deutschland - Große Studien haben die Akupunktur bei bestimmten Schmerzformen bereist salonfähig gemacht. "Doch bei anderen Schmerzarten, etwa Muskel- und Nackenschmerz wird sie nicht eingesetzt, obwohl wir in Studien gezeigt haben, dass sie der konventionellen Behandlung überlegen ist“, bedauert Dr. Dominik Irnich, Ärztlicher Leiter der interdisziplinären Schmerzambulanz der Ludwig-Maximilians-Universität München auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2011 in Frankfurt.

- Bei der folgenden Meldung handelt es größtenteils sich um eine Pressemitteilung der "Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.", dgschmerztherapie.de

Seit vor neun Jahren das weltweit größte naturheilkundliche Forschungsprojekt "Modellvorhaben Akupunktur der 10 Ersatzkassen" zu dem Schluss kam, dass Akupunktur bei über 70 Prozent der behandelten Patienten Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen lindert und damit die Integration der Akupunkturbehandlung in die Regelversorgung anstieß, boomt die fernöstliche Nadeltechnik.

Das gelte allerdings nur für jene Indikationen, bei denen die gesetzlichen Krankenkassen eine Nadelbehandlung bezahlen: chronische Rückenschmerzen und Kniearthrose, berichtet die "Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V." (dgschmerztherapie.de) in einer aktuellen Pressemitteilung.

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"Man kann sagen, dass die Akupunkturbehandlung in den von den Kassen bezahlten Indikationen inflationär angestiegen ist. In allen anderen Bereichen, beispielsweise bei Nacken- oder Muskelschmerzen, spielt sie praktisch keine Rolle – obwohl wir in Studien gezeigt haben, dass sie der konventionellen Behandlung überlegen ist", bedauert Dr. Dominik Irnich, Ärztlicher Leiter der interdisziplinären Schmerzambulanz der Ludwig-Maximilians-Universität München.

So fehle die Akupunktur beispielsweise in vielen Versorgungsverträgen, auch die Behandlungsleitlinien gewichten die Akupunktur nur schwach. "Wir bedauern sehr, dass die Akupunktur nicht einmal in der 'Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz' genügend berücksichtigt wurde", kommentiert auch Dr. Thomas Cegla vom "Zentrum St. Josef" in Wuppertal. Laut dem Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. ist die Akupunktur mittlerweile "ein wichtiger Bestandteil in der multimodalen Schmerztherapie und nicht nur bei chronischem Rückenschmerz und arthrosebedingtem Knieschmerz sehr erfolgreich, sondern darüber hinaus bei chronischen Schmerzen im Schulter-, Kopf- und Gesichtsbereich.“

Die fernöstliche Nadelbehandlung lindere in Ergänzung zu konventionellen Therapiestrategien nicht nur chronische Rückenschmerzen, sondern auch die häufig damit einhergehenden Depressionen deutlich wirksamer als die konventionellen Strategien allein. Das bestätigt auch eine aktuelle Metastudie des australischen "Nationalen Institutes für komplementäre Medizin". Als alleinige Methode erwies sich jedoch auch die Akupunktur hierbei als zeitlich nur sehr begrenzt wirksam.

Überraschend positive Ergebnisse lieferte im letzten Jahr eine Vergleichsstudie, bei der ein Forscherteam um Albrecht Molsberger an der "Ruhr-Universität Bochum" die Erfolge der Akupunkturbehandlung mit der konventionellen orthopädischen Therapie verglich. Hierbei teilten die Forscher 424 Patienten mit chronischem Schulterschmerz in drei Gruppen ein: Eine Gruppe bekam 15 "echte" Akupunkturbehandlungen (es wurden echte Akupunkturpunkte gestochen) die zweite Gruppe unterzog sich 15 Scheinakupunkturbehandlungen, die dritte Gruppe bekam konventionelle Therapie, bestehend aus Physiotherapie und Schmerzmitteln. Das Fazit: Bei mehr als drei Viertel der Akupunkturpatienten war der Schmerz noch drei Monate nach der Behandlung mehr als halbiert worden. Über so gute Ergebnisse konnte sich nach konventioneller Behandlung nicht einmal die Hälfte der Studienteilnehmer freuen. Die geringste Schmerzlinderung erfuhren jene Patienten, die eine Scheinakupunktur bekommen hatten.

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Zwar belaste eine Akupunkturbehandlung bei Indikationen, für deren Behandlung die Kassen die Kosten nicht übernehmen, das private Portemonnaie mit 25 bis 50 Euro pro Sitzung, doch für viele Patienten wäre dies dennoch kein Grund, die Therapieform abzulehnen. "Offenbar", so die Pressemitteilung, "verschreiben Ärzte, ohne Alternativen vorzuschlagen – quasi reflexartig – zunächst Schmerzmittel. Das legt eine Umfrage nahe, bei der 332 Ärzte - Schmerztherapeuten, Rheumatologen und Orthopäden - einen Fragebogen über die Behandlung von Muskelschmerzen in ihrer Praxis ausfüllten. Das Fazit: Medikamente wie Ibuprofen und Diclofenac wurden zwar von den Ärzten als wenig wirksam eingeschätzt, aber dennoch häufig angewendet." Hingegen "wurde die Akupunktur als effektiv eingestuft, aber selten genutzt“, so Irnich.

Die Nachfrage nach Akupunktur ist bei Patienten und Ärzten deutlich angestiegen. Da die zunächst festgesetzten 200 Ausbildungseinheiten für die Zusatzbezeichnung "Akupunktur" den Akupunktur-Fachgesellschaften deutlich zu wenig erschienen - der internationale Standard liegt bei 300 bis 500 Einheiten - bietet die "Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur" (DÄGfA) inzwischen weiterführende Fortbildungszertifikate an, bis hin zum "Meister der Akupunktur".

"Wir raten den Patienten, sich entweder über die Akupunkturgesellschaften oder über die "Deutsche Schmerzliga" zu informieren, wo sie eine qualitativ hochwertige Therapie bekommen, denn unter qualitativ hochwertig verstehen wir nicht nur das Nadeln an sich. Zu einer professionellen Akupunkturbehandlung gehört ebenso die Untersuchung und das Gespräch mit dem Patienten, aus dem sich mitunter Hinweise auf weitere therapeutische Maßnahmen ergeben“, ergänzt Cegla.

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Quellen: dgschmerztherapie.de

Neuentdeckter Zwergstern ist kaum heißer, als eine Tasse Tee

Kühles Paarchen: Die Braunen Zwerge CFBDSIR 1458+10B. | Copyright: ESO/L. Calcada

Paranal/ Chile - MIt dem "Very Large Telescope" (VLT) an der "Europäischen Südsternwarte" (eso.org) und zwei weiteren Teleskopen haben Astronomen einen neuen Kandidaten für das kühlste bislang bekannte sternartige Objekt entdeckt: Die Oberfläche des Braunen Zwergs in einem Doppelsternsystem hat gerade einmal dieselbe Oberflächentemperatur wie eine Tasse heißer Tee, ist also für menschliche Alltagsverhältnisse heiß, für Sterne aber außergewöhnlich kalt. Das Objekt liegt damit im Grenzgebiet zwischen kleinen und kühlen sternartigen Objekten und großen, heißen Planeten.

Der Vergleich zur Oberflächentemperatur macht die ungewöhnliche Eigenschaften das kühlen Braunen Zwergs deutlich, herrschen dort doch Temperaturen etwa 5500 Grad Celsius. Bei Brauen Zwergen handelt es sich sozusagen um “gescheiterte Sterne“, sind also nicht massereich genug, als dass in ihrem Inneren die Kernreaktionen starten könnten, die Sternen als Energiequelle dienen und sie leuchten lassen.

Der neu entdeckte Braune Zwerg mit der Bezeichnung "CFBDSIR 1458+10B" ist die lichtschwächere Komponente in einem Doppelsystem zweier solcher Objekte, die in einer Entfernung von 75 Lichtjahren von der Erde einander umkreisen.

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Mit dem "X-Shooter-Spektrografen" am VLT konnten Astronomen jetzt zeigen, dass das Doppelsystem als Ganzes selbst für Braune Zwerge vergleichsweise kühl ist. "Wir waren überrascht, als wir feststellten, dass dieses Objekt eine so geringe Temperatur besitzt. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir freilich noch nicht, dass es sich um ein Doppelsystem handelt, bei dem eine Komponente noch kühler und damit noch interessanter ist", erzählt Philippe Delorme vom "Institut de planétologie et d’astrophysique de Grenoble" (CNRS/Université Joseph Fourier), einer der Autoren der Veröffentlichung, in der die Entdeckung beschrieben wird. CFBDSIR 1458+10 ist damit das kühlste Doppelsystem Brauner Zwerge, das die heutige Astronomie kennt.

Der lichtschwächere der beiden Braunen Zwerge hat eine Oberflächentemperatur von nur etwa 100 Grad Celsius, entsprechend der Siedetemperatur von Wasser. “Bei so einer Temperatur erwartet man von einem Braunen Zwerg ganz andere Eigenschaften als von den bisher bekannten Vertretern dieser Gattung. Das Objekt dürfte einem großen Gasplaneten ähneln - es könnte in seiner Atmosphäre sogar Wolken aus Wasserdampf geben", erläutert Michael Liu vom "Institute for Astronomy" der "University of Hawaii", der Erstautor der Veröffentlichung. "Tatsächlich dürften viele der Gasriesen um sonnenähnliche Sterne, die wir mit der nächsten Generation von Großteleskopen fotografieren werden können, so ähnlich wie CFBDSIR 1458+10B aussehen."

Die Suche nach kühlen Objekten ist ein hochaktuelles Thema der Astronomie. Erst kürzlich hatte das Weltraumteleskop Spitzer zwei andere besonders lichtschwache Objekte aufgespürt, die ebenfalls als Kandidaten für den kühlsten bekannten Braunen Zwerg in Frage kommen. Allerdings konnte deren Temperatur bislang nicht so genau bestimmen wie jene von "CFBDSIR 1458+10B". Zukünftige Beobachtungen werden zeigen, welches der Objekte am kältesten ist. Auch Liu und seine Kollegen wollen "CFBDSIR 1458+10B" erneut beobachten, um seine Eigenschaften noch genauer bestimmen und die Umlaufbahn des Doppelsystems vermessen zu können. Nach ungefähr zehn Jahren regelmäßiger Beobachtungen sollten die Astronomen über genügend Daten verfügen, um die Masse der beiden Objekte bestimmen zu können.



Quellen: eso.org / grenzwissenschaft-aktuell.de
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