https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Samstag, 2. April 2011

Dunkle Materie könnte einsamen Planeten Leben einhauchen

Künstlerische Interpretation eines frei und alleine im All treibenden Planeten (Illu.) | Copyright/Quelle: eso.org, grewi.de

Batavia/ USA - Sogenannte Steppenwolf-Planeten, Planeten also, die ohne an einen Stern gebunden zu sein (...wir berichteten), durchs All treiben und - so die gängige Annahme – eigentlich aufgrund der fehlenden Energiequelle lebensfeindlich sind, könnten durch Dunkle Materie sozusagen zum Leben erweckt werden, so eine aktuelle Studie.

Wie Dan Hooper und Jason Steffen vom "Fermilab" in ihrer vorab via "arxiv.org" veröffentlichten Studie darlegen, könnte ein solcher sonnenloser Planet beim Durchfliegen von Regionen mit einem hohen Anteil an Dunkler Materie die ihnen sonst in Ermangelung eines Muttergestirns fehlende Wärme dadurch erhalten, dass sein Innerstes von den Dunkeln Partikeln derart aufgewärmt wird, dass sich sogar an seiner Oberfläche Temperaturen entwickeln, die Wasser in flüssiger Form ermöglichen.

Das bisherige Problem mit Dunkler Materie liegt jedoch darin, dass Astronomen zwar glauben, ihre Existenz durch ihre Gravitationswechselwirkung auf normale Materie nachweisen zu können, dass jedoch bislang niemand genau sagen kann, um was es sich bei Dunkler Materie eigentlich handelt.

Viele Forscher vermuten jedoch, dass sie aus sogenannten aber immer noch hypothetischen WIMP-Partikeln besteht. Wie ihr Name "Weakly Interacting Massive Particles" schon sagt, handelt es sich dabei um nur "schwach wechselwirkende massereiche (Elementar-)Teilchen". WIMPS, so die Theorie, besitzen keine Ladung und somit auch kein elektrisches oder magnetisches Feld, so dass ihre Wechselwirkung mit Materie sich auf Gravitation und die sehr kurzreichweitige schwache Wechselwirkung beschränkt.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Stoßen WIMP-Teilchen jedoch miteinander zusammen so lösen sie sich wahrscheinlich in einem Partikelstrahl auf. Bei diesem Vorgang, so Steffen und Hopoper, könnte Wärme entstehen, die dann von der umgebenden normalen Materie absorbiert würde. In ihrer Studie haben die beiden Forscher nun ausgerechnet, wie viel Hitze entstehen würde, wenn WIMP-Teilchen einen frei durchs All treibenden Planeten durchfliegen, sie in dessen Inneren auf hier bereist regelrecht gefangene WIMPs stießen und so zur angedachten Reaktion kommen würde.

Den Grund, weswegen beispielsweise die Erde sich auf diese Weise nicht erkennbar aufheizt, sehen die Wissenschaftler in dem Umstand begründet, dass diese mit 26.000 Lichtjahren zu weit vom Galaktischen Zentrum und gleichzeitig also auch weit genug von Konzentrationen Dunkler Materie entfernt liegt.

Planeten, wie sie die Galaxie jedoch deutlich näher zu deren Zentrum durchstreifen, könnten derartige Regionen mit konzentrierter Dunkler Materie durchfliegen und dabei in etwa jenes Wärmepotential durch die innere WIMP-Erwärmung erreichen, wie es die Erde durch die Einstrahlung der Sonne erhält.

Der Effekt, so die Wissenschaftler, würde zudem erwartungsgemäß mehrere Billionen Jahre anhalten, da die Gravitation des Planeten weiterhin Dunkle Materie anziehen würde. "Es würde sich also um die ultimative nachhaltige Energiequelle handeln", zitiert "NewScientist.com" die Forscher. "Ein sonnenloser Stern könnte in ferner Zukunft also auch als Zufluchtsort der Menschheit von Interesse werden."

Während andere Astronomen die Grundidee der Studie für interessant halten, glauben sie zugleich jedoch nicht, dass sich die Theorie jemals überprüfen lassen werde, da die von Hooper und Steffen angedachten Planeten Regionen unserer Milchstraße durchfliegen müssten, wie sie jenseits der Reichweiten unserer derzeitigen Teleskoptechnologie liegen, um auf dortigen Planeten eventuell vorhandenes flüssiges Wasser nachweisen zu können.

Indirekt, so Steffen und Hooper, könnte jedoch die derzeitige Suche nach Dunkler Materie selbst eine Schlussfolgerung auch auf ihre Theorie zulassen. "Sollte innerhalb der nächsten 10 Jahre trotz der enormen Aufwendungen keine Dunkle Materie entdeckt werden, so bedeutete dies, dass Dunkle Materie grundsätzlich zu schwach mit gewöhnlicher Materie reagiert, als dass ein Planeteninneres von ihr genügen aufgewärmt werden könnte."

Sollte Dunkle Materie jedoch in der hierzu notwendigen Form nachgewiesen werden, so könnte sie in einigen Fällen entsprechende Planeten sogar so sehr aufwärmen, dass es auf ihren Oberflächen wiederum zu warm für Leben nach irdischen Maßstäben werden könnte.

Erst vor wenigen Wochen haben zwei US-Astronomen bereits weitere Denkmodelle vorgelegt, in welchen "Steppenwolf-Planeten" trotz fehlender Sonne Leben beherbergen könnten (...wir berichteten, s. Link).

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Steppenwolf: Kann es Leben auf sonnenlosen Planeten geben?
14. Februar 2011


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arxiv.org / newscientist.com

Neuseelands Verteidigungsministerium nicht mehr an UFO-Meldungen interessiert

Archiv: Standbilder aus den TV-Aufnahmen der sog. Kaikoura-UFOs von 1978 | Copyright: unbek.

Wellington/ Neuseeland - Gemeinsam mit der Veröffentlichung einer weiteren Charge ehemals geheimer UFO-Akten (...wir berichteten), hat das neuseeländische Verteidigungsministerium deutlich gemacht, dass man nicht mehr an Meldungen über Sichtungen unbekannter Flugobjekte durch Zivilpersonen interessiert sei.

"Die Neuseeländischen Verteidigungskräfte (New Zealand Defence Force, NZDF) haben weder Fachkenntnis bezüglich Angelegenheiten in Fragen Fliegender Untertassen, noch sind sie dazu qualifiziert, Fragen über die Existenz außerirdischer Lebensformen zu beantworten", so der ehemalige Verteidigungsminister Jerry Mateparae schon 2009 in einem Memo, welches nun gemeinsam mit anderen UFO-Akten veröffentlicht wurde.

Zudem, so berichtet "stuff.co.nz", gehe das NZDF davon aus, "dass es rationale Erklärungen wie Flugzeugscheinwerfer oder natürliche Phänomene, für ungewöhnliche Himmelssichtungen gibt" und dass diese auch gefunden werden könnten, wenn man nur die notwendigen Ressourcen zur Untersuchung solcher Sichtungsberichte abstellen würde. Ein solches Vorgehen würde jedoch "eine unangemessene Nutzung von Verteidigungsressourcen" darstellen. Statt also UFO-Sichtungen dem Verteidigungsministerium zu melden, sollten Zeugen sich zukünftig an die Polizei wenden.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Auch das Angebot der neuseeländischen UFO-Forschungsorganisation UFOCUS an das Ministerium, die UFO-Thematik gemeinsam zu diskutieren, wurde bislang nicht angenommen geschweige denn erwidert. Lediglich ein Hinwies darauf, dass die einst klassifizierten UFO-Akten vollständig veröffentlicht werden würden, wurde den UFO-Forschern vorab überstellt.

Insgesamt wurden im vergangenen Dezember mehr als 2000 Seiten mit UFO-Informationen, die seit den 1950er Jahren zusammengetragen und archiviert wurden, in insgesamt 12 Aktenausgaben veröffentlicht, nachdem man beim NDZF zuvor damit beschäftigt waren, Informationen, die Persönlichkeitsrechte betreffen, in den Akten zu anonymisieren. Die aktuell veröffentlichten Akten betreffen Meldungen und Kommentare seit 2009.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Verspätet: Neuseelands UFO-Akten sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden

22. Dezember 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / stuff.co.nz
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE