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Donnerstag, 7. April 2011

Die unterschätzten Kräfte des Schenkens

Archiv: Traditionell verpacktes japanisches Geldgeschenk | Copyright: Public Domain

Alfter bei Bonn/ Deutschland - Wenn es einen Anlass gibt, schenken Menschen gerne. Nach einem Erdbeben fließen Millionen von Spenden, an Geburtstagen packen sie selbstverständlich ein Paket. Schenkt man aber bewusst, kann das enorme Kräfte freisetzen, die bislang zu wenig beachtet werden. Das ist das Ergebnis der Konferenz "Schenken neu denken", wie sie diese Woche die "Alanus Hochschule" und die "GLS Treuhand e.V." für rund 50 Studierende und Gäste ausgerichtet haben.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, alanus.edu

Schenken schafft Freiräume, in denen etwas Neues entstehen kann“, sagte der Vorstand der GLS Treuhand, Michael Lieberoth-Leden. Der Beschenkte könne sein Vorhaben frei von finanziellem Druck im besten Sinne seiner Idee verwirklichen und damit die Gesellschaft inspirieren. Bei den Beteiligten rege es Vertrauen und Tatkraft an.

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Dennoch sei wichtig, wie mit welchem Bewusstsein geschenkt wird. „Schenken hat insbesondere dann eine sozial-ökonomische Qualität, wenn es ohne Erwartungen auf eine Gegenleistung geschieht“, sagte Steffen Koolmann, Juniorprofessor mit Schwerpunkt Not-for-Profit-Management an der Alanus Hochschule. Das sieht auch Richard Everett so, Kundenberater der GLS Treuhand. Die Menschen dächten zu sehr an sich selbst. In der Wirtschaft werde vornehmlich an hohe Profite gedacht. Schenken könne dies ändern.

Die Konferenz-Teilnehmer kamen insbesondere durch die Ausführungen von Susanne Auwärter-Brodbeck, die eine Stiftung aus Privatvermögen gegründet hat, zu dem Schluss, dass das Schenken zu oft mit eigenen Interessen in Verbindung gebracht wird. Darum müsse das bedingungslose Schenken wieder stärker ins Bewusstsein treten und regelrecht geübt werden.

Die Alanus Hochschule kündigte an, Schenken stärker als Forschungsthema zu verfolgen. "Das Phänomen ist wissenschaftlich kaum bearbeitet. Bislang gibt es kaum klare Definitionen", so der vor wenigen Tagen ernannte Juniorprofessor für Social Banking, Sven Remer.

Die GLS Treuhand e.V. hat seit 50 Jahren Erfahrung im Schenken, Stiften und Beraten. Sie vergibt jährlich Förderungen von rund 6,7 Millionen Euro für knapp 500 Projekte. Aus ihr ging 1974 die GLS Bank hervor.

Perspektiven für einen anderen Umgang mit Geld und ein verantwortungsvolles Wirtschaften sind auch zentrale Themen der Alanus Hochschule, die im Fachbereich Wirtschaft zu Not-for-Profit-Management und Social Banking lehrt und forscht. In ihren Bachelor- und Masterstudiengängen der Betriebswirtschaftslehre sensibilisiert sie Studenten für einen kritischen Blick auf gängige Wirtschaftsmodelle.

Bücher zum Thema:

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Quelle: alanus.edu

Unbekannte Elementarteilchen oder gar unbekannte Grundkraft der Physik entdeckt

Luftbild der Fermilab-Einrichtung | Copyright Public Domain

Batavia/ USA - Physiker am "Fermi National Accelerator Laboratory", haben mit dem einst größten Teilchenbeschleuniger "Tevatron" möglicherweise eine bislang unbekannte Form von Elementarteilchen entdeckt. Vielleicht handelt es sich sogar um eine der Wissenschaft unbekannte physikalische Kraft.

Kurz bevor der "Tevatron" voraussichtlich im kommenden September aufgrund von Budgetkürzungen stillgelegt werden soll, vermeldeten die Forscher um Christopher Hall nun die möglicherweise sensationelle Entdeckung: "Niemand weiß bislang, um was es sich hier handelt. Sollten sich die Daten bestätigen, ist das allerdings die wahrscheinlich wichtigste Entdeckung der Physik in den vergangenen 50 Jahren."

Wie die "New York Times" berichtet, gibt es für den ungewöhnlichen Ausschlag in den gemessenen Daten Hinweise darauf, dass es sich um eine "neue und unerwartete Variante der lange gesuchten 'Higgs-Boson'-Teilchen handelt". "Higgs-Bossons" sind hypothetische Elementarteilchen, wie sie im Standardmodell der Elementarteilchenphysik vorhergesagt werden und voraussichtlich für die Masse von Elementarteilchen verantwortlich ist. Der Nachweis dieser auch als "Gottesteilchen" bezeichneten Partikel ist auch Ziel des weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC am Europäischen Kernforschungszentrum "CERN" nahe Genf (s. Links).

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Allerdings könne es sich nicht um Teilchen des Higgs-Standardmodells handeln, da diese erwartungsgemäß in wesentlich schwerere Partikel, die sogenannten Quarks, zerfallen, was anhand der neuen Werte nicht beobachtet werden konnte. Hinzu läge die Entstehungsrate der vermeintlich neuen Teilchen um das 300-fache über jener, wie sie für gewöhnliche Higgs-Boson vorhergesagt wird.

Eine andere Erklärung für die Messdaten wäre sogar eine neue, der Wissenschaft bislang unbekannte Grundkraft der Physik. Neben den bislang bekannten Grundkräften Gravitation, Elektromagnetismus und der starken und schwachen Kernkraft, würde sich die neue Kraft lediglich auf kurze Distanzen auf atomarer Kernebene auswirken, so die Forscher.

Wie die Wissenschaftler in einer ersten Stellungnahme erklärten, sei man von der Entdeckung ebenso bewegt wie auch noch vorsichtig in der Interpretation der Daten: "Sollten sich die bisherige Auswertungen jedoch bestätigen, wäre diese Entdeckung von derartiger Bedeutung, dass dies uns fast schon ein wenig Angst macht. Deshalb müssen wir alle möglichen Alternativen zunächst sorgfältig untersuchen."

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Werten lediglich um eine statistische Schwankung handelt, wird von den Forschern und Kollegen auf weniger als ein Prozent eingestuft.

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Bücher zum Thema:

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / fnal.gov / nytimes.com

Hinweise auf einst flüssiges Wasser auf einem Kometen entdeckt

Fotoaufnahme des Kometen "Wild-2" durch die "Stardust"-Sonde | Copyright: NASA

Tucson/ USA - US-amerikanische Astronomen haben in einem Kometen Mineralien nachgewiesen, zu deren Entstehung flüssiges Wasser notwendig ist. Der Fund stellt damit die bisherige Vorstellung von Kometen als seit ewigen Zeiten gefrorene "schmutzige Schneebälle" massiv in Frage.

Bei einer Analyse von Partikeln, die die NASA-Sonde "Stardust" vom Kometen "Wild-2" im vergangenen Jahr zurück zur Erde gebracht hatte, stießen Professor Dante Lauretta und Eve Berger vom "Lunar and Planetary Laboratory" an der "University of Arizona" gemeinsam mit Kollegen vom "Johnson Space Center" und dem "Naval Research Laboratory", im Innern der Kometenpartikel auf Mineralien, die sich in Anwesenheit von flüssigem Wasser gebildet haben müssen. "Irgendwann muss es im innern des Kometen Reservoire mit flüssigem Wasser gegeben haben", so Berger. Ihre Entdeckung werden die Forscher in der Onlineausgabe des Fachmagazins "Geochimica et Cosmochimica Acta" veröffentlichen.

Da sie hauptsächlich aus Wassereis, sowie aus Teilen von Staub und Gasen bestehen, werden Kometen oft auch als "schmutzige Schneebälle" bezeichnet. Kommen Kometen der Sonne zu nahe, reißt deren hochenergetische Strahlung Partikel aus dem "Schneeball" heraus und lässt so den charakteristischen Kometenschweif entstehen.

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"Als das Wassereis auf 'Wild-2' schmolz, löste das warme Wasser vorhandene Mineralien und lagerte jene Eisen- und Kupfersulfide ab, die wir nun in unserer Untersuchung entdeckt haben", erläutert Lauretta, der zugleich wissenschaftlicher Leiter der Auswertung der Stardust-Mission ist. "Diese Sulfidmineralien müssen sich bei Temperaturen von zwischen 50 und 200 Grad Celsius gebildet haben - sehr viel wärmer also als die Minusgrade, die bislang eigentlich im Innern von Kometen erwartet wurden.

Wie angesichts zahlreicher anderer Kometen, so vermuten Wissenschaftler auch die Herkunft von "Wild-2" im sogenannten Kuipergürtel, eine ringförmige Region außerhalb der Umlaufbahn des äußersten Planeten unseres Sonnensystems Neptun, die von mehr als 70.000 Objekten mit einer Größe von mehr als 100 Kilometern Durchmesser gebildet wird.

Die Entdeckung von Mineralien, die nur unter warmen Bedingungen entstanden sein können, stellt für die Forscher eine wichtige Erkenntnis über die Entstehung von Kometen und somit auch des Sonnensystems dar.

Zudem haben die Forscher im Innern von "Wild-2" das Mineral Cubanit identifiziert, wie es bislang nur sehr selten in Proben aus dem Weltraum gefunden wurde. "Cubanit kommt in zwei Formen vor", erläutert Berger. "Jene, die wir in 'Wild-2' gefunden haben, existiert nur bei Temperaturen von unter 210 Grad Celsius. Das ist sehr wichtig, denn es sagt uns zugleich, dass diese Proben keinen höheren Temperaturen ausgesetzt waren. (...) Sollte sich dieses Mineral auf bzw. im Kometen gebildet haben, sagt das konkret etwas über Wärmequellen auf Kometen im Allgemeinen aus."

Die Entdeckungen der Forscher ermöglichen also eine recht genaue Angabe über die Wärmequellen auf bzw. im Innern des Kometen. So zeigt die Anwesenheit von einst flüssigem Wasser einerseits, dass es auf dem Kometen warm genug gewesen sein musste, um Eis zu schmelzen. Die Existenz des Cubanit belegt andererseits, dass die hierzu notwendigen Temperaturen nicht höher als 210 Grad Celsius gewesen sein konnten.

Laut Berger gibt es zwei Quellen, die auf Kometen Wärme erzeugen können: Kollisionen mit anderen Objekten und radioaktiver Zerfall von Elementen im Innern des Kometen.

Während Kollisionen jederzeit genügend Wärme zur Entstehung von Wassereinschlüssen erzeugen und die gefundenen Minerale sogar schon innerhalb von nur einem Jahr entstehen lassen können, würde radioaktiver Zerfall auf eine frühe Entstehung der Minerale hindeuten, da radioaktive Nuklide im Laufe der Zeit zerfallen und die Wärmequelle somit mehr und mehr versiegt.

"Die nun neu vorliegenden Temperaturgrenzen werden uns eine detaillierte Analyse jener Rolle erlauben, die Temperaturen in der Geschichte des Kometen 'Wild-2' gespielt haben", so Lauretta.

Laut den Forschern belegen die Entdeckungen, dass Kometen Prozesse von Erwärmung und chemischer Reaktionen in flüssigem Wasser durchlaufen, wie sie vorhandene Mineralien verändern, die noch aus jener Zeit stammen, als sich unser Sonnensystem noch in Form einer protoplanetaren Staub- und Gasscheibe befand. Zugleich zeigen die Ergebnisse eine immer offensichtlicher werdende Verbindung zwischen Kometen und Asteroiden.

"Was wir gefunden haben, verändert unsere Sicht von Kometen vollständig", so Lauretta. "Wir glauben, dass Kometen als individuelle Einheiten mit jeweils eigener und einzigartiger geologischer Vergangenheit betrachtet werden sollten." Zugleich seien die Ergebnisse ein Beweis für die Bedeutung von Missionen, die Proben von Kometen und Asteroiden zur Erde bringen."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / arizona.edu
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