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Dienstag, 12. April 2011

Negatives Menschenbild macht egoistisch

Verwahrloste städtische Industrieruine in Berlin-Friedrichshain | Copyright: GNU FDL, de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Nicor

Bonn/ Deutschland - Die Erwartungshaltung über das Verhalten der Mitmenschen bestimmt maßgeblich, ob Menschen miteinander kooperieren. Die ursprüngliche Erwartung ist zudem schwer zu revidieren. "Dies gilt vor allem, wenn es sich um eine negative Vorstellung handelt", fasst Michael Kurschilgen vom Max-Planck-Institut für Gemeinschaftsgüter in Bonn eines der wichtigsten Ergebnisse einer Studie zusammen, bei der er gemeinsam mit seinen Kollegen Christoph Engel und Sebastian Kube die Ergebnisse von Gemeinwohlspielen unter die Lupe nahm. Die eigene Erwartung wird so zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Wer von Egoismus ausgeht, trifft dann tatsächlich häufiger auf unkooperatives Verhalten bei seinen Mitmenschen.

- Bei dieser Meldung handelt es sich um eine Pressemitteilung des "Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern", coll.mpg.de

In früheren Studien hatten andere Forscher Teilnehmer in Bonn und London mit solchen - in der experimentellen Ökonomie sehr beliebten Spielen - erfolgreich in eine soziale Zwickmühle gebracht. Engel, Kube und Kurschilgen nutzten die Vorlagen für ihre Studie, die sie auf einen Aspekt fokussierten, der auch Sozialpolitiker und Stadtplaner interessieren dürfte. "Wir wollten herausfinden, ob die "broken windows"-Theorie auch im Labor funktioniert", erläutert Michael Kurchilgen.

Dieser Theorie zufolge können kleine Details wie kaputte Scheiben in verlassenen Gebäuden oder Müll auf den Straßen desolate Zustände wie die komplette Verwahrlosung eines Quartiers nach sich ziehen. "Solche Anzeichen der Verwahrlosung vermitteln Menschen den Eindruck, dass dort die sozialen Normen außer Kraft sind", erklärt Kurschilgen die Idee dieser Theorie, die auch den New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani zu seiner Null-Toleranzstrategie bewegte, mit der er in den 1990er Jahren in seiner Stadt erfolgreich aufgeräumt hatte.

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Mit ihrer Studie setzten die drei MPI-Wissenschaftler die Theorie in ein wissenschaftliches Experiment um. Anhand von Gemeinwohlspielen wie sie in der experimentellen Ökonomie gern eingesetzt werden, wollten sie herausfinden, inwieweit der erste Eindruck das Verhalten von Menschen bestimmt und wie stark dieser durch ausgewählte Informationen beeinflussbar ist. Der Aufbau der Spiele spiegelt das klassische Dilemma zwischen Eigennutz und sozialem Verhalten wider: Gruppen aus vier Spielern erhalten einen Geldbetrag von jeweils 20 Talern, der entweder für sich behalten oder in ein Gemeinschaftsprojekt investiert werden kann. Jeder in das Gemeinschaftsprojekt investierte Taler wird mit 0,4 Taler vergütet. Wenn alle vier Gruppenmitglieder ihre 20 Taler investieren, erhält jeder 32 Taler, also 12 Taler mehr, als wenn alle ihr Geld für sich behalten. Investieren nur drei ihr Geld für die Gemeinschaft, erhält der egoistische vierte Mitspieler dagegen 44 Taler.

Auch der Trittbrettfahrer profitiert also vom Einsatz seiner Mitspieler in den Gemeinschaftsfonds. "Das Gemeinwohlspiel kreiert so ein soziales Dilemma", erklärt der Ökonom. Denn am besten für die Gemeinschaft wäre es, wenn alle in das Kollektiv investierten, doch auf individueller Ebene fahren die Trittbrettfahrer am besten. Schließlich bekommen sie den Bonus auch ohne Investition.

Überraschenderweise gibt es in Bonn und London deutliche Unterschiede in der Bereitschaft, ins Gemeinwohl zu investieren. Gerade einmal 43 Prozent hatte der Londoner im Schnitt in das Gemeinschaftsprojekt eingezahlt. In Bonn dagegen waren es 82 Prozent. "Das liegt wahrscheinlich an unterschiedlichen Erwartungen darüber, was normales Verhalten ist", vermutet Kurschilgen. Wer davon ausgeht, dass auch die anderen sich egoistisch verhalten, neigt selbst auch kaum zu altruistischen Taten. "So gesehen haben die Londoner ein pessimistischeres Menschenbild als die Bonner", folgert er aus der Zurückhaltung der Briten. Ob sich jemand für ein kooperatives Verhalten entscheidet oder nicht, hängt folglich stark von seiner Annahme darüber ab, wie sich seine Mitspieler entscheiden.

In ihrer Versuchsreihe informierten Engel, Kube und Kurschilgen ihre neu rekrutierten Bonner Mitspieler über das Ergebnis der Londoner Studie. Wie sich zeigte, reagierten die Teilnehmer der neuen Runde deutlich negativ auf die Information, dass in London in den Experimenten zuvor nur wenige Teilnehmer kooperatives Verhalten gezeigt hatten. Anders als die braven Bonner der Vorrunden, zeigten auch sie wesentlich geringere Ambitionen zum Gutmenschentum: Statt über 80 Prozent für das Gemeinwohl zu geben, waren es in diesen Versuchen nur noch durchschnittlich 51 Prozent. Die Negativinformation reichte also, um das zuvor positive Bild der Bonner zu revidieren. Hingegen funktionierte dieses Muster andersherum kaum - Gute Beispiele machten aus schlechten Mitspielern keine Musterknaben.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Kern der "broken windows"-Theorie tatsächlich stimmt. Angesichts eines sozialen Dilemmas lassen sich Menschen sehr stark von ihrer ursprünglichen Erwartungshaltung gegenüber ihren Mitmenschen leiten, aber sie sind dabei auch besonders sensibel gegenüber negativen Impressionen", schließt Kurschilgen aus dieser Beobachtung. Mit diesem Fazit steht für ihn auch fest: Jeder Cent, der in den Substanzerhalt von Wohnvierteln fließt, ist keine reine Stadtkosmetik, sondern eine gute Investition gegen Kriminalität.

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Quelle: coll.mpg.de

Studie: Doch keine Eisvulkane auf Saturnmond Titan?

Bildkomposition des Saturnmondes Titan aus vier Aufnahmen der Cassini-Sonde von 2005 (koloriert) | Copyright: Alan Taylor, NASA

Moffet Field/ USA - Noch bis vor kurzem galt der größte Saturnmond Titan, der mit seiner dichten Atmosphäre nicht nur der jungen Erde gleichen soll und als einziger Körper im Sonnensystem, neben der Erde, über einen Flüssigkeitskreislauf - hier jedoch nicht aus Wasser, sondern aus flüssigen Methan und Ethan - verfügt, unter Planetenwissenschaftlern als geologisch aktiv, mit einer Oberfläche, die von Eiskvulkanen geformt wird. Eine neue Studie zieht diese Vorstellung nun jedoch in Zweifel.

Wie die Forscher um Jeff Moore vom "Ames Research Center" der NASA aktuell im Fachmagazin "Icarus" berichten, soll das Innere von Titan erkaltet und geologisch "eingeschlafen", also auch nicht in der Lage sein, aktive Eisvulkane anzutreiben.

"Es wäre fantastisch, wenn es Beweise dafür gäbe, dass Titan über eine interne Wärmequelle verfügen würde, um Eisvulkane und Lavaflüsse zu bilden", so Moore. "Die hierzu vorliegenden Beweise sind jedoch nicht überzeugend und kürzliche geophysikalische Studien schwächen die Möglichkeit von Eisvulkanen zusehends."

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Während Wissenschaftler darin übereinstimmen, dass es auf Titan Seen aus flüssigem Methan und Ethan, von diesen exotischen Flüssigkeiten geformte Täler und Einschlagskrater verfügt, werden andere Daten der Saturnsonde Cassini weiterhin kontrovers diskutiert.

Statt jedoch von eigener geologischer Aktivität, soll laut den Autoren der aktuellen Studie, die Oberfläche des Saturnmondes von Kräften von außen, in Form etwa von Einschlägen von Asteroiden bzw. Meteoriten, sowie von Wind und Regen, der Flüsse und Seen füllt, geformt werden.

Erst im vergangenen Dezember (2010) entdeckten NASA-Wissenschaftler anhand topografischer Daten der Titan-Region "Sotra Facula" Geländemerkmale, wie sie auf einen möglichen Vulkanberg hindeuten (...wir berichteten). Doch auch diese Interpretation sehen die Autoren der neuen Studie als noch nicht eindeutig.

Ein maßstabsgetreuer Vergleich der Oberflächenstrukturen zwischen der Xanadu-Region auf Titan (links) und einem von Kratern übersäten Terrain auf dem Jupitermond Callisto (rechts), aufgenommen von den Sonden Cassini und Galileo. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Titan gleiche vielmehr dem erkalteten Jupitermond Callisto, nur, dass dieser kein Wetter aufweise. "Jedes Detail, das wir auf Titan sehen, kann so auch durch Wind, Regen und Meteoriteneinschläge erklärt werden - es bedarf also keiner internen Wärmequelle", so Moore.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

50 Jahre bemannte Raumfahrt: Auch Gagarin soll UFOs gesehen haben

Der erste Mensch im All: Yuri Gagarin | Copyright: NASA

Moskau/ Russland - Am heutigen 12. April jährt sich der erste bemannte Flug ins All zum 50. Mal. Nur wenige wissen, dass schon der erste Mensch im All, der Russe Yuri Gagarin, von der Existenz von UFOs nicht nur überzeugt gewesen sein, sondern auch selbst unidentifizierte Flugobjekte im All gesehen haben soll.

"Das erste Raumschiff der Welt mit einem Menschen an Bord, ist heute von der Sowjetunion aus in einen Orbit über der Erde gestartet worden. Der Kosmonautenpilot des Raumschiffs 'Wostok' ist ein Bürger der UdSSR, Fliegermajor Juri Gagarin", so die Pressemitteilung zum ersten Raumflug vom 12. April 1961.

"Diese Nachricht", so die europäische Raumfahrtagentur ESA, "elektrisierte 1961 die Welt. Die Amerikaner wurden von dem Coup völlig überrascht. Dennoch waren ihre Glückwünsche, die sie nach Moskau übermittelten, aufrichtig. Exakt 108 Minuten dauerte Gagarins epochaler Flug, bei dem er als erster Mensch einmal die Erde umrundete. Schnell avancierte er weltweit zum Idol."

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1993 publizierten Brian Gresh und George Knapp im "MUFON UFO Journal" sowie 1994 "Flying Saucer Review" einen Artikel über die "Sowjetischen UFO-Geheimnisse" (Soviet UFO Secrets). Während Treffen mit Offiziellen des russischen Verteidigungsministeriums erhielten die UFO-Journalisten demnach Informationen über sowjetische Studien und Informationen zum UFO-Thema, aus welchen auch Sichtungen der sowjetischen Kosmonauten hervorgingen.

Diese sollen, so die Autoren, sich auch direkt auf Aussagen Yuri Gagarins beziehen: "UFOs sind real und sie fliegen mit unglaublicher Geschwindigkeit. Wenn man es mir erlaubt, berichte ich gerne sehr viel mehr über meine eigenen Sichtungen im Erdorbit", wird Gagarin zitiert. (Anm. d. GreWi-Redaktion: Eine von den Autoren unabhängige Quelle dieses Zitats lag uns bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung leider noch nicht vor.)

Auch zahlreiche Nachfolger Gagarins, Kosmonauten des sowjetischen Raumfahrtprogramms wurden Zeugen unidentifizierter Flugobjekte ( UFOs ) im Erdorbit: In seinem Buch "Geheimsache U.F.O." berichtet Michael Hesemann von seinem Interview mit dem ehemaligen Vize-Direktor des sowjetischen "Instituts für Kosmonautik" und späteren Co-Direktoren des "Museums für Kosmonautik" in Moskau, Dr. Mark Milkhiker. Milhiker gehört zu den großen Pionieren der sowjetischen Raumfahrt, hatte schon als Student eine eigene Rakete konstruiert, war Schüler des Raumfahrtpioniers Ari Abrom Sternfelder und des Begründers der Astrobiologie Gabriel A Tichow und später Mitentwickler der Anzüge der Kosmonauten. Auf die Frage, ob er von UFO-Sichtungen durch Kosmonauten wisse, antwortete Milkhiker: "Ja, eine ganze Reihe von ihnen vertrauten mir ihre Erlebnisse im Erdorbit an. (...) Zum Beispiel erzählte mir General Pavel Popovich, der an drei Weltraummissionen teilnahm, er habe im Orbit ein dreieckiges Objekt beobachtet. Auch (die Kosmonauten) Ivantschenko und Kovalyonok, hatten UFO-Begegnungen, die sogar on der Monographie 'Untersuchungen und Beobachtungen der Erdatmosphäre durch Saljut 6' erwähnt wurden."

Zudem habe Milkhiker selbst mit dem ostdeutschen Kosmonauten General Sigmund Jähn gesprochen, der einige Tage an Bord der sowjetischen Raumstation "Saljut 6" verbracht hatte, deren Stammbesatzung Ivantschenko und Kovalyonok waren. Auch er habe ihm die Sichtung ausführlich geschildert. "Auch die Zeitschrift 'Sputnik' (10/1989) zitierte den Vorfall in einem Bericht über das UFO-Phänomen. Das kugelförmige Objekt umkreiste Saljut 6, wurde 47 Minuten lang beobachtet, von den Kosmonauten über Funk beschrieben, im Logbuch vermerkt, fotografiert und gefilmt. Das Objekt begleitete die Station wie eine Patrouille in einer Entfernung von weniger als 1000 Meter."

Skizze der beobachteten UFO-Kugeln von Generalmajor Vladimir Kovalyonok (l.) | Quelle/Copyright: Michael Hesemann

Weitere Details des Vorfalls bestätigte auch Oberst Dr. Marina Popovich, die berühmteste Testpilotin der Sowjetunion und später selbst aktive UFO-Forscherin und Autorin, gegenüber Hesemann: "Am 12. März 1981 waren Kovalyonok und Ivantschenko zu ihrer 75-Tage-Mission an Bord der Raumstation 'Sajut 6' gestartet. (...) Am 14. Mai 1981 beobachteten sie zwei kugelförmige Objekte, die sich durch eine Art Verbindungsrohr oder Korridor zusammenschlossen (s. Abb.). Dann schien eine der Kugeln lautlos zu explodieren, während sich die zweite Kugel langsam der Raumstation näherte. Für Kovalyonok war das Grund genug, sich auf den Versuch einer Kontaktaufnahme zu konzentrieren. Es gelang ihm sogar, die bis auf 200 Meter herangekommene Kugel zu filmen. Der Film befindet sich heute wahrscheinlich in den Archiven unserer Raumfahrtbehörde. Er stand damals unter strenger Geheimhaltung. Denn vor Glasnost, vor der Gorbatschow-Ära, war es unseren Kosmonauten streng verboten, über ihre UFO-Erlebnisse und Sichtungen zu berichten."

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / ufoevidence.org / M.Hesemann
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