https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de


Mittwoch, 13. April 2011

Studie über mediale Kommunikation mit Verstorbenen

Charlottesville/ USA - Eine im wissenschaftlichen Fachmagazin "Journal of Nervous and Mental Disorders" veröffentlichte Studie wirft eine neues Licht auf die Behauptungen spiritistischer Medien, über die Gabe zu verfügen, mit Verstorbenen in Kontakt treten zu können.

Wie Dr. Emily Williams von der "University of Virginia" gemeinsam mit der Hospizgeistlichen Dianne Arcangel in ihrer Studie mit dem Titel "An Investigation of Mediums Who Claim to Give Information About Deceased Persons" (Eine Untersuchung von Medien die behaupten, Informationen über verstorbene Personen geben zu können) berichten, führten sie hierzu zwei Testreihen durch. Um sogenanntes "Cold Reading", also dem bewussten oder auch unbewussten "ablesen" von Informationen anhand von äußerlichen Merkmalen oder Verhaltensweisen der in diesem fall den Medien gegenübersitzenden Zielperson, auszuschließen, saß den Medien eine die eigentlichen Ziel- bzw. Testpersonen stellvertretende Person gegenüber, die nur sehr wenig oder gar nicht über die Verstorbenen wussten.

In ihrer ersten Testreihe wurden jeweils 4 ausgewählte Medien damit beauftragt jeweils eine" Lesung" für drei Testpersonen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Tests, bei welchen dem Medium keinerlei Anhaltspunkte über die jeweils Verstorbenen an die Hand gegeben wurden, und die Testpersonen die Abschriften der Aussagen Punkt für Punkt im Sinne von "zutreffend" oder "nicht zutreffend" bewerten sollten, waren nicht signifikant.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können Sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Für die zweite Testreihe", so Williams, "machten wir drei Veränderungen des Versuchsaufbaus, um so den Fokus gezielt auf die Verstorbenen Person zu richten. Zum einen wurde den Medien ein Foto der verstorbenen Person zur Verfügung gestellt – allerdings keinerlei weitere persönliche Informationen. Um zu testen, ob der Stellvertreter eine Rolle für den Erfolg oder Misserfolg der Lesung hat, wurde dessen Funktion mit mir und einer weiteren Person aufgeteilt. Jeder stand also jeweils einer Hälfte der Sitzung zur Verfügung. Zudem wurde die Bewertung der Abschrift der Lesung vereinfacht und die wirklichen Zielpersonen gebeten, das Ergebnis nicht Aussage für Aussage sondern insgesamt zu bewerten."

In der neuen Testreihe wurden nun neun Medien beauftragt insgesamt 40 Personen Informationen über verstorbene Angehörige übermitteln. Zwei der Medien führten sechs derartige "Lesungen" durch, während die verbliebenen sieben Medien jeweils vier "Lesungen" durchführten.

Jeder Person wurden nach den Sitzungen Abschriften von jeweils sechs Lesungen durch die Medien übergeben, wobei es sich nur bei einem der Texte um die Abschrift der tatsächlich auf diese Person bezogenen Lesung handelte. Diese Texte sollten die Testpersonen sodann danach bewerten, wie stark die jeweils auf sie zutrafen.

Von den 40 Testpersonen übermittelten 38 diese Bewertungen. Mehr als ein Drittel dieser Rückmeldungen (insgesamt 14) wurden von den Testpersonen korrekt ausgewählt bzw. der jeweils ihnen angehörigen verstorbenen Person zugeordnet - ein Ergebnis also, dass signifikant über der zu erwarteten maximalen Zufallsquote lag. Die Auswertung zeigte zudem, dass ein Medium sich besonders deutlich von den anderen abhob und alle seiner sechs Lesungen von den entsprechenden Testpersonen mit der Bewertung "1" eingestuft wurden.

Um mögliche Vorteile für die Medien auszuschließen, wurden von den Forscherinnen zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen, wenn beispielsweise vor der Übergabe der Abschrift physische Beschreibungen aus diesen entfernt wurden. Hier so kommentiert Greg Taylor von "DailyGrail.com" offenbare sich jedoch zugleich eine der zahlreichen Problematiken wenn es darum geht, mediale Aussagen mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen. Gehe es doch im Falle der Informationsübermittlung von Informationen Verstorbener an lebende Personen mit Hilfe eines Mediums genau um jene Interaktion zwischen den drei angeblich beteiligten Parteien, wie sie eine saubere wissenschaftliche Methodik hingegen auszuschließen versuche.

Während frühere Studien (etwa von dem Para-Skeptiker Professor Riachard Wiseman) die medial getroffenen Aussagen, Punkt für Punkt in "zutreffend" oder "falsch" beurteilen und unterteilen ließ, baten Williams und Arcangel die Testpersonen um eine Bewertung der Lesung als Ganzes. Hierin sieht Taylor wiederum einen Vorteil: "Die Bewertung einzelner Aussagen innerhalb einer medialen Lesung halte ich für absolut falsch, da die Geschichte der Medialität belegt, dass die überzeugenden Elemente oft in lediglich einem einzigen "Dazzle Shot" liegen (Anm. d. GreWi-Redaktion: also einer unerwartet hochgradig konkreten Informationen innerhalb einer Vielzahl von pauschalen oder gar falschen Aussagen und Informationen des Mediums). Eine Bewertung der vollständigen Lesung statt dem addieren korrekter Aussagen, ermöglicht es meiner Meinung nach sehr viel eher einzuschätzen, ob tatsächlich eine persönliche Verbindung vorhanden ist."

Einige Beispiele für entsprechenden richtigen Bewertungen durch die 14 Testpersonen hat Taylor auf seiner Seite "DailyGrail.com" zusammengefasst: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie das von jemand anderem als von XXX stammen kann."; "Ich bin mir sicher, dass ich die richtige Wahl (aus den vorgelegten Abschriften) getroffen habe und würde sogar mein Leben darauf verwetten."; "Eine der Lesungen sticht aus allen anderen hervor. Ich weiß einfach, dass es die richtige ist, weil es so sehr nach meiner Mutter klingt."; "In einem Fall gibt es so viele Hinweise darauf, dass es sich um meinen Sohn handeln könnte".

Bücher zum Thema:

- - -

Während diese Beispiele eher allgemeinen Charakter besitzen, gab es auch wenige, die sehr genau ins Detail gingen: So erläuterte die bereits genannte Testperson, die ihr Leben auf ihre richtige Wahl verwetten würde an, dass die unerwartete Aussage des Mediums, dass sie "hier etwas merkwürdig lustiges über Lakritze" sehe, "ganz so, als gäbe es einen großen Witz oder Spaß mit Lakritze gibt", ein eindeutiges Zeichen für seinen verstorbenen Sohn sei, der mit seiner Mutter zu Lebzeiten oft über Lakritze gewitzelt habe. In einem anderen Fall beschrieb das Medium Schmerzen am Hinterkopf und damit genau an jener Stelle, an der eine fragliche Person bei einem tödlichen Autounfall verletzt worden war.

In einem anderen Fall beschrieb das Medium eine Person namens "Mike, Mikey, Michael". Die passende Testperson konnte diese Information ihrem verstorbenen Bruder zuordnen, der als Kind "Mikey", als Jugendlicher "Michael" und später dann "Mike" genannt wurde. Eine "in den Jugendjahren der Testperson einflussreiche Frau, entweder die Mutter oder Großmutter, die Hühner mit den Händen erwürgen kann", wurde in einem anderen Fall von dem Medium beschrieben. Tatsächlich traf dies auf die verstorbene Großmutter zu und das erste Beobachten eines solchen Vorgangs durch ihre Enkelin, hatte bei dieser zunächst große Ängste und Eindrücke hinterlassen: "Tatschlich habe ich danach meine Großmutter immer wieder als 'Hühner-Killer' bezeichnet."

Abschließend erklären Williams du Arcangel: "Wie auch andere begabte Personen, so sind auch wirklich begabte Medien eher die Ausnahme und jene, die diese Gabe auch unter adäquaten wissenschaftlichen Bedingungen durchführen können, sind noch seltener. Wenn wir aber dennoch diese Personen finden und mehr über sie und die zu ihrem Erfolg führenden Umstände lernen können, können solche Studien unser Wissen über die Natur des Bewusstseins, besonders solcher unterbewusster Aspekte, wie wir sie nur selten in unserem normalen Bewusstseinszustand erleben, erweitern. Bis dahin hoffen wir, dass unsere Studie ihren Beitrag dazu leisten kann, dass nicht alle Medien grundsätzlich als unfehlbare Orakel, noch als jene Fälscher angesehen werden, als welche sie die in der Öffentlichkeit gerne betrachtet und dargestellt werden. Die Geschichte der Erforschung der Medialität zeigt, dass das Phänomen ernst genommen werden sollte und wir hoffen, dass die Ergebnisse unsere Studie andere Wissenschaftler dazu ermutigt.

WEITRE MELDUNGEN ZUM THEMA
Im Interview: The Departed – Dr. Julie Beischel über ihre Forschungen über überlebendes Bewusstsein und Kommunikation mit Verstorbenen
23. September 2009
Vortrag in Basel: Prof. Dr. Erlendur Haraldsson über "Levitationen und Materialisationen: Grosse physikalische Medien aus Skandinavien"
7. November 2010

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / journals.lww.com/jonmd / dailygrail.com

Älteste Galaxie entdeckt

Eine gewaltige Gravitationslinse verstärkt das Licht der ältesten Galaxie | Copyright: NASA, ESA, CRAL, LAM, STScI

Lyon/ Frankreich - Mit dem Weltraumteleskop Hubble haben Astronomen die ältesten bislang bekannten Sterne entdeckt. Mit einem Alter von 13,5 Milliarden Jahren müssen die Sterne in dieser Galaxie schon rund 200 Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden sein. Die neue Entdeckung stellt bisherige Vorstellung von Entwicklung des frühen Kosmos in Frage.

Wie Johan Richard vom "Centre de Recherche Astronomique de Lyon" an der "Université Lyon 1" und Kollegen im Fachmagazin "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" berichten, könnte die neue Beobachtung dazu beitragen, das Geheimnis um die Frage zu lüften, wie der Wasserstoffnebel, der das frühe Universum im sogenannten Kosmischen Dunklen Zeitalter ausgefüllt hatte, aufgelöst wurde.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

Zwar handele es sich nicht um die entfernteste Galaxie die je beobachtet werden konnte - die Vermessung der Rotverschiebung datiert die Galaxie selbst auf ein Alter von nur 12,8 Milliarden Jahren - doch deutet eine Analyse der Sterne daraufhin, dass diese schon rund 750 Millionen Jahre früher entstanden sein mussten. Bislang war zudem auch noch keine derart klare Abbildung derart ferner Galaxien und ihrer Sterne möglich. Ein gewaltiger Galaxienhaufen (Abell 383), der sich perspektivisch betrachtet vor der alten Galaxie befindet, wirkt jedoch wie ein gigantisches kosmisches Vergrößerungsglas, eine sogenannte Gravitationslinse, und lässt so die Galaxie 11 mal heller erscheinen.

Während im Dunklen Zeitalter nahezu alles Licht von dem überall vorhandenen Wasserstoffnebel verschluckt wurde, so vermuten Astrophysiker, ionisierte schon die Strahlung der ersten Sterne und löste so den Nebel nach und nach auf. Diese Theorie zu überprüfen wird zukünftig auch Aufgabe des "James Webb"-Weltraumteleskops werden, das noch in diesem Jahrzehnt starten und dann auch das infrarote Lichtspektrum früher Galaxien analysieren soll.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA

Astronomen entdecken ältesten voll entwickelte Galaxienhaufen
13. März 2011
Astronomen entdecken bislang älteste Galaxie
27. Januar 2011
"Galaxie X" entdeckt?
17. Januar 2011


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Neue Methode soll Planeten um sonnennahe Rote Zwerge finden

Künstlerische Interpretation eines Planetensystems um einen Roten Zwergstern | Copyright: NASA/JPL-Caltec

Los Angeles/ USA - US-amerikanische und australische Astronomen haben eine neue Methode gefunden, auch Planeten um sonnennahe junge Sterne, sogenannte Rote Zwerge, entdecken zu können. Bislang standen Astronomen vor dem Problem, dass die kleinen Sterne meist zu lichtschwach sind, um eventuell in ihrem Umfeld vorhandene Planeten zu erkennen.

Vor dem Hintergrund großer und heller gelber Sterne, waren bisherige Versuche, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sogenannte Exoplaneten, direkt zu beobachten und abzubilden, nur in wenigen Fällen erfolgreich (...wir berichteten, s. Links).

Ein Vorteil für die Planetensucher ergibt sich jedoch aus dem Umstand, das junge Sterne (der sog. M-Klasse) mehr ultraviolettes Licht abstrahlen, als ihre älteren Gegenstücke und dadurch zum idealen Ziel für das schon 2003 gestartete Weltraumteleskop GALEX (Galaxy Evolution Explorer) werden, das eigentlich zur Beobachtung von Galaxien im ultravioletten Bereich des elektromagnetischen Spektrums genutzt wird.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ + + HIER können sie unseren täglichen Newsletter bestellen + + +

"Wir haben eine neue Technik entwickelt, mit der wir ultraviolettes Licht zur Suche nach jungen und noch kleinen Sternen in 'Erdnähe' nutzen", erläutert David Rodriguez von der "University of California Los Angeles" (UCLA), der die Ergebnisse der Entwicklung gemeinsam mit seinen Kollegen Ben Zuckerman, Mike Bessell von der "Australian National University" und Joel Kastner vom "Rochester Institute of Technology" aktuell im Fachmagazin "The Astrophysical Journal" veröffentlicht hat. "Diese jungen Sterne sind die idealen Kandidaten für die zukünftige direkte Abbildung von Exoplaneten".

Bisherige Suchen nach Exoplaneten um junge Sterne im ultravioletten Lichtspektrum, haben nur einen kleinen Teil des Himmels abgedeckt. Mit dem "Galaxy Evolution Explorer" könnte diese Lücken geschlossen werden. Erste Testreihen verliefen bereits hoffnungsvoll und schon jetzt habe das Weltraumteleskop gezeigt, dass es in der Lage ist, junge Sterne mit geringer Masse zu entdecken, wie sie für gewöhnliche Suchen zu lichtschwach waren.

Für die direkte Abbildung von Exoplaneten eignen sich die gesuchten sonnennahen junge Rote Zwerge in mehrerlei Hinsicht besonders gut: Zum einen sind sie relativ nah und liegen in direkter Sicht. Ihre niedrige Masse bedeutet, dass sie lichtschwächer als schwere Sterne sind und dadurch ihr eigenes Licht, jenes Licht, das von potentiell vorhandenen Planeten reflektiert wird, also auch weniger stark überstrahlt. Zudem bedeutet ein junges Alter des Muttergestirns auch ein vergleichsweise junges Alter seiner Planeten, wodurch die Körper noch wärmer und heller sind, als ältere Planeten.

Mit der bislang zur Verfügung stehenden Technologie, können jedoch lediglich große Planeten, ab etwa den Größen von Uranus und Neptun direkt abgebildet werden und selbst angesichts solcher Entdeckungen ist es bislang noch nicht möglich, beispielsweise Wolken oder Oberflächenmerkmale auszumachen. Doch auch hier zeigen sich die Forscher zuversichtlich, dass zukünftige Generationen von Teleskopen diesen Standard enorm nach vorne treiben werden.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Neue Schätzung: Milchstraße beherbergt zwei Milliarden erdähnliche Planeten
23. März 2011
Gezeiten beeinflussen habitable Zonen um massearme Sterne
25. Februar 2011
Rote Zwergsterne bedrohen Leben auf ihren Planeten
14. Januar 2011
Drei mal mehr Sterne im Universum als bislang gedacht
3. Dezember 2010
Neue Methode zur Exoplaneten-Suche erfolgreich
16. Oktober 2010
Astronomen bilden erstmals Transit eines Exoplaneten direkt ab
11. Juni 2010
Keine präbiotische Moleküle um braune und rote Zwerge
12. April 2009
Erstmals eindeutige Direktaufnahmen von Exoplaneten
13. November 2008
Erstmals Exoplanet um sonnenähnlichen Stern fotografiert
16. September 2008


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / galex.caltech.edu / nasa.gov
Copyright: grenzwissenschaft-aktuell.de
(falls nicht anders angegeben)


Für die Inhalte externer Links übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung.


WEITERE MELDUNGEN finden Sie auf unserer STARTSEITE