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Donnerstag, 12. Mai 2011

Mysteriöser Gammastrahlenausbruch im Krebsnebel

Der Krebsnebel zählt zu den hellsten Himmelsobjekten im Gammastrahlenspektrum (s. Fadenkreuz) | Copyright: NASA

Washington/ USA - Der Krebsnebel, der Überrest einer einstigen Sternenexplosion (Supernova) im Sternbild Stier, zählt zu den schönsten und zugleich bekanntesten astronomischen Erscheinungen am Himmel. Die von ihm ausgesandte Strahlung galt Astronomen lange Zeit als Konstante im Universum. Mit dem Gammastrahlen-Weltraumteleskop "FERMI" haben Wissenschaftler am 12. April 2011 einen gewaltigen Gammastrahlenausbruch im Krebsnebel registriert und stehen vor einem Rätsel.

Die Gammastrahleneruption war gewaltiger als alle zuvor beobachteten Gammastrahlenausbrüche und dauerte ganze sechs Tage lang an. Der Nebel selbst ist der Überrest einer Supernova, deren Licht die Erde im Jahr 1054 erreichte. Im Zentrum des sich nach und nach ausbreitenden Nebels befindet sich der Rest des einstigen Kerns des Sternes - ein superdichter Neutronenstern, der sich 30 Mal in der Sekunde um seine eigene Achse dreht. Bei jeder dieser Umdrehungen, schleudert der Neutronenstern Gammastrahlen in Richtung Erde und erzeugt dadurch eine pulsartige Emission, wie se für derartig rotierende Neutronensterne, die aus diesem Grund Pulsare genannt werden, charakteristisch ist.

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Abgesehen von diesen Pulsen gingen Astrophysiker bislang davon aus, dass die Strahlung des Krebsnebels eine konstante Quelle hochenergetischer Strahlung im All sei. Doch schon im Januar 2011 beobachteten Astronomen mit unterschiedlichen Teleskopen auf der Erde und im All, Helligkeitsveränderungen der Abstrahlung aus dem Nebel im Röntgenspektrum. Schon zuvor beobachtete das Gammastrahlen-Weltraumteleskop "FERMI" sowie der italienische Satellit "AGILE" mehrere kurzlebige Gammastrahlenausbrüche von mehr als 100 Millionen Elektronenvolt (eV), die schon damals die bislang bekannten Variationen im Röntgenbereich energetisch um das Hundertfache übertrafen. Zum Vergleich: Sichtbares Licht verfügt über eine Energie von 2 bis 3 eV.

Am 12. April stieg das Energiepotential der Gammastrahlenabgabe aus dem Nebel dann um das 30-fache an und übertraf die bislang stärksten Ausbrüche dieser Art somit um das Fünffache. Diese Aktivität erreichte ihren Höhepunkt am 16. April und verschwand dann innerhalb der folgenden Tage nach und nach vollständig.

Der Gammastrahlenausbruch am 12. April 2011 (s. Abb. r.) ließ die Helligkeit des Krebsnebels massiv ansteigen | Copyright: NASA/DOE/Fermi LAT/R. Buehler

"Diese Superflares sind die intensivsten Ausbrüche dieser Art, die wir bislang beobachten konnten und sie sind sehr verwirrend", erklärt Alice Harding vom "Goddard Space Flight Center" der NASA. "Wir vermuten, dass sie durch eine plötzliche Neuausrichtung des magnetischen Feldes in unmittelbarer Nähe des Neutronensterns (in etwa einem Lichtjahr Entfernung) erzeugt wurden. Wo genau dieser Vorgang jedoch stattfand bleibt weiterhin ein Rätsel."

Bei dieser Neuausrichtung, so vermuten die Forscher, werden Elektronen und andere Partikel auf annähernde Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und interagieren dann mit dem magnetischen Feld, wobei sie Gammastrahlen aussenden. Um für den beobachteten Gammastrahlenausbruch verantwortlich zu sein, müssen die Elektronen ein Energiepotential erreichen, dass selbst die Möglichkeiten, wie sie in Teilchenbeschleunigern wie dem "Large Hadron Collider" (LHC) am Europäischen Kernforschungszentrum "CERN" bei maximaler Auslastung erreicht werden könnten, um das Hundertfache übertreffen. Die Quelle des Ausbruchs selbst, so haben die NASA-Wissenschaftler errechnet, hatte in etwa die Ausdehnung unsres Sonnensystems.


Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / nasa.gov

Schottische Polizei veröffentlicht Bericht über paranormale Aktivitäten

Das Wappen und Motto der Tayside Police | Copyright/Quelle: tayside.police.uk

Dundee/ Schottland - Die Polizei der schottischen Region Tayside hat auf ihrer Internetseite zusammengefasst jene Berichte veröffentlicht, die ihr von den Bürgern über paranormale Aktivitäten in den vergangenen drei Jahren gemeldet wurden. Darin finden sich vornehmlich Meldungen über Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte (UFOs) und Spukphänomene.

In den "Reports of Paranormal Activity" hat sich die Polizeibehörde aufgrund einer Anfrage unter Berufung auf das schottische Informationsfreiheitsgesetz "Freedom of Information" (FOI) zur Anfrage eines Bürgers zu "Meldungen von UFOs, Hexen, Geistern, Vampiren und Zombies" geäußert. Dieser forderte sowohl Informationen zu Datum und Ort, eine kurze Zusammenfassung der beschriebenen Ereignisse und eine Einschätzung darüber, welche Kosten und wie viele Arbeitsstunden die Meldung bzw. deren Untersuchung verursacht hatte.

Auf die Anfrage erläutert die "Tayside Police" auf ihrer Internetseite "tayside.police.uk", dass das Melde- bzw. Aufzeichnungssystem über keine eigenen Kategorien bzw. Suchfunktionen für die spezifische Anfrage verfüge und das jegliche Meldungen dieser Art entweder als "General Beat Duties", also als generelle Revieraufgaben oder als "Messages To/From Public" also als Meldungen von Zivilisten, eingeordnet würden. Die entsprechenden Details ergäben sich lediglich aus dem Text der einzelnen Berichte.

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Eine entsprechende Suche nach solchen Einzelfällen, wäre aus diesen Gründen also "zu kostspielig", um sie innerhalb der gewöhnlichen Bedingungen des FOI durchzuführen. Die Kostengrenze für derartige Anfragen liege derzeit bei 600 britischen Pfund und würde im konkreten Fall deutlich überschritten werden.

"Um aber dennoch im Sinne der Anfrage behilflich zu sein, haben wir unser System nach den Suchwörtern 'UFO, Geist, Hexe, Vampir oder Zombie' durchsucht und sind dabei auf fünf Berichte gestoßen. Für drei dieser Fälle konnte eine legitime Erklärung gefunden werden", berichtet die Behörde:

- "Im Januar 2009 berichtete uns eine Person in Dundee, dass sie in ihrem Haus von Geistern angegriffen wurde. Eine polizeiliche Untersuchung offenbarte, dass die Person offenbar an Halluzinationen litt."

- "Im Februar 2010 berichtete uns ein Zeuge von einer UFO-Sichtung über Crieff, die als orangefarbene Lichter am Himmel beschrieben wurde. Eine Untersuchung ergab, dass es sich um chinesische Himmelslaternen gehandelt hatte."

- "Im März 2010 berichte ein Zeuge über die Sichtung eines UFOs über Fife. Der Anrufer wurde um eine detaillierte Beschreibung des Objekt gebeten, aufgrund derer sich zeigte, dass es sich offenbart um einen Sendemast gehandelt hatte."

"Die Merkmale der verbleibenden zwei Berichte", so führt die Tayside Police aus, "sind bis heute ungeklärt:

- Am 13. Mai 2009 wurde um 23.11 Uhr eine UFO-Sichtung über Glen Lyon in Perthshire gemeldet, die als dreieckiges hellweißes Licht beschrieben wurde."

- "Am 27. April 2010 berichtete ein Zeuge um 01:58 Uhr von einer Sichtung von Lichtern am Himmel über Dundee, von welchen der Anrufer glaubte, dass es sich entweder um UFOs oder das erste Morgengrauen handele. Eine polizeiliche Untersuchung wurde in diesem Fall nicht durchgeführt."

Erläuternd fügt der Polizeibericht jedoch hinzu, dass die erstellte Zusammenfassung möglicherweise ein falsches Bild der Anzahl an entsprechenden Berichten wiedergibt, da die Ergebnisse der Stichwortsuche stark von den in den jeweiligen Polizeiberichten verwendeten benutzten Wörtern abhänge.

Auf die Frage nach den Kosten der jeweiligen Untersuchungen führt die Antwort der Polizei aus, dass derartige Informationen nicht erhoben und die jeweiligen Kosten durch das für die üblichen Einsätze der Polizei vorhandene Budget abgedeckt werden und schlussendlich auch von den Entfernungen der jeweils betroffenen Örtlichkeiten abhängen, wie sie jedoch keinen Einfluss auf Einsätze der Polizei haben.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Polizei von Wales veröffentlicht UFO-Sichtungsberichte
16. April 2011

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / tayside.police.uk

Archivfund wirft neues Licht auf Wernher von Braun

Wernher von Braun (1912-1977), während seiner Zeit im dienste der NASA | Copyright: NASA

Cottbus/ Deutschland - Der Fund von bislang unbekanntem Archivmaterial im Zusammenhang mit der Erforschung der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde rückt die Rolle von Wernher von Braun bei der Entwicklung der V2-Raketenwaffe des Dritten Reichs in ein neues Licht und erweckt erneute Kritik an dessen Führungsrolle in der Raketenentwicklung. Bislang gilt v. Braun als einer der Väter modernen Raketentechnik und somit auch des modernen Weltraumprogramms.

Uta Mense, akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl Denkmalpflege der "Brandenburgischen Technischen Universität" (BTU, tu-cottbus.de) in Cottbus ist im Kontext der Erarbeitung eines Denkmalpflege-Managementplans für das Gelände der ehem. Heeresversuchsanstalt in Peenemünde ein beachtlicher Archivfund gelungen.

Bei den Dokumenten handelt sich dabei um den bislang noch nicht zur Kenntnis genommenen Nachlass des Raketenwissenschaftlers Paul Schröder, der in den Anfangsjahren der Heeresversuchsanstalt neben Wernher von Braun als einer von vier Abteilungsleitern maßgeblich an der Entwicklung der V2-Raketenwaffe beteiligt war und der in den 1950er Jahren in den USA als vehementer Kritiker von Wernher von Braun auf sich aufmerksam zu machen versuchte. "Damit ist Dr. Paul Schröder bis heute eine der wenigen Personen, die frühzeitig Kritik an der Führungsrolle von Brauns in der Raketenentwicklung übten, obwohl er selbst Mitarbeiter der Heeresversuchsanstalt war", erläutert die Pressemitteilung der Universität.

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Das Besondere an diesem Nachlass, so die Forscherin, sei, dass er neue Einblicke in die Anfänge der Raketenentwicklung in Peenemünde ermögliche. Denn anders als die jungen Gefolgsmänner von Wernher von Braun habe Schröder seine Darstellung der Waffenentwicklung nicht für die breite Öffentlichkeit und zum Zwecke der nachträglichen Rechtfertigung und Verklärung des eigenen Handels geschrieben.

"Dr. Paul Schröder wollte vielmehr die US-Behörden auf diverse Inkompetenzen des ehemaligen Technischen Direktors Wernher von Braun aus Peenemünde aufmerksam machen, weil seiner Ansicht nach die Weiterentwicklung der Raketentechnologie in den USA behindert wurde."

Beide, Wernher von Braun als auch Paul Schröder, arbeiteten nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA: Wernher von Braun schon ab 1945, erst im Rahmen der "Operation Paperclip" in Fort Bliss als "Kriegsgefangener", ab 1950 dann für die US Army im "Marshall Space Flight Center" in Huntsville, wo er zum Direktor ernannt wurde. Paul Schröder kam erst 1952 in die USA und arbeitete dort einige Jahre für die US Air Force; danach wechselte er in die Industrie und kehrte 1958 nach Deutschland zurück.

"Im Widerspruch zu der bisherigen Darstellung in der Literatur, wonach Wernher von Braun die V2-Rakete entwickelt habe, weist der Autor dieser neuen Dokumente - ohne die genauere Erforschung vorschnell vorweg nehmen zu wollen - darauf hin, dass Wernher von Braun nach eigenen Misserfolgen bis zur Fertigstellung der Rakete A4 – die als V2 bekannt wurde – von jeglicher Planung ausgeschlossen war."

Des Weiteren beinhalte der Nachlass die Korrespondenzen der Witwe Paul Schröders mit verschiedenen ehemaligen Beteiligten der Heeresversuchsanstalt. Hieraus gehe deutlich hervor, dass es in seiner Zeit durchaus mehr Mitarbeiter mit einer kritischen Einstellung gegenüber ihrem ehemaligen Vorgesetzten aus Peenemünde, Wernher von Braun, gegeben hat.

Die eingehende Analyse und Einordnung der Person Paul Schröder sowie seines entdeckten Nachlasses wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Eine Kurzvorstellung ist jedoch anlässlich der Veranstaltung "20 Jahre Museumsstandort Peenemünde – Bilanz und Ausblick" für den 27. Mai 2011 an der Universität Greifswald vorgesehen.

Die Forschungen von Uta Mense sind Teil eines interdisziplinären Projektes, in dem der Lehrstuhl der BTU die nach dem Krieg weitgehend zerstörten Anlagen der ehem. Heeresversuchsanstalt dokumentiert, erforscht und bewertet sowie neue Vermittlungskonzepte der für das Historisch-Technische Museum Peenemünde entwickelt.

Bücher zum Thema:

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Quelle: tu-cottbus.de / grenzwissenschaft-aktuell.de
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