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Montag, 16. Mai 2011

Sonde hat erstmals Blickkontakt mit Asteroid Vesta

Erstes Bild von Vesta von der Dawn-Sonde aus | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA, bearb. v. grenzwissenschaft-aktuell.de

Köln/ Deutschland - Zum ersten Mal hat die Dawn-Sonde mit ihrer Kamera den Asteroiden Vesta aufgenommen. Noch ist das erste Ziel der Sonde fast 975.000 Kilometer entfernt und somit nur ein weißer großer Punkt - "aber wir fliegen ab jetzt mit Sichtkontakt auf unser Ziel zu", sagt Prof. Ralf Jaumann vom "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt" (DLR). Im August 2011 soll die Kamera dann aus einer Umlaufbahn in 2700 Kilometern Höhe auf den Asteroiden blicken und ihre Daten zu einem 3D-Modell verarbeitet werden.

- Bei dieser Meldunge handelt es sich um eine Pressemitteilung des "Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt", dlr.de

2,6 Milliarden Kilometer oder - anders gesagt - über 43 Monate dauerte es, bis die Dawn-Sonde der amerikanischen Weltraumbehörde NASA in Sichtweite des unregelmäßig geformten Asteroiden anlangte. Die Aufnahme vom 3. Mai 2011 aus 1,21 Millionen Kilometer Entfernung zeigt den Asteroiden, der einen Durchmesser von etwa 530 Kilometern hat, als weißen Punkt, umgeben von einigen Sternen. Die Annäherung und das Einschwenken in die Umlaufbahn um Vesta können von nun an mithilfe der sogenannten "Framing Camera" erfolgen. "Wir fliegen nicht mehr blind", sagt Prof. Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. Damit hat die Kamera bereits die erste von zwei Funktionen, die Navigation, erfolgreich unter Beweis gestellt. "Jetzt ist klar: Die Kamera funktioniert und erfüllt ihre Aufgabe als Navigator."

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Die Aufnahmen der "Framing Camera" werden in den nächsten drei Monaten dazu dienen, die Flugbahn der Sonde genau zu bestimmen und damit die Steuerung des Raumschiffes "Dawn" erheblich zu verbessern. Am 16. Juli 2011, so die Berechnungen, wird Vestas Anziehungskraft dann das Raumfahrzeug in seine Umlaufbahn ziehen und die Sonde etwa ein Jahr lang in einer Umlaufbahn um den Asteroiden kreisen.

Ab August ist die zweite Funktion der Kamera gefragt. Dann soll das deutsche Kamerasystem die Oberfläche des Asteroiden vermessen, bevor die Sonde zum Asteroiden Ceres weiterfliegt. Bei den Planetenforschern wächst daher mit der Annäherung an Vesta die Spannung. "Wir können es nicht erwarten, mit der Erkundung zu beginnen", sagt Carol Raymond, Dawn-Wissenschaftlerin am Jet Propulsion Laboratory der NASA. Wie der Asteroid an seiner Oberfläche aussieht, ist bisher noch unbekannt - allerdings ist sein Aufbau mit einer sehr wahrscheinlich festen Kruste eher mondähnlich. Erprobt sind die Techniken der Kamera bereits bei der Rosetta-, der Venus-Express- sowie der Mars-Express-Mission. Für die Planetenforscher des DLR beginnt dann die Verarbeitung aller Kamera-Daten, die Dawn bei ihrem Überflug über Vesta aus verschiedenen Höhen zur Erde sendet. Nach und nach entsteht so ein einheitliches, dreidimensionales Geländemodell des Asteroiden, das Antworten zu Vestas Geburt und Geschichte geben wird.

Die Mission DAWN wird vom "Jet Propulsion Laboratory" (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des "California Institute of Technology" in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des "Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung" in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem" Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt" (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der "Max-Planck-Gesellschaft", dem DLR und NASA/JPL unterstützt.


Quelle: dlr.de

Neue Studie: Lebensfreundliche Planeten auch weit jenseits habitabler Zonen möglich

Künstlerische Darstellung des Exoplaneten OGLE-05-390Lb als Eiswelt | Copyright: ESO.org

Chicago/ USA - Die "habitable Zone" beschreibt jene Grenzen, innerhalb derer ein Felsplanet seinen Stern umkreisen muss, damit auf seiner Oberfläche gemäßigte Temperaturen Wasser in flüssiger Form erlauben. Liegen Planeten außerhalb dieser Grenzen - kommen sie also entweder der Hitze ihres Sterns zu nah oder sind sie von seiner lebensspendenden Wärme zu weit entfernt - gelten sie allgemein als lebensfeindliche Feuer- oder Eiswelten. Zwei US-Astronomen widersprechen dieser allgemeinen Einschätzung nun jedoch und behaupten, Planeten könnten selbst dann noch Leben beherbergen, wenn sie von ihrem Stern so weit entfernt wären, wie der Ringplanet Saturn von der Sonne. Sollten die Forscher Recht behaupten, stiege die Anzahl an potentiell lebensfreundlichen Planeten sprunghaft an.

Voraussetzung, so berichtet "Newscientist.com" über die Arbeit von Raymond Pierrehumbert von der "University of Chicago" und Eric Gaidos von der "University of Hawaii", wäre lediglich genügend Wasserstoff in der Atmosphäre. Während jene, die Erde erwärmenden Treibhausgase Kohledioxid und Wasserdampf zu weit von der Sonne entfernt unweigerlich gefrieren würden, würde Wasserstoffgas weiterhin seinen Aggregatzustand aufrechterhalten und - bei höherem Atmosphärendruck - sogar als effektives Treibhausgas wärmend wirken. Die Forscher werden ihre Analyseergebnisse demnächst im Fachjournal "The Astrophysical Journal Letters" veröffentlichen.

In ihrer Arbeit haben Pierrehumbert und Gaidos diesen erwärmenden Effekt einer Wasserstoffdecke anhand von erdgroßen Planeten und sogenannten Super-Erden, Planeten also von der 5- bis 10-fachen Erdmasse, errechnet. Hierbei stellte sich heraus, dass schon eine Wasserstoffatmosphäre, die nur etwa um ein dutzendfach dichter wäre als die Stickstoff-Sauerstoffatmosphäre der Erde, einen darunterliegenden Planeten selbst dann noch auf angenehmen Temperaturen aufwärmen könnte, wenn sich dieser 15 Mal so weit von seinem Stern entfernt befinden würde, wie die Erde von der Sonne. Dies entspricht in etwa dem Abstand der Umlaufbahn des Gasriesen Saturn. Zudem haben die Forscher errechnet, dass trotz einer entsprechend dichten Atmosphäre auch noch immer genügend Sonnenlicht die Oberfläche erreichen würde, um damit Photosynthese zu ermöglichen.

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Neben ihren theoretischen Berechnungen haben die Forscher auch schon einen möglichen Kandidaten ausgemacht, der die beschriebenen Eigenschaften möglicherweise erfüllt: "OGLE-05-390Lb", rund 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, verfügt etwa über das sechsfache der Erdmasse und umkreist einen Roten Zwergstern auf einer Umlaufbahn, dem 2,6-fachen Abstand der Erde zur Sonne entspricht. Bislang galt der Planet eindeutig als lebensfeindliche Eiswelt mit Oberflächentemperaturen von frostigen minus 223 Grad (...wir berichteten).

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / newscientist.com

SETI beginnt gezielte Suche nach außerirdischen Signalen

Das Radioteleskop am "Green Bank Observatorium" | Copyright: Geremia / Public Domain

Green Bank/ USA - Mit Hilfe der genauen Positionsangaben von Planetensystemen mit potentiellen lebensfreundlichen Planeten, auf der Grundlage der ersten Beobachtungsergebnisse des Weltraumteleskops Kepler, haben SETI-Forscher mit dem " Robert C. Byrd Green Bank Telescope" (GBT) im US-Bundesstaat West Virginia die gezielte Suche nach außerirdischen Signalen aufgenommen.

Das 100 auf 110 Meter durchmessende Teleskop ist das weltweit größte vollständig und gezielt ausrichtbare Radioteleskop. Mit Hilfe der Daten der Kepler-Mission (...wir berichteten) visieren Wissenschaftler der "University of Berkeley" (UCB) seit einer Woche nach und nach insgesamt 86 potentiell lebensfreundliche und erdähnliche Planeten beherbergende Planetensysteme jeweils insgesamt eine Stunde lang an, um zu erkunden, ob von dort intelligente Signale ausgehen.

Nachdem die Daten gewonnen wurden, werden diese der weltweiten SETI@home-Gemeinde zur Auswertung an den heimischen Computern zur Verfügung gestellt. "Zwar ist bislang nicht sicher, ob auch alle dieser Sterne tatsächlich lebensfreundliche Planetensysteme aufweisen, aber es handelt sich um die aussichtsreichsten Orte, um nach außerirdischer Intelligenz zu suchen", erläutert Andrew Siemion von der UCB. "Hierbei haben wir jene Planetensysteme ausgewählt, in welchen es wahrscheinlich Planeten gibt, auf denen es aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen, Wasser in flüssiger Form geben könnte", fügt Dan Werthimer von SETI@home hinzu.

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Bei bisherigen Projekten, etwa die Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen mit dem Radioteleskop in Arecibo auf Puerto Rico, haben die SETI-Forscher sonnenähnliche Sterne lediglich in der Hoffnung anvisiert, dass es dort erdähnliche und lebensfreundliche Planeten geben könnte. "Bislang hatten wir aber noch einer derartige Liste ganz konkret potentieller Ziele vorliegen", so Werthimer.

Schon einmal, vor 51 Jahren hatten SETI-Astronomen das "Green Bank Observatorium genutzt, um nach außerirdischen Signalen zu suchen. Seither konnte die Leistungsfähigkeit des Teleskops um ein Vielfaches gesteigert werden.

Andere Teleskope, wie etwas Arecibo, waren für die gezielte Suche nach den Kepler-Kandidaten nicht geeignet, da sie nicht die entsprechenden Regionen des nördlichen Sternenhimmels einsehen können. Zudem verfügt das GBT auch noch über einen weiteren Vorteil gegenüber Arecibo, da es auch Wellenlängen rund um 21 Zentimeter, also 1420 MHz, absuchen kann - jenem Wellenbereich, in dem Wasserstoff Licht abstrahlt - Wellenlängen also, wie sie sehr einfach auch galaktische Staubwolken durchdringen können. "Die Suche nach außerirdischen Signalen im Umfeld von 21 Zentimetern ist besonders dann interessant, wenn die entsprechenden Zivilisationen mit Absicht derartige Botschaften aussenden würden", so Werthimer. Doch selbst wenn es sich nur um die gewöhnlichen Signale einer technologisch entwickelten Zivilisation handelt (Radio- und TV-Signale usw.), sorgt die vom GBT erfassbare Bandbreite, wie sie die Leistungsfähigkeit des Arecibo-Teleskop um das 300-face übertrifft, für eine optimale Abdeckung. "Ein Beobachtungstag mit GBT liefert also genau so viele Daten wie ein Jahr Arecibo." Für die vollständige Auswertung der zu erwartenden gewaltigen Datenmenge, so vermuten die SETI-Astronomen, wird SET@home voraussichtlich ein Jahr benötigen.

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / berkeley.edu / gb.nrao.edu

Archivfund: Historisches Filmdokument zeigt UFO-Debatte an den Vereinten Nationen

Standbild aus den Filmaufnahmen: Zu sehen sind Wellington Friday, Sir Eric Gairy, and J. Allen Hynek bei der UN-Pressekonferenz | Copyright: ICUFON Archives

New York/ USA - Kaum beachtet von der Öffentlichkeit diskutierten zwischen 1978 und 1979 UFO-Experten und führende Politiker am Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York über die Initiative für eine Untersuchung des UFO-Phänomens im Rahmen der Vereinten Nationen. Während bislang zwar zahlreiche Fotodokumente dieser Treffen, an welchem unter anderem auch der NASA-Astronaut Gordon Cooper, die UFO-Forscher Jacques Vallée, Claude Poher und J. Allen Hynek, sowie niemand geringeres als der damalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim teilnahm, existieren, lagen bislang keine Filmaufnahmen der Veranstaltungen vor. Diese wurden nun von dem UFO-Forscher Antonio Huneeus entdeckt und veröffentlicht.

Wie Huneeus auf "OpenMinds.tv" berichtet, handelt es sich um Originalaufnahmen des UFO-Forschers und einstigen Direktors des "Intercontinental UFO Network"(ICUFON), Colman von Keviczky, der ebenfalls an den Unterredungen an den UN teilgenommen hatte.

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Leider handelt es sich bei der Aufnahme nur um einen kurzen, gerade einmal 1:15 Minuten langen Stummfilm-Mitschnitt unter anderem der thematischen Einführung durch Dr. J. Allen Hynek vor dem "United Nations Special Political Committee" am 28. November 1978 und der anschließenden Pressekonferenz.


Klicken Sie auf die Bildmitte, um das Video zu starten


Hintergrund:
Nachdem der Antrag auf eine von der UN koordinierte internationale Erforschung des UFO-Phänomens unter anderem aufgrund der Weigerung des britischen Außenministeriums, einen derart "lächerlicher Antrag" zu sanktionieren (...wir berichteten) scheiterte, zog der Antragsteller, der Premierminister von Granada, Sir Eric Gairy ,seinen Antrag zunächst zurück, führte seine Bemühungen in dieser Richtung jedoch bis zu seiner Absetzung durch einen Militärputsch 1978 UN-intern fort.

Offizielles Treffen zwischen UN-Diplomaten und UFO-Forschern im Hauptquartier der Vereinten Nationen am 14. Juli 1978. Von links nach rechts: NASA-Astronaut (Mercury-Atlas 9, Gemini 5) Gordon Cooper, Jacques Vallée, Claude Poher, J. Allen Hynek, Sir Eric Gairy und UN-Generalsekretär Kurt Waldheim und David Saunders. | Copyright: UN

Diese Bemühungen gipfelten in Treffen von hochrangigen UN-Diplomaten (darunter auch der damalige UN-Generalsekretär Kurt Waldheim) mit führenden UFO-Forschern am 14. Juli 1978 (s. Abb.) und in der Verabschiedung eines Beschlusses (33/426) der UN-Generalversammlung vom 18. Dezember 1978 zum Thema "außerirdisches Leben und UFOs", wie sie "alle interessierten Mitgliedstaaten aufforderte, auf nationaler Ebene geeignete Maßnahmen zur Koordinierung einer wissenschaftlichen Forschung und Untersuchung außerirdischen Lebens, einschließlich der nicht identifizierten fliegenden Objekte (UFOs), zu ergreifen und den UN-Generalsekretär über die Beobachtungen, Forschungen und Evaluierung dieser Maßnahmen zu informieren." Aufgrund mangelnder Unterstützung der Mitgliedsstaaten wurde der Beschluss bis heute jedoch auf UN-Ebene nicht umgesetzt und die Untersuchungen hingegen auf nationale Ebene verwiesen.

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Britisches Verteidigungsministerium veröffentlicht weitere einst geheime UFO-Akten
4. März 2011

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Quellen: grenzwissenschaft-aktuel.de / openminds.tv
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